DE | Coswig | August PRÉE GmbH Chemische Werke | Brand 1921

Historische Aufnahme [1] einer bedeutenden Teerfabrik, die aufgrund der folgenden Fakten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Fabrik August PRÉE GmbH Chemische Werke in Coswig nach dem dort stattgefundenen Brand anno 1921 zuzuordnen ist:

  • Vordergrund zeigt einen Tankwagen der zitierten Firma.
  • Topographische Details (Gebäude, Schornstein, Schienenführung) passen zur Werksabbildung in Quelle [2], Bild 7.
  • Teile des Geländes sind am obigen Bild durch Brand zerstört.
  • Art und Beschaffenheit des Fotos passen gut in die Zeit des bedeutenden Werksbrandes 1921 laut Quelle [2].

In Quelle [2] wird das Werk wie folgt beschrieben:

[Zitat Anfang]:

1917 baute das Familienunternehmen Prée in Brockwitz ein neues Werk. Die Produktion der Chemischen Fabrik umfasste Teer-, Mineralöl- und Bautenschutzprodukte. Die Bautenschutzmittel betrafen Rostschutz- und Isolierfarben, Abdichtstoffe gegen Feuchtigkeit, Holzkonservierungsmittel (Karbonileum), Feuerschutzpräparate u. a. m.

1921 vernichtete ein Großbrand diese Halle für Bautenschutzmittel. Die Firma erweiterte ständig die Produktion, in dem Asphalt für den Straßenbau, Bitumendachpappe, Dichtungsmaterial für Beton und Zement und andere Materialien zur Produktion kamen. Während des Zweiten Weltkrieges stellte man die Produktion auf Verdunklungswaren um. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Betrieb 1946 in Volkseigentum übergegangen. Das Werk wurde saniert und die Produktion auf Dachschindeln verlegt. Viele Coswiger Bürger werden das Werk noch unter der Firmenbezeichnung “VEB Dachpappen – und Isolierstoffe Coswig“ kennen, wie es Ende der 80er Jahre bezeichnet wurde. Das Werk besaß eine Betriebsfeuerwehr und eine eigene Kegelbahn. 1992 kam es zur Schließung des Werkes, da die Treuhandgesellschaft eine Sanierung für 90 Millionen DM verlangte.

[Zitat Ende]

Quellen:

[1]…Echtfoto-Postkarte 135x83mm, unbeschriftet, Eigentum schlot.at-Archiv (2021)

[2]…Historisches Coswig 16.07.2021

AT | 1100 Wien | Wienerberger Ziegelwerke | Werk Wienerberg | 1913

Seltene, mit 1913 datierbare Fotodokumentation aus den 1820 von Alois Miesbach [1], am Standort des ehemaligen Ziegelofens der KKF (K.u.K. Fortifikationsdirektion) [2] gegründeten Wienerberger Ziegelwerken, Standort Wienerberg.

Eine Kurzbeschreibung der Wienerberger-Geschichte sprengt diesen Rahmen und ist kaum objektiv zu bewerkstelligen, weshalb dazu auf mehrere Websites verwiesen wird, die sowohl ökonomische als auch soziale Aspekte beleuchten sollen:

Wienerberger - Geschichte

Wienwiki-Geschichte

Austria-Forum, Wienerberger

Wiener Zeitung: Die Sandler vom Wienerberg

Die vier Fotos vom Wienerberg [3], wohl alle von Gustav GREINER am 08.08.1913 aufgenommen [4], zeigen:

  1. Lehmgewinnung durch auf Feldbahngleisen fahrenden Förderbagger, Lehmtransport in Loren, Trockenschuppen im Hintergrund.

  1. Schlagerin, Schlagtisch mit Lehmhaufen und Anlieferrampe. Der Lehm wurde durch Männer mittels Schubkarren auf den Schlagtisch befördert. Am Foto ist die Befüllung eines Ziegelmodels und das Abziehen des überstehenden Lehmes zu erkennen. Diese Arbeit wurde durchwegs von Frauen durchgeführt.

