AT | BR | Uttendorf | Wienerberger

In Uttendorf, Bezirk Braunau am Inn, bestanden 1959 zwei Ziegeleien. Eine davon lag im Ortsteil Sonnleiten (sicher nicht der gegenständliche Standort), der andere Standort (Dampfziegelei Goldberger & Co) in Uttendorf selbst [1].

Heute betreibt Wienerberger das Werk Uttendorf an der Adresse Schloßberg 5. Dort werden Ziegel und Wandklinker gelagert [2]. Auf einer amtlichen Karte (1999) ist das Ziegelwerk eingetragen und es sind umfangreiche Abbaugräben nordwestlich des heutigen Werkgeländes kartiert [3].

Danke für das Foto (2012) und den Hinweis auf die Ziegelei an Andrea-Patrizia Bauchinger.

Quellen:

[1]…Compass Verlag (1959): Industrie-Compass 1959 Österreich. Wien. 414

[2]…Webauftritt Wienerberger, 02.06.2012

[3]…BEV (1999): Österreichische Karte 1:50.000, Blatt 46 Mattighofen

AT | S | Salzburg | “Union” Margarinewerk Salzburg Ges.m.b.H.”

Foto der denkmalgeschützten [1] ehemaligen Konsum-Unionwerke Salzburg. Danke an Andrea-Patrizia Bauchinger für die Überlassung des Fotos (Frühsommer 2012) und den Hinweis auf die Baulichkeit.

Die “Union” Margarinewerk Salzburg Ges.m.b.H.”, Standort Fanny-von-Lehnert-Straße 4 (heute 4-6)  wurde 1954 gegründet [2] und ging aus den früheren Union Lebensmittelwerken hervor [3].

1937 wurde von der Schließung der Fleischhauerei- und Konservenabteilung berichtet [3].

Das Unternehmen verfügte 1959 über einen 20 PS-Elektromotor. Am Standort wurden anno 1959 noch Margarineschmalz und Kunstspeisefett erzeugt [2].

Die Google Maps-Koordinaten (Länge und Breite) des etwas schwer zu ortenden Kamins sind: 47.815565, 13.044453

Quellen:

[1]…salzburgwiki, 01.06.2012

[2]…Compass Verlag (1959): Industrie-Compass Österreich 1959. Wien. 1701

[3]…Die Stadt Salzburg 1938, 01.06.2012

AT | BR | Mattighofen | Lederfabrik Vogl

Wir danken Fr.  Andrea-Patrizia Bauchinger für den Hinweis auf die aktive Lederfabrik Vogl und das überlassene Foto aus 2012.

copyright by Andrea-Patrizia Bauchinger (2012)

Die Firma Fr. Vogl stellte sich 1925 ihrer potentiellen Kundschaft folgendermaßen vor [1]:

  • 1200 Arbeiter
  • 3000 PS Dampfkraft
  • Erzeugung von Sohlenleder, Vache-, Ober- und Chromleder
  • Niederlassung in Salzburg

1959 finden sich keine Angaben zum Arbeiterstand, wohl aber das Gründungsdatum (1830) [2].

Die Fabrik beliefert anno 2012 vor allem Großkunden, beispielsweise aus der Automobilindustrie [3].

Siehe auch: AT | BR | Mattighofen | Lederfabrik VOGL | um 1930 (Beitrag vom 18.12.2021)

Quellen:

[1]…Compass Verlag (1925): Industrie-Compass 1925/26 Band I Österreich. Wien. 1275

[2]…Compass Verlag (1959): Industrie-Compass 1959. Wien. 1239

[3]…Webauftritt Firma Vogl, 31.05.2012

AT | 1200 Wien | Wiener Donausandwerke, etwa 1923

Historisches Foto [1] der 1909 gegründeten [2] Wiener Donausandwerke GmbH. Datiert auf ca. 1923 [1a].

Geschäftsführer war anno 1925 Ing. Josef Roßhaendler [2].

