Privataufnahme [1] des 1905-1968 betriebenen Hochofenwerkes Oberscheld [2]. Danke für die Standortklärung an einen unseer Leser!
[1]…Foto-AK Agfa mit 129 x 81 mm Belichtungsfläche, ungelaufen, Provenienz Deutschland. Eigentum schlot.at-Archiv (2016).
[2]…Industriekultur-Lahn-Dill, 04.04.2021


Bin nicht Mitglied, aber eine Vermutung: M.E. handelt es sich um das Hochofenwerk Tisovec (dt.Theißholz, ungar.Tiszolc) in den Südausläufern der Niederen Tatra. Lt.einer tschechosl.Quelle von 1929 (Antonin Kriz) hätte der Ofen einen Schachtpanzer aus Stahl besessen, dies scheint auf dem Bild nicht sicher. Evtl. ist das Bild älter als 1929. Soweit meine Vermutung.
Die Abbildung zeigt zweifelsfrei das Hochofenwerk in Oberscheld bei Dillenburg im deutschen Bundesland Hessen.
Errichtet wurden die zwei Hochöfen 1905 vom “Hessen-Nassauischer Hüttenverein”, der infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten 1935 komplett von der Buderus´schen Eisenwerken in Wetzlar an der Lahn (ca. 30 km von Oberscheld entfernt) übernommen wurde.
Nach 1945 war nur noch einer der beiden Hochöfen bis 1968 in Betrieb. Das Ende kam, weil der Bedarf an grauen Roheisen (als Grundstoff für Giesserreien) mit Umstellung von gusseisernen Zimmerkohleöfen auf Öl- und Gaszentralheizungen massiv zurückging, viele Gußwaren durch den Werkstoff Plastik ersetzt wurden und es in Oberscheld keine unmittelbare Weiterverarbeitung von grauem Roheisen gab.
Das Gusseisen wurde in Form von Masseln (Eisenbarren) per Bahn zu den entsprechenden Giessereien transportiert.
Die beiden markanten hölzernen Kühltürme rechts im Bild dienten auch dem Gichtgaskraftwerk, welches rechts ausserhalb des Bildes noch nach 2000 in Oberscheld zu sehen war.
Die Vermutung, es handele sich um ein Hochofenwerk in Tisovec ist daher nicht zutreffend.