Alois Miesbach beschrieb um 1840 die Arbeit des Ziegelschlagens wie folgt:

„[…] Hierorts stehen beim Arbeitstische Mann und Weib. Der Mann macht abends den Ton an, während das Weib den Platz putzt und den Sand ausbreitet, indem ohne Einsandeln kein plastischer Ton geformt werden kann. Früh um 5 Uhr wird im Durchschnitt mit der Arbeit begonnen. Der Mann scheibt den Tegel auf den Tisch und das Weib schlägt Ziegel und leert den Model auf den Platz aus. Um 8-9 Uhr wird gewöhnlich gefrühstückt, dann wieder mit der Arbeit fortgesetzt bis 11 oder 12 Uhr, sodaß bis Mittag Mann und Weib 1500 Ziegel geschlagen und auf den Platz gelegt haben. Es haben auch Schlagerinnen täglich zu 2000, ja, was jedoch einzelne Fälle sind, 2500 bis 3000 Stück geschlagen […]“ [5].

  1. Schlagerin, Schlagtisch, Sandkasten, Wassereimer, frisch ausgeschlagene liegende Ziegel mit dem Firmenzeichen des Eigentümers Heinrich v. Drasche [6] im linken Vordergrund, hochkant gestellte Mauerziegel zur weiteren Trocknung (rechts), Aufseher, überdachte offene Trockenhütte zur weiteren Aufbewahrung vor dem Brand.

Alois Miesbach beschrieb um 1840 die am Foto ersichtliche Szene wie folgt:

„Diese auf geebnete Plätze gelegten Ziegel werden, wenn sie halbtrocken sind, auf ihre schmale, lange Seite aufgestellt und dann, wenn sie eine Festigkeit erlangt haben, daß man sie ungefährdet 5-6 Reihen übereinander stellen kann, in die Trockenschopfen eingetragen und hier nebeneinander und aufeinander geschlichtet, daß überall die Luft gehörig durchstreichen kann. In diesem Schopfen bleiben die Ziegel, bis sie völlig ausgetrocknet [sind] und in den Ofen zum Ausbrennen eingekarrt oder als Vorrat in einem anderen Schopfen aufbewahrt werden können […]“ [7].

  1. Hoffmannscher Ringofen mit Beschickungstüren, Einbringung von Dachziegeln auf Feldbahnwagen, Ausbringung von fertig gebrannten Mauerziegeln auf Schubkarre, Aufseher. Der Ringofen ermöglichte einen durch fortschreitende Verlagerung der gerade befeuerten und mit luftgetrockneten Ziegeln befüllten Sektoren einen durchgehenden Ziegelbrand, vgl. [8].

Da in den zitierten Quellen das 20. Jahrhundert stiefmütterlich behandelt wird, sei an dieser Stelle ein Überblick über den gesamten Konzern anno 1925, 1959 und 1979 gegeben.

1925: Wienerberger Ziegelfabriks- und Baugesellschaft AG (1869 gegr.), I., Karlsplatz 1.

Ziegelfabriken und andere Werke:

  • X., Triesterstraße 106 (Wienerberg)
  • Vösendorf
  • Hennersdorf
  • Traiskirchen
  • X., Laaerberg (derzeit nicht in Betrieb)
  • X., Laaerwald (derzeit nicht in Betrieb)
  • X., Oberlaa (derzeit nicht in Betrieb)
  • XVII., Hernals (derzeit nicht in Betrieb)
  • Biedermannsdorf (derzeit nicht in Betrieb)
  • Guntramsdorf (derzeit nicht in Betrieb)
  • Möllersdorf (derzeit nicht in Betrieb)
  • Wiener Neudorf (derzeit nicht in Betrieb)
  • Kalksandziegelfabrik Matzen (derzeit nicht in Betrieb)
  • Ton- und Ziegelwerk Eberschwang
  • Tongrube im Krummnußbaum
  • Kaolinwerk Schwertberg
  • Tonwarenfabrik Wienerberg, X., Wienerbergstraße 11
  • Keramitsteinfabrik Wien X., Triesterstraße 106

Ca. 2.500 Arbeiter, 5000 PS Dampfmotore, Elektromotore, Benzinmotore. Erzeugnisse: 300 Millionen Mauerziegel, 20 Millionen Dachziegel, Verblender, Kaminsteine, Drainageröhren, Kalksandziegel, Pflasterplatten, Klinkerziegel, Schamottewaren, Terrakotten, Öfen, Kamine, Fliesen, Fußboden- und Wandbelagplatten, Majoliken, Kunstkeramik, Steinzeug, Elektroporzellan, Straßenpflaster aus Keramit, Kaolin, Quarzsand [9].