Die Werke hatten die Ordnungsnummer XX., Handelskai 1b [2],[3]. Dies ist bei Einmündung der Stromstraße in den Handelskai. Heute ist an dieser Stelle die Radfahrerrampe bei der U6-Station Handelskai situiert, die am Foto sichtbaren Gleise sind die letzten Meter der Donauländebahn vor der heutigen S45-Station Handelskai.

Der Betrieb lag zwischen Donau und Donauuferbahn, was am Foto sehr gut erkennbar ist. Durch diverse große Krananlagen war es möglich, Schiffe zu beladen und zu löschen. Ein System von hoch geführten Loren ermöglichte die Beladung von Eisenbahnwaggons von oben [1]. Die Donausandwerke dürften die Zwischenkriegszeit nicht überstanden haben. Sie sind weder in amtlichen Karten um 1933 noch im Wiener Telefonbuch 1943 nachweisbar.

Quellen:

[1]…Foto der Wiener Donausandwerke 118×90 mm: Eigentum Markus Mráz (schlot-Archiv)

[1a]…Freundliche Mitteilung nordbahnbertl 2012 (siehe Kommentare).

[2]…Compass Verlag (1925): Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26. Wien. 381

[3]…Artaria & Co. (um 1913): Plan Wien – 20. Bezirk Brigittenau 1:4.000. Nach Angaben des Städtischen Feuerwehrkommandos und nach dem General-Regulierungsplane des Wiener Stadtbauamtes revidiert im Institute der Verlagshandlung (Dr. K. Peucker). Wien

DE | B | Berlin | Chemische Fabrik E. Schering

Ungewöhnliches Schnappschussfoto der Chemie- und Pharmazeutikafabrik Schering in Berlin. Ohne den Schriftzug am Wasserspeicher des Kamins, der uns zu bildindex.de und zu einem sicheren Nachweis des Standortes Berlin führte, wäre es nur schwer möglich gewesen, die Lokalität zu bestimmen. Neben der bemerkenswerten Fabriksarchitektur zeigt die Aufnahme Angestellte in Laborkleidung sowie eine LKW-Anlieferung. Das Foto dürfte aus den Jahren 1955-1965 stammen. Wer bessere Datierungshinweise hat, möge uns bitte schreiben!

Näheres zu Schering beim Freundeskreis Chemie-Museum Erkner e.V.

AT | 1010 Wien | Hochhaus Herrengasse, Heizungsanlage

Exquisiter Blick auf die Kamine der Heizungsanlage des 1931 – 1932 errichteten [1] [2] 16stöckigen Hochhauses in der Wiener Herrengasse 6-8. Das Hochhaus ist nur der höchste Teil eines geschlossenen Häuserblockes, der die eigene Heizungsanlage im niedrigen Hoftrakt enthält [2].

Wir danken Marion Slunsky für die Anregung und das Foto.

Auf der Website der Stadt Wien, MA53, [3] findet sich eine alte Schrägansicht des Hochhauses, auf der bereits die beiden Kamine zu erkennen sind.

Quellen:

[1]…nextroom.at – Hochhaus Herrengasse, 10.05.2012

[2]…wiki Hochhaus Herrengasse, 09.05.2012

[3]…wien.gv.at – MA 53, 10.05.2012

AT | 1100 Wien | Schmidtstahlwerke AG

1892 wurde in Wien-Favoriten die Feilenfabrik Rudolf Schmidt & Co gegründet und ebendort mit 15 Arbeitern produziert. Per 09.10.1899 lag eine Baugenehmigung für eine neue Fabrik am späteren Standort (Favoritenstraße 213) vor. Die ursprüngliche Ausstattung des Werkes umfaßte eine Shedhalle mit Schmiede,  Schleiferei und Feilenhauerei, ein Kesselhaus (mit Gussenbauer-Kamin) und ein Maschinenhaus. Entlang der Straße waren die Büro- und Wohngebäude, eine Tischlerei, Magazine sowie die Härterei untergebracht [1].

1905 errichtete man eine neue Tiegelgußstahlhütte, 1910/11 ein großes Stahl-, Walz- und Hammerwerk, in dem u.a. ein 10t – Martinofen untergebracht war [1].