1959: Wienerberger Ziegelfabriks- und Baugesellschaft AG (1869 gegr.), I., Karlsplatz 1.

Ziegelfabriken „Wienerberg“:

  • X., Triesterstraße 106
  • Vösendorf, Brunner Straße
  • Hennersdorf
  • Göllersdorf
  • Ernstbrunn
  • Weinsteig
  • Ernsdorf
  • Graz-St. Peter
  • Tonwarenfabrik , X., Wienerbergstraße 11

Diverser Grund- bzw. Gebäudebesitz: Wien I., Wien X. (Laaerwald), Biedermannsdorf, Guntramsdorf, Wiener Neudorf, Möllersdorf, Traiskirchen, Rückersdorf.

190 Angestellte, 2.800 Arbeiter. Erzeugnisse: Mauerziegel, Dachziegel, Drainageröhren, Hohlziegel, Deckenziegel, Klinkerziegel, Terrakotten, Ofenkacheln, Fußboden- und Wandplatten, Baukeramik, keram. Mosaik, Steinzeug. [10]

1979: Wienerberger Ziegelindustrie Gesellschaft m.b.H., Wien X, Wienerbergstraße 11

Ziegelfabriken:

  • Baden, Vöslauer Straße 167
  • Hennersdorf
  • Göllersdorf
  • Laa/Thaya
  • Marz [11]

Quellen:

[1]…MERK Grete (1966): Zwei Pioniere der österreichischen Industriegeschichte/Alois Miesbach und Heinrich Drasche. Wiener Forschungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Band 1, Hermann Böhlaus Nachfolger, Graz, S. 23

[2]…geschichtewiki.wien, 14.05.2021

[3]…4 Fotografien ca. 110 x 80 mm, rückwärtig beschriftet „Wien X“, Eigentum schlot.at – Archiv (2021). Verortung durch Quelle [4] und durch ein fünftes Foto aus dem Konvolut gesichert, welches den nahen Favoritner Wasserturm zeigt.

[4]…Zumindest eines der Fotos aus Quelle [3] liegt auch im Wiener Stadt- und Landesarchiv ein, ist dem Fotografen Gustav GREINER zugeschrieben, am Standort Wienerberg verortet und mit 08.08.1913 datiert: Ziegelei_Wienerberg-Datensatz ,14.05.2021.

[5]…MERK Grete (1966): Zwei Pioniere der österreichischen Industriegeschichte/Alois Miesbach und Heinrich Drasche. Wiener Forschungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Band 1, Hermann Böhlaus Nachfolger, Graz, S. 29

[6]…MERK Grete (1966): Zwei Pioniere der österreichischen Industriegeschichte/Alois Miesbach und Heinrich Drasche. Wiener Forschungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Band 1, Hermann Böhlaus Nachfolger, Graz, S. 51ff

[7]…MERK Grete (1966): Zwei Pioniere der österreichischen Industriegeschichte/Alois Miesbach und Heinrich Drasche. Wiener Forschungen zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Band 1, Hermann Böhlaus Nachfolger, Graz, S. 30

[8]…Hoffmannscher Ringofen/Konstruktion, 14.05.2021

[9]…COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Österreich 1925/26, Band 1, S. 305

[10]…COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959, S. 416-417

[11]…COMPASS VERLAG (1979): Industrie-Compass Österreich 1979/80, S. 300

AT | GF | Mannersdorf/March | Ziegelwerk

Ansichtskarte anno 1914 [1] des ehem. Ziegelwerkes Gutmann, Boschan & Cie [2] bzw. Pisk, Turetschek [3].

Einen guten Überblick über die historischen Ziegelwerke des Marchfeldes gibt Quelle [3]. Die hier behandelte Ziegelei wird hier unter Mannersdorf 3 geführt und wie folgt beschrieben:

“Die ersten einschlägigen Einträge in den Matriken der Pfarre Mannersdorf finden sich 1870, wo am Ziegelofen Laurenz Nürnberger und Barbara, geb. Mihaker, tätig waren, und 1871 am Gemeindeziegelofen mit Franz Leder und Marianne, geb. Leder. Im Dezember 1871 verpachtete die Gemeinde die Parzelle 58/17 (siehe Mannersdorf 2) und verkaufte die Parzellen 56/1 Acker und 56/2 Weide mit den Bauparzellen 153 Arbeiterwohnung, 154/1 Wohngebäude, 154/2 und 154/3 Barake [sic!], 155 Ringofen, 158/1, 158/2 und 158/3 (jeweils) Maschinhaus an Johann Schieder aus Wien (4).Die drei Maschinhäuser standen auf der Grundparzelle 57/1 Gemeindeweide, die der unter Mannersdorf 1 beschriebenen Lehmgrube großteils entspricht. Die Katastralmappe von 1869 weist hier bereits den Ringofen aus, auch die entsprechende Grundbuchseinlage wurde mit Ringofen-Ziegelei in Mannersdorf betitelt (5). Heute erstreckt sich das Areal auf die Parzellen 453/1 bis 453/48, 475/1, 475/35 und 475/36.Ab 1872 werden in den Taufprotokollen zahlreiche ZiegeleiarbeiterInnen genannt, beginnend mit Hermann Eggert, Polier in der Ziegelei hierorts und dem Ziegelmeister Johann Sprinzer. Beinahe auf jeder Seite ist die Adresse Baracke der Ziegelei oder Ziegelwerk zu finden.

Im Handelsregister waren 1872 Karl Ritter von Boschan aus Angern, David Gutmann und Dr. Josef Jeannée aus Wien sowie Johann Schieder aus Wien – auch er wurde später zum Ritter geadelt – als Gesellschafter der Mannersdorfer Ziegelei von Gutmann, Boschan und Cie eingetragen (6). Das heißt, dass Schieder vermutlich seit 1872 mit seinen Financiers Boschan und Gutmann eine gemeinsame Firma betrieb. 1883 wurde der Betrieb auch grundbücherlich an diese Gesellschaft übertragen. 1890 wird in Mannersdorf eine Ziegelei mit Maschinenbetrieb erwähnt (7) und zwischen 1897 und 1906 wird dieselbe Firma in Adressbüchern als Ziegeleibesitzer geführt (8).1894 meldete das Ziegelwerk auch das Schankgewerbe an, Pächter war Eduard Grab. In den Jahren 19011908 (bis 1901 unter Direktor Gustav Dewitz) produzierte das Werk pro Jahr 610 Millionen Stück Ziegeleinheiten. (2) 1907 wurden in einem Zeitungsartikel schwere soziale Missstände aufgezeigt: 11 bis 13-jährige Kinder mussten für 70 Heller am Tag von 6 Uhr früh bis 6 Uhr abends Ziegel von der Presse wegführen. Auch seine eigenen Kinder trieb der Platzmeister Kollmann zur Arbeit. Der Herr Gewerbeinspektor bekommt wahrscheinlich vom Betriebsleiter Vergrößerungsgläser, um die schulpflichtigen Kinder für erwachsen anzusehen. Gewerkschaftliche Organisation war strengstens verboten: Solche russi-schen Zustände herrschen auf dem Ziegelwerk des Millionärs Guttmann. (9) Eine christlich-konservative Zeitung berichtet 1905 (und ähnlich auch 1906): Durch unvorschriftsmäßigen Abbau des Lehms kam es im Ziegelofen der jüdischen Firma Gutmann zu einer großen Rutschung am dortigen Rochusberg, wobei sich ca. 50.000 m³ Lehm loslösten und 10 Meter in die Tiefe sank. Dadurch kam die darüber liegende Ortschaft Wutzelburg und mehrere Weinkeller und Presshäuser in Gefahr auch abzurutschen. Zwei Wohnhäuser wurden delogiert (10).1909 wurde der Betrieb des Ziegelwerks wegen Nichtzustandekommens eines neuen Pachtvertrages eingestellt. Das Werk hätte die Ziegel an die Ortsbewohner um 18 Kronen per 1.000 Ziegel verkaufen müssen, das wollte Guttmann nicht mehr gewähren. Sämtliche Arbeiter wurden entlassen. (11) Zunächst wurde mit der Firma Steingassner aus Frättingsdorf wegen einer Verpachtung der Ziegelei verhandelt, es kam aber zu keinem Ergebnis (12) .Am 5.4.1910 wurde nach längeren Verhandlungen das Ziegeleietablissement samt allem dazugehörigen Zubehör an Gustav und Anna Pisk sowie Johann Turetschek, alle aus Nikolsburg, um 190.000 Kronen verkauft (13). 1913 kam es zu einem Brand im Maschinenhaus (2). Durch Kauf am 11.8.1917 wurde Johann Turetschek Alleineigentümer (6). In diesem Jahr kam es – wie auch in vielen anderen Fabriken – wegen des Ledermangels im Ersten Weltkrieg zu Treibriemendiebstählen (2). 1921 wurde die Firma Turetschek und Weiser Ges.m.b.H. gegründet (6) und für den Standort Mannersdorf Nr. 89 das Ziegeleigewerbe angemeldet (12.10.1921 bis 17.9.1938), als Geschäftsführer fungierte Hans Weiser (14). Johann Turetschek wohnte damals in Wien VIII. Laut Handelsregister erzeugte die Firma nicht nur Ziegel, sondern verkaufte auch Bauholz und war als Bauunternehmen tätig (2).Der inzwischen in Nexing ansässige Johann Turetschek verkaufte 1924 die Ziegelei an die Firma Oezag Ziegelwerke AG in Wien IV, vertreten durch Generaldirektor Martin Andorff und Direktor Hans Weiser. Diese erwarb gleichzeitig das ebenfalls Herrn Turetschek gehörige Waltersdorfer Ziegelwerk (siehe Waltersdorf 2) um insgesamt 503.472,22 Goldkronen (15). Die als Schutz gegen die harte Konkurrenz aus Ungarn gegründete Vereinigung kleinerer Ziegeleien existierte aber nicht sehr lange. Um 1925 oder 1926 erfolgte nach einem Wassereinbruch die Stilllegung des Ziegelwerks, 1929 wurde die Firma aufgelöst (2). 1945 diente der Ziegelofen noch als Lager für ungarische Flüchtlinge. 1948 wurde der Grund parzelliert, 1952 der Teich (die Vierer, heute ein Badeteich) verpachtet (12). Das Arbeiterwohnhaus, die so genannte Baracke, steht noch heute (16).” (Quellen im Link [3]).