1914 wurde das Unternehmen in eine KG umgewandelt. Der erste Weltkrieg brachte eine Umstellung auf kriegswichtige Produkte mit sich. 1924 wurde als Gesellschaftsform des neu benannten Unternehmens “Oesterreichische Schmidtstahlwerke” eine AG definiert.

1925 stellte sich das Unternehmen den potentiellen Kunden wie folgt dar:

“Fabriken Wien und Steinabrückl, NÖ. Erzeugung von Edelstählen für alle Verwendungszwecke, Marke “Revolver”, Feilen Marke “Hufeisen”, Werkeuge [sic!] sowie Ajac [sic!]-Blattfederhämmer. Handel  mit Werkzeugen, Maschinen und Stahlwaren […] Spezialitäten: Schnelldreh-Revolverstahl, Werkzeugstahl, Qualitäts-Martinstähle, Konstruktionsstahl, Steinbohrerstahl, Schlangen- und Hohlbohrerstahl, Feilen Marke “Hufeisen”, Präzisionsfeilen, Werkzeuge aller Art, “Ajax”-Blattfederhämmer […]. [2]”

Es bestand ein Gleisanschluß an die Ostbahn, dessen nördlicher Anfang mit der Ankerbrotfabrik geteilt wurde. Für etwa 1933 sind zwei getrennte Werksgleise (von Osten her einmündend) nachgewiesen [3].  Freytag & Berndt [4] gibt 1936 und 1965 [5] ebenfalls 2 Werksgleise an.

Aus 1935 liegt ein werksinternes Foto [6] des Betriebes vor:

1937 patentierte man einen eisensparenden Beton-Sonderstahl (Torstahl) [1], [6].

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs erlitt das Werk zahlreiche Bombenschäden, das Walzwerk wurde erst 1953 wieder in Betrieb genommen. 1984 wurde noch produziert [1].

Mittlerweile ist das Fabriksensemble dem modernen Wohnbau gewichen.

Quellen:

[1]…WEHDORN, M., GEORGEACOPOL-WINISCHHOFER, U. (1984):
Baudenkmäler der Technik und Industrie in Österreich. Band 1: Niederösterreich, Burgenland. Böhlau, Wien. 40ff.

[2]… COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26. Wien. 425

[3]…Kartographisches, früher militärgeographisches Institut in Wien (um 1933): Plan des X. Wiener Gemeindebezirkes Favoriten 1:15.000. Wien

[4]…Kartographische Anstalt G.Freytag& Berndt A.G. Wien (1936): Gesamtplan von Wien, 1: 25.000. Wien

[5]…Freytag-Berndt u. Artaria-Wien (1965): Gesamtplan von Wien, 1: 25.000. Wien

[6]…Oesterreichische Schmidtstahlwerke AG (1935): Werksfoto 150×105 mm “Glück auf” vom 03.04.1935. Eigentum M.Mráz

[7]…COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959. Wien. 397

AT | 1120 Wien | Seifenfabrik Gottlieb Taussig

In der Schönbrunnerstraße 215 (heute Nr. 213-215)  war die 1854 gegründete Toilette-Seifen- und Parfümeriefabrik Gottlieb Taussig angesiedelt. Sie ist nicht mit der Wäschefabrik Otto Taussig am Gaudenzdorfer Gürtel zu verwechseln und verfügte 1925 über 40 PS Dampfleistung [1]. Das heute intensiv durch Dienstleister nachgenutzte Gebäude wurde um 1896 errichtet [2].

1959 hatte die in die Vivenotgasse 56 übersiedelte Fabrik des Gottlieb Taussig noch 102 Beschäftigte [3].

Das Gebäude in der Schönbrunnerstraße 213-215 weist noch einen schönen und gut erhaltenen Kamin an seiner Südwestseite auf.

 

Quellen:

[1]…Compass Verlag (1925): Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26. 997

[2]…Generalstadtplan Wien 1912, Wien Kulturgut, 18.04.2012

[3]…Compass Verlag (1959): Industrie-Compass Österreich 1959. 1638

AT | 1100 Wien | Abadie Papiergesellschaft AG

Die 1783 in Frankreich gegründete Spezialpapierfabrik [1] betrieb ab 1909 in der Wiener Davidgasse 92 eine Österreich-Filiale [2], die sich der Produktion von Zigarettenhülsen und Zigarettenpapierbücheln [2] sowie der allgemeinen Lithographie [3], speziell dem Plakatdruck [2] widmete.

1925 verfügte die Fabrik, die etwa 400 – 500 Arbeiter beschäftigte, über 200 Pferdestärken Maschinenleistung  [2].

Vom Beginn der 1930er Jahre stammen mehrere Innenansichten der Fabrik:

Büchelerzeugung:

Hülsenerzeugung:

Gummierung:

Ferner liegt eine interessante  Beschreibung der Produktionsschritte und der Anforderung an Zigarettenpapier vor:

1938 wurde das Unternehmen arisiert [4].

1941 übernahm die Z.P.A. Zigaretten-Papier-Kommanditgesellschaft Behr, Jaux & Co. [5] die Agenden der Abadie. Die Produktpalette wurde auf Servietten und Toilettenpapier erweitert [6].

Das Unternehmen wurde 1955 von Hans Behr alleine übernommen und mit dem Konkurrenzunternehmen “Altesse” verschmolzen [4].

Der Compass 1959 gibt für die beiden Unternehmen Z.P.A. Zigaretten-Papier-Kommanditgesellschaft Behr, Jaux & Co. und “Altesse” Hans Behr und Co. dieselbe Adresse (Davidgasse 92) an. Letzteres erzeugte 1959 insbesondere die Marke “Olleschau”[6].

Diese Papers sind bereits in der 1918 gegründeten Altesse-Fabrik in Wien III. hergestellt worden und lehnten sich nach der Übernahme der Abadie durch Altesse sehr am uralten Abadie-Design (Paper RIZ Abadie No. 460) an. Grundfarbe und Heftformat sind identisch.

1972 wurde Altesse/Abadie von den Austria Tabakwerken übernommen [4].

Mittlerweile kommen die Abadie-Papers wieder aus Frankreich [7].

Schließlich noch einige Abadie-Produktfotos:

  • Büchel RIZ Abadie No. 175bis (100er Packung ) mit Steuerstempel Z.P.A. (daher nach 1941)

  • Hülsen RIZ Abadie No.2 (100er Packung) – Papers RIZ Abadie No. 460 (schmal) – Papers RIZ Abadie No. 175bis (alt links, etwas neuer rechts)

  • Packungsinhalt alte RIZ Abadie No. 175bis: Büchel, bedruckter Grundkarton, Paper mit Wappen und Wasserzeichen

  • Altesse und Abadie werden eins (um 1955): Ex-Konkurrenzprodukt Altesse-“Olleschau” ändert Farbe und Format und kommt auf Abadie No. 460 -Linie.

alle Papers und Hülsen im schlot-Archiv.

Quellen:

[1]…Abadie Papiergesellschaft A.G. Wien (um 1930): Flaggen und Wappen der Welt. 2. Band. Eigenverlag, Wien; 8

[2]…Compass Verlag (1925): Industrie-Compass Band I 1925/26 Österreich. 1374

[3]…Compass Verlag (1925): Industrie-Compass Band I 1925/26 Österreich. 1422

[4]…wiki Davidgasse, 18.04.2012

[5]…Amtliches Fernsprechbuch Wien 1943. 591

[6]…Compass Verlag (1959): Industrie-Compass Österreich 1959. 1471 bzw. 1472

[7]…wiki Abadie, 18.04.2012

DE | GG | Rüsselsheim | Opel – Werke

Adam Opel und Blitz, soweit das Auge reicht. Bei einer Fahrt mit dem ICE durch Rüsselsheim merkt man die gewaltigen Dimensionen des Werkes. Fotos MM (2012).