Quellen:

[1]…AK 1610-III J. P. W. II. 1914, Alois Pulgram, gelaufen am 24.08.1916 ab Stillfried, Eigentum schlot.at (2021)

[2]…Österreichischer Zentralkataster sämtlicher Handels-, Industrie- und Gewerbebetriebe […]. II. Band Niederösterreich. Erste Ausgabe, Volkswirtschaftlicher Verlag Alexander Dorn, Wien, 1903; S 309

[3].. Ramml, C.F. (2014): Ziegelöfen und Lehmabbaue der politischen Bezirke Mistelbach und Gänserndorf (Niederösterreich): Geschichte und Geologie – Archiv für Lagerstättenforschung, 27, 384 S., Wien. 30.04.2021

 

AT | MT | Steirische Gußstahlwerke AG | 1932

1906 wurde in Judenburg die Steirische Gußstahlwerke AG gegründet [1].

1925 wurde das Unternehmen mit Sitz in Wien wie folgt beschrieben: „1300 Beamte und Arbeiter. Erzeugnisse: Schnellarbeitsstähle, Sonder- und Werkzeugstähle, Baustähle, Autofedern aus Spezialstahl, Schmiedestücke. Telegrammadresse: „Styriastahl“ [2].

Das vorliegende Foto aus 1932/33 [3] zeigt die Industrieanlage mit der 1932 neu errichteten und erst 2010 erneuerten Murbrücke im Vordergrund [2].

Während des 2. Weltkrieges wurde die Werksanlagen den „Reichswerken Hermann Göring“ einverleibt und im Ostteil erweitert [4].

1959 waren die Werke Teil der ÖAMG [5].

1975 wurde die Steirische Gußstahlwerke AG im Zuge der Verstaatlichung dem VÖEST-Tochterkonzern VEW eingegliedert [6].

Als Stahl Judenburg GmbH bleibt man derzeit der bereits 1925 als Kerngeschäft betriebenen Erzeugung von hochqualitativem Baustahl und High End-Produkten für die Automobilindustrie treu [7].