Opel wurde 1862 gegründet [2] und stellte früher neben Autos u.a. Nähmaschinen (Ursprungsprodukt) und von 1886-1940 auch Fahrräder her [3].

Anbei drei Fotos des Werkes und zwei Bilder eines im schlot.at-Archiv befindlichen Ausbildungsbuches für Opel-Mechaniker [1], Grundkurs für die Modelle “Rekord” und “Kapitän”, Ausgabe Dezember 1957.

 

Quellen:

[1]…Kundendienstschule der Adam Opel Aktiengesellschaft Rüsselheim am Main.

[2]…Opel – Website, Geschichte, 13.04.2012

[3]…wiki Opel, 13.04.2012

AT | WL | Haiding/Krenglbach | Ziegelei Weixelbaumer, heute Wienerberger

Schnappschuss aus dem ICE auf die 1874 gegründete  Ziegelei K. & J. Weixelbaumer. Die Ziegelei beschäftigte 1959 80 Arbeiter und verfügte über einen Elektromotor mit 270 PS [1].

Das Werk wird derzeit als Standort der Wienerberger Ziegelindustrie AG  genutzt. Es werden gem. Zertifikat aus 2010 Porotherm Mauerziegel erzeugt [2]. Fotos MM (2012).

Quellen:

[1]… Compass Verlag (1959): Industrie-Compass Österreich 1959. Wien, 415

[2]…Webiste Wienerberger, 13.04.2012

AT | 1190 Wien | Papierfabrik Schnabl/Samum

Die chemische Produkten- und Zigarettenpapiererzeugung Jacob  Schnabl& Co. wurde 1859 gegründet [1].

Die Fabrik erzeugte und vertrieb vorerst Tinte, Schuhwichse und Nachtlichter und nahm bald die Produktion von Zigarettenpapierhülsen und – bücheln auf. 1869 wurde ein Haus in Wien-Wieden (4. Bezirk) als Produktionsstätte ausgewählt. 1880 wurde zur Qualitätssteigerung die Papierstreicherei aufgenommen. Um 1890, als die Fabrik bereits an die 500 Arbeiter beschäftigte, wurde  das Werksgelände auf das Nachbarhaus in Wien IV ausgedehnt. Um 1900 wurden ca. 700 Arbeiter beschäftigt. Nach der Zerstörung beider Fabriksgebäude durch Feuer im Oktober 1907 wurde der Neubau einer modernen Fabrik in Wien XIX beschlossen. 1909 wurde am Standort Döbling, Kreilplatz 1, mit etwa 1000 Arbeitern die Produktion unter der Leitung von Josef Schnabl (Sohn des Jacob Schnabl) aufgenommen. Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Produktpalette auf  Servietten und Toilettenpapiere erweitert. [2]

Die Chromo- und  Buntpapierproduktion wurde ab der Zwischenkriegszeit forciert, wobei diese spätestens ab 1946 nach Breitenau am Steinfeld, Bezirk Neunkirchen, ausgelagert wurde [3].

Der Firmenname “Samum Vereinigte Papierindustrie KG” wurde erst mit Übernahme des Werkes durch die Creditanstalt nach Machtübernahme Hitlers in Österreich eingeführt [2].

1959 wurden folgende Produkte hergestellt: Bunt- und Chromopapiere (Breitenau), Zigarettenpapier und -hülsen der Marken “Samum” und “Awafi”, Photopapiere “Austron”. [4]

Eine Festschrift zum 100jährigen Firmenjubiläum wurde 1959 publiziert [2].

Das ehemalige Hauptgebäude steht heute unter Denkmalschutz [5] und wurde in den Komplex des Einkaufszentrums Q19 integriert.