Quellen:

[1]…ROW GmbH, 19.04.2021

[2]…COMPASS VERLAG (1925). Industrie-Compass Österreich 1925/26, Band II, S. 421, 436

[3]…Ansichtskarte 621-22 bzw. 621D „Judenburg – neue Brücke“, Frank-Verlag Graz 1932-33, Eigentum schlot.at (2020)

[4]…geheimprojekte.at, 19.04.2021

[5]…COMPASS VERLAG (1959). Industrie-Compass Österreich 1959, S. 394, 398

[6]…aeiou.at, 19.04.2021

[7]…Stahl Judenburg GmbH, 19.04.2021

AT | 1220 Wien | Lederfabrik Hermann Spiegler Stadlau

Ansichtskarte um 1900 [1] der damals in Stadlau, Fabriksgasse 141-146, etablierten [2] Lederfabrik Hermann Spiegler.

Der Nachweis der Fabrik Stadlau ist um 1903 [3] und um 1910 [2] gegeben. Hermann Spiegler betrieb in Wien II, Untere Donaustraße 27 ferner eine Lederhandlung [2], welche im Gegensatz zur gleichnamigen Fabrik anhand einschlägiger Branchenbücher noch länger erwähnt wird, z.B. [4].

Quellen:

[1]… AK Nr. 6234, Verlag Josef Popper Wien II, gelaufen am 21.06.1905. Sammlung MARSCHNER, Gießhübl.

[2]…Wiener Taschen-Telephonbuch als Miniatur-Adressbuch. Selbstverlag des “Oest.-ungar. Invalidendank”, Wien I., Bräunerstraße 7. ohne Jahr, um 1910, S. 232

[3]…Österreichischer Zentralkataster sämtlicher Handels-, Industrie- und Gewerbebetriebe […]. II. Band Niederösterreich. Erste Ausgabe, Volkswirtschaftlicher Verlag Alexander Dorn, Wien, 1903. S 496

[4]…Adolph Lehmann’s allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Handels- u. Gewerbe-Adressbuch für d. k.k. Reichshaupt- u. Residenzstadt Wien u. Umgebung Wien, 1912/I/502

 

 

DE | TF | Zossen | Lager der Brauerei Johannes Herlth

Schnappschüsse [1] vom ehemaligen Lager der Zossener Brauerei [2].

Geschichte im Zeitraffer [3]:

1874 gegründet
1877 Brauerei W. Fiedler
1905 Brauerei L. Herlth
1845 Brauerei Johannes Herlth
1970 Brauerei Johannes Herlth OHG
1970 enteignet
1972 VEB (K) Brauerei Zossen
1982 VEB Brauerei Zossen
1982 geschlossen [3]

Bis 1996 bestand an der Adresse die Zernsdorfer Getränke GmbH [4], heute nutzt die Fa. Reifen KLEIN [5] den Standort.

Quellen:

[1]… Foto MM (2020)

[2]…Baudenkmale Zossen, 18.04.2021

[3]…Sammlerwebsite, 18.04.2021

[4]… Freundliche Auskunft Norbert Klein, Fa. Reifen Klein, 09.04.2021

[5]… Reifen KLEIN Zossen, 18.04.2021

 

DE | W | Wuppertal – Elberfeld | BAYER AG | 1908/1910

Historische Abzüge [1+2] von Glasnegativen der BAYER AG. Gezeigt werden Teilansichten des Werkes Elberfeld der Farbenfabriken Bayer Leverkusen. Die Fotos zeigen interessante Einblicke in den industriell genutzten Bereich entlang der Wupper. Deutlich zu erkennen sind neben Werksanlagen und historischen Gasbehältern u.a. die 1901 errichtete Trasse der Wuppertaler Schwebebahn
sowie das 1900 errichtete und mittlerweile stillgelegte Heizkraftwerk Elberfeld in seinem ursprünglichen Zustand anno 1908.
Eine Verortung der Kamerastandorte glückte anhand topographischer Details über Google Maps [3].
Herzlichen Dank für die Publikationserlaubnis dieser äußerst seltenen Industriedokumente an das BAYER-Werksarchiv [4].

 
Quellen:
[1]…Foto 162×113 mm, gestempelt: “FARBENFABRIKEN BAYER LEVERKUSEN-BAYERWERK”. Beschriftet: “Werk Elberfeld/Ansicht von Elberfeld/Neg Schachtel 7/Platte 104g”. Glasplattenzitat BAYER AG: “Bild Nr. 0-915, Teilansicht Werk Elberfeld (ganz links), im Vordergrund das Kraftwerk der Stadt Elberfeld”. Aufnahmejahr 1908. Eigentum schlot.at-Archiv.