Anbei eine kleine Übersicht über die Wiener Produktion:

1954: Werksansicht Döbling, Kreilplatz 1, heute Q19.
1954: Werksansicht Döbling, Kreilplatz 1, heute Q19.
1954: Fotopapiere der Sorte "Austron": Technische Eigenchaften
1954: Fotopapiere der Sorte "Austron": Technische Eigenschaften von "Bromaton", "Atelier" und "Tonsaro". Flugblatt.
1954: Herstellungsschema von Fotopapier auf Barytbasis
1954: Herstellungsschema von Fotopapier auf Barytbasis
1954: Fotopapierherstellung: Emulsions-Aufbereitung und Applikation auf Papier
1954: Fotopapierherstellung: Emulsions-Aufbereitung und Applikation auf Papier
Zigarettenhülsen "AWAFI"
Zigarettenhülsen "AWAFI"
Samum - Papers: Heftchen
Samum - Papers: Heftchen
Samum - Paper: Einzelblatt mit Wasserzeichen
Samum - Paper: Einzelblatt mit Wasserzeichen

Quellen:

[1]… COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Österreich Band I 1925/26; Wien. 910+1384

[2]…biographien.ac.at, J. Schnabl, 05.04.2012

[3]…Lehrerarbeitsgemeinschaft Neunkirchen (Hrsg, ca. 1967): Mein Heimatbezirk Neunkirchen. Heimat- und wirtschaftskundliche Arbeitsblätter des Bezirkes Neunkirchen. Franz Feilhauer OGH, Neunkirchen. 102 ff.

[4]…COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959. Compass Verlag,  Wien. 1481

[5]…Website Schmidt Reuter, 05.04.2012

AT | 1100 Wien | Maschinenfabrik der StEG (Staats-Eisenbahn-Gesellschaft)

Die 1839 – 1930 bestehende Maschinenfabrik der StEG [1] lag zwischen Süd- und Ostbahnhof in Wien-Favoriten, hart an der Grenze zum 4. Bezirk. Sie war neben der Lokomotivfabrik Sigl, der Lokomotivfabrik Floridsdorf und der Lokomotivfabrik Krauss eine der großen österreichischen Vertreterinnen ihrer Art.  Mittlerweile ist das ehemalige Fabriksgelände den Bautätigkeiten zur Errichtung des neuen Hauptbahnhofes gewichen.

Anbei ein undatierter Plan des Werkes, wohl aus der Endphase der Produktion, also um 1930. Der zentrale Werksbereich bestand aus einem Administrationsgebäude, der Dreherei Süd, der Schmiede und einer hydraulischen Presse. Der Westteil entlang der Südbahngleise bestand aus einer Eisengießerei, der Dreherei West, einer Lackiererei sowie der Montierung, einer südöstlich daran grenzenden Metallgießerei und einer Bauhütte. Im Ostteil entlang der Ostbahngleise lagen eine Kesselschmiede, ein Kesselhaus, ein Rauchfang, eine Winkelschmiede und ein Drehkran. Im südlichen Werksareal waren eine Reihe von Nebengebäuden  oder – räumen untergebracht. Erwähnt werden hier eine Garage, der Wagenbau, die Tischlerei, die Modelltischlerei (Gußformen!), eine Lehmmühle, ein Metallmagazin, ein Mutternmagazin und zwei Eisenmagazine.

Werksplan um 1930.Copyright schlot.at - Archiv (2012)
Werksplan um 1930. Copyright schlot.at - Archiv (2012). Lichtpause.

Als Produktbeispiele der Fabrik anbei mehrere Lok-Konstruktionszeichnungen.

07.09.1912: Projekt einer B1 - gek. Kranlokomotive Spurweite 1435 mm
03.08.1909: Projekt einer B1 - gek. Kranlokomotive Spurweite 1435 mm. Firmenstempel 07.09.1912. Lichtpause.
”]01.06.1923: 1C1 - Personen- und Schnellzugslokomotive BBÖ 1029 - später ÖBB 1073.
09.03.1925: Projektierte 35 PS - Lokomotive für 760 mm Spurweite.
09.03.1925: Projektierte 35 PS - Lokomotive für 760 mm Spurweite. Blaupause.

Mehr Lokpläne der StEG im schlot-Archiv.