[2]…Foto 230×160 mm, gestempelt: “FARBENFABRIKEN BAYER LEVERKUSEN-BAYERWERK”. Beschriftet: “Werk Elberfeld/Teilansicht der Fabrik/Neg Schachtel 7/Platte 1138/Pförtner 2”.
Glasplattenzitat BAYER AG: “Bild Nr. 0-1019, Teilansicht Werk Elberfeld”. Aufnahmejahr 1910. Eigentum schlot.at-Archiv.

[3]… GoogleMaps, Screenshot, ergänzt.

[4]…Bayer-Archiv, Leverkusen, Publikationsfreigabe für Quellen [1+2], erteilt am 28.07.2016

AT | 1060 Wien | Strick- und Wirkwarenfabrik Alfred MARSCHNER

Anno 1911 wurde in der traditionell textilindustriegeprägten Hornbostelgasse 3 für die bereits länger hier ansässige [1] Färberei und Appretur GUMPINGER Anton ein neues Fabriksgebäude für die Erzeugung von Weiß- und Futterwäsche errichtet. Architekt war Carl STÖGER [2,3].

1925 wurde das Unternehmen wie folgt kurz umrissen: „GUMPINGER Anton, VI, Hornbostelgasse 3: Bleicherei, Färberei und Weißwaren-Appretur; Inhaber: Anton, Franz und Hans G.; Spezialität: Linon-Appretur; Dampfbetrieb 80 PS, elektr. 40 PS. [4].

1938 bzw. 1943 firmierte an dieser Adresse bereits die Wirk- und Strickwarenfabrik AL-MA (Alfred MARSCHNER [5,6].

Ihr Gründungsdatum wird anno 1959 mit 1921/1932 angegeben [7].

1979 wurde die Firma wie folgt beschrieben: MARSCHNER Alfred, Strick- und Wirkwarenfabrik, Wien VI, Hornbostelgasse 3; [gegründet] 1921; Inhaber: Klara M., Prokura: Karl M.; Erzeugung: Damen-, Herren- und Kinderwäsche Marke AL-MA [8].

Am 16.04.1981 wurde die Firma aus dem Geweberegister gelöscht [9].

Das vorliegende Fotoalbum zeigt das Werk um 1938 [10].

Quellen:

[1]… Adolph Lehmann’s allgemeiner Wohnungs-Anzeiger (1910), Band 1 [Firmenverzeichnis]: Protokollierte Firmen nach den amtlichen Veröffentlichungen und auf Grund der Redaktion bekannt gewordener Änderungen, 481.

[2]…http://www.architektenlexikon.at/de/630.htm, 21.03.2021

[3]… Josef Lenobel, Verlagsbuchhandlung (1914): Lenobel‘s Adreßbuch der Häuser, Hausbesitzer und Hausbewohner von Wien […] VI. Bezirk, 35.

[4]… Compass Verlag (1925): Industrie-Compass Österreich 1925/26, 1. Band, 1577.

[5]…Telegraphendirektion für Wien, Niederösterreich und Burgenland (1938): Fernsprechnetz Wien-Amtliches Teilnehmerverzeichnis, 398.

[6]… Amtliches Fernsprechbuch Wien 1943, 308.

[7]… Compass Verlag (1959): Industrie-Compass Österreich 1959, 1316.

[8]… Compass Verlag (1979): Industrie-Compass Österreich 1979/80, 1308.

[9]… Freundliche Mitteilung Fr. MARSCHNER an schlot.at (2020).

[10]… Sammlung MARSCHNER, Gießhübl.

DDR | DD | VEB Elbe-Chemie Dresden | Gebrauchsgrafik/Cremetuben

Der VEB Elbe-Chemie Dresden ging aus den 1907 gegründeten Leo-Werken hervor und war von 1957-1989 Alleinhersteller für Mund- und Zahnpflegemittel in der DDR [1,2]. Dies zeigt sich gut anhand zweier hier gezeigter Zahnpastatuben, die offensichtlich für den Kosmetikerzeuger VEB Florena Waldheim-Döbeln produziert wurden.

Charakteristisch für ostdeutsche Produkte war neben der Angabe der HSL (Handelsschlüssellistennummer [4]), der Schl.Nr. ELN (Schlüsselnummer der Erzeugungs- und Leistungsnomenklatur, [5]) der Aufdruck des festgesetzten EVP (Einzelhandelsverkaufspreises, [6]). Gesundheitspflegemittel hatten ferner einen Kennbuchstaben und eine Kennziffer nach folgendem Aufbau zu führen [7]:

Zitat Anfang:

Gesetzblatt (GBl.) der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) Teil ⅠⅠ 1961, Seite 153 (GBl. DDR ⅠⅠ 1961, S. 153); Gesetzblatt Teil II Nr. 26 Ausgabetag: 3. Mai 1961 153 3. K = das Gesundheitspflegemittel ist für die Abgabe in Apotheken, Drogerien, Geschäften, in denen kosmetische oder sanitärhygienische Artikel zum Verkauf gelangen, und Friseurgeschäften zugelassen; 4. L = das Gesundheitspflegemittel ist für die Abgabe in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern, Diätlebensmittel- und Lebensmittelgeschäften zugelassen. (3) Die Kennziffer besteht aus folgenden 3 Zahlengruppen: 1. die Nummer des Bezirkes, in dem der Hersteller seinen Sitz hat, in römischen Ziffern, 2. die laufende Nummer der Eintragung und 3. die letzten beiden Ziffern des Jahres der Eintragung in das Verzeichnis der Gesundheitspflegemittel. Die Zahlengruppen sind jeweils durch einen Schrägstrich getrennt. § 3 Kennbuchstabe und Kennziffer sind in dieser Reihenfolge nebeneinander auf der äußeren und inneren Verpackung des Gesundheitspflegemittels anzugeben. Sie müssen deutlich lesbar und von einer geradlinigen Umrandung umgeben sein […].“

Zitat Ende

Die vorliegenden Aluminiumtuben [9-13] aus den 1970/80er Jahren wurden 2020 aus einer Müllschüttung in Brandenburg, Landkreis Teltow-Fläming, geborgen.

  • FLORENA elkadent P / prophylaktisch gegen Parodontose / [Gütezeichen für ausgezeichnete Qualität] [8] / Entfernt wirkungsvoll durch neuen Putzkörper Zahnbeläge und schränkt damit Parodontal- und Karieserkrankungen ein. Durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Wirkstoffe machen das Zahnfleisch widerstandsfähig gegen Erkrankungen. / 0,05 % Benzylnikotinat, 0,30 % Allantoin / K/XII/328/79 / HSL 83 41 000 / Inhalt 48 ml±1,5 ml / EVP 3,20 M / 12 Monate verwendbar / hergestellt am [?]1 [?] 82
  • Perlodont intensiv / Die blauen Farbstreifen mit dem Intensiv-Wirkstoff kräftigen das Zahnfleisch und fördern die Durchblutung. Zarter Putzkörper schont den Zahnschmelz, starke Schaumbildung erleichtert die Pflege. / p-Propylhydroxybenzoat 0,025 %, p-Methylhydroxybenzoat 0,075 %, Benzylnikotinat 0,05 % / K/XII/264/69 / HSL 83 40 28 / 48 ml / 2,50 M / hergestellt am 25 04 74
  • FLORENA Silca F / verstärkt reinigungsaktiv mit Fluor / Klinisch erprobt / Ein Spitzenprodukt für die Zahnpflege! Der Fluorwirkstoff mit Verweil-Faktor bietet den Zähnen vorbeugenden Schutz gegen Karies. Ein neuer Putzkörper unterstützt die Kariesprophylaxe durch gründliche Entfernung von Zahnbe[]ägen und unterdrückt die Ne[*]bildung von Zahnstein / 0,18 % Fluor / K/XII/332/79 / HSL 83 41 000 / Inhalt 48 ml±1,5 ml / EVP 2,90 M / hergestellt am 24 06 82 [*]… Lettern fehlen
  • FRISCHEKREM [Rest unlesbar]

Quellen:

[1]…https://www.dental-kosmetik.de, 27.09.2020

[2]…wiki, Leowerke, 27.09.2020

[3]…wiki, Florena, 27.09.2020

[4]…wiki, HSL, 27.09.2020

[5]…wiki, ELN, 27.09.2020

[6]…wiki, EVP, 27.09.2020

[7]…DDR-Gesetzblatt 1961 auf https://www.gvoon.de, 27.09.2020

[8]…wiki, Gütezeichen_(DDR), 27.09.2020

[9-12]…Funde im Eigentum von schlot.at

[13]…Fund im Eigentum von Achor e.V.