Quellen:

[1]…wiki StEG, 04.04.2012

[2]…Freundliche Auskunft Dipl.-Päd. Thomas Wohlmuth, Neunkirchen

Alle Pläne befinden sich als zeitgenössische Blau- oder Lichtpausen im schlot-Archiv.

AT | 1070 Wien | Gießerei R. Geburth

1862 wurde im siebenten Wiener Gemeindebezirk (damals noch ein Vorort)  in der heutigen Kaiserstraße 71 die Gießerei Rudolf Geburth gegründet.

1925 stellt sich das an die Erben übergebene Unternehmen als “Metall- und Eisenwarenfabrik” und als “Emaillierwerk” vor. Es wurden mit 100 Arbeitern und 35 PS Kraftantrieb Öfen, Sparherde, transportable Küchenherde, Heizapparate und Dörrapparate hergestellt. Weiters wurden Emaillierungen durchgeführt und eine Lohngießerei betrieben [1].

Aus dem Jahr 1930 liegt ein ramponiertes Fabriksfoto [2] vor, das 17 Mann mit zwei Gußpfannen zeigt. Es könnte sich um Mitarbeiter der Lohngießerei handeln.

1943 ist das Werk im Wiener Telefonbuch verzeichnet. Dem Eintrag zufolge wurden am Standort Wien VII/62, Kaiserstraße 71 ein Eisenwerk und eine Graugießerei betrieben. Es wurden Dauerbrandöfen, Herde, Gasgeräte, Großkochanlagen, Zentralheizungs- und Lüftungsanlagen, Großraumheizungen, Badeöfen, Warmwasseranlagen erzeugt [3].

1949 inserierte das Unternehmen als Erzeuger von Öfen, Herden, Koch- und Kühlanlagen (Novum gegenüber 1925) [4].

1953 ist das Werk ebenfalls in der Kaiserstraße 71 nachweisbar [5].

1959 bestand neben dem Sitz in der Kaiserstraße 71 bereits ein zweites Werk von Rudolf Geburth’s Erben in Wien – Liesing, Siebenhirtenstraße 15. Die Produktpalette umfaßte nunmehr Öfen, Herde, Kochanlagen , Großraumöfen, Warmluftheizungen, Kamine, Lüftungsanlagen, Kessel und Selchen, Gasöfen, Gasherde, Gasdurchlauferhitzer, Infra-Gasstrahler und Infra-Koks-Kaminöfen. Es wurden weiters Lohnemaillierungen durchgeführt und Grauguß betrieben [6]. Es ist anzunehmen, daß die meisten der gegenüber 1943/49 neuen Produkte in Siebenhirten gefertigt wurden.

Nach der  1962 erfolgten Herausgabe der Festschrift zum 100jährigen Firmenjubiläum verschwinden die Spuren der Gießerei langsam [7].

2012 ist an der alten Adresse u.a. ein Zielpunkt-Markt eingerichtet [8]. Ein schwacher Trost zum potentiellen 150jährigen Firmenjubiläum.

Quellen:

[1]… COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26. Wien. 537

[2]… Werksfoto R. Geburth (1930) 184x135mm im Eigentum des schlot-Archives (2012)

[3]… Amtliches Fernsprechbuch Wien, 1943. 130

[4]…Österreichischer Maschinenmarkt und Elektrowirtschaft, IV. JG, Heft 16/17,   15.09.1949. Werbeteil

[5]…Amtliches Telephonbuch Wien 1953 | II. Teil – Berufs- und Branchenverzeichnis. 319

[6]…COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959; Wien. 965

[7]…booklooker.de, 10.03.2012

[8]…oeffnungszeiten.de, 10.03.2012

AT | LE | Leoben-Göss | Gösser Brauerei

Foto [3] der 1860 gegründeten [2] Gösser Brauerei.

  • Jahresproduktion 1923/24: 320.446 hl Bier [1]
  • Jahreskapazität 1957/58: 650.000 hl Bier [2]

Quellen:

[1] COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26. Wien. 832

[2] COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959; Wien. 1714

[3] Foto MM (2011)