Laufendes Industriegeschichte – Projekt | Steyr Waffenrad – Datierung

schlot.at bietet ab sofort eine Datierungshilfe für Ihr altes Steyr Waffenrad an. Sie haben ein richtig altes echtes Waffenrad mit Holzgriffen oder viel Rost und wollen wissen, wie alt das Rad ist und wo es gebaut wurde? Hat es vielleicht solch einen Metallschriftzug oder diesen Schriftzug als Aufkleber am oberen Rahmenrohr?

Kein Problem:  Seit meiner Publikation:

Markus Mráz: Zur Erkennung und Datierung von Steyr-Waffenrädern von 1918 bis 1940. In: Der Knochenschüttler: Zeitschrift für Liebhaber historischer Fahrräder und Hilfsmotoren. – Leipzig: Maxime Verlag – Bd. 39 (2007), S. 8-12; ISSN 1430-2543

hat sich der Bestand meiner Rahmennummernsammlung bis 1942 deutlich erweitert und ich sehe mich in gewissen Zeitbereichen in der Lage, über Interpolation von Rahmennummern zum Baujahr des zu beforschenden Steyr Waffenrades zu gelangen.

Ferner habe ich selbst mehrere weitere valide Datierungskriterien entwickelt und kann daher auch Aussagen über Fahrräder treffen, die in schlechtem Originalzustand vorliegen (falsche Felgen etc, Fehlen der Freilaufnabe etc.) .

Gerne erarbeite ich mit Ihnen persönlich im Mailkontakt eine möglichst genaue Datierung Ihres alten Steyr-Waffenrades und berate Sie in puncto Wert des Rades und allfälliger nötiger Renovierungsschritte oder -strategien.

Senden Sie mir Ihre Anfrage, am besten mit Foto des Rades von links und Mitteilung der Rahmennummer. Die Rahmennummer finden Sie bei den hier behandelten Rädern links an der Sattelmuffe – siehe Foto – oder bei älteren Damenrädern am Oberende des Sattelrohres (Vorderseite, siehe ebenfalls Foto).

Freundliche Grüße

Markus Mráz

UA | Odessa | Стальканат (Stalkanat)

Dieser von der Dimension her gewaltige Betrieb – heute OJSC “Stalkanat” genannt – findet sich etwas süd-westlich des Bahnhofs.
Das Areal wird durch eine Straße grob gesagt in eine Nord- und eine Süd-Hälfte geteilt. Verwaltungsgebäude und Haupteingang liegen im nördlichen Teil. Produziert wurden und werden noch immer Stahlseile und -drähte.

Als Gründungsjahr gilt 1806, allerdings befand sich die ursprüngliche Fabrik an einem anderen Standort, an dieser – mir persönlich gut bekannten – Kreuzung (siehe Google Maps). Der heutige Straßennahme “Kanatnaya” (Seilstraße) deutet darauf hin. Wann der heutige Standort bezogen wurde, lässt sich nicht klar aus der Quelle ermitteln, möglicherweise 1925 im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau, nach dem Entstehen der Ukrainischen Sozialistische Sowjetrepublik 1919 und deren Eingliederung in die 1922 gegründete UdSSR (siehe de.wikipedia.org).

Quelle und weitere Infos zum Unternehmen und dessen Geschichte finden sich auf der Unternehmenswebsite (auf Englisch).

Fotos: CS (04/2010)

schlot_map (bei Google Maps): nördlicher und südlicher Teil (jeweils Standort des Schlots) Weiter…

A | St | MU | Eisengießerei Turrach (vor 1662-1978)

Foto der Eisengießerei Turrach, ca. 1905 auf Postkarte.

Die Eisengießerei Turrach an der steirisch-kärntnerischen Grenze bestand seit mindestens 1662 bis 1978 und war neben den Gießereien St. Stefan und Gußwerk die drittbedeutendste Gießerei der Steiermark. Anbei einige Daten zu Geschichte und Ausstattung:

  • um 1480: Entdeckung der lokalen Erzlagerstätten
  • bis 1662: Betrieb eines Stuckofens
  • 1662: Errichtung eines Floßofens anstelle des Stuckofens
  • 1820: Werksbestand: Blahofen, Verweserhaus, Wohngebäude, Schmiede
  • 1826: neuer Hochofen und neue Werksgebäude, Anthrazit als Brennstoff löst Holz ab
  • 1848: zwei neue Kupolöfen,neue Modelltischlerei für Detail-Gußeisenerzeugung
  • 1863: erste Bessemer-Birne auf dem Kontinent (!) als verfahrenstechnische Pionierleistung
  • 1978: Abriß der Werkes

Erzeugnisse waren u.a.: Bügelstacheleisen, Kessel und Töpfe aus Gußeisen, Druckkochtöpfe, Gewichte, Böller, Mörser, Herdplatten, Ambosse, Uhrgewichte, Glocken, Wasserrohre, gußeiserne Dachziegel, Pfannen, Gedenk- und Erinnerungstafeln.

Quelle und Bildnachweis:

METLAR, R. (1984): Die steirisichen Eisengießereien (mit Ausnahme des Gußwerkes Mariazell). In: ROTH,P.W. (Hrsg.): Erz und Eisen in der grünen Mark. Beiträge zum steirischen Eisenwesen. 293ff

Das heutige Turracher Wappen führt noch die 1863 hier erstmals in Europa installierte Bessemerbirne sowie das alchemistische Zeichen für Eisen.

schlot_map (bei Google Maps)

[googlemaps http://maps.google.at/maps/ms?ie=UTF8&hl=de&oe=UTF8&start=200&num=200&t=h&msa=0&msid=114207467168440045430.00045e0378ac07fc44e68&ll=46.962565,13.885281&spn=0.002929,0.006416&z=16&output=embed&w=300&h=200]

NK | Hirschwang | Schoeller&Co, Kartonfabrik, früher Eisen- und Stahlwerk

Nachweise der ab 1888 erfolgten Holzwaren- bzw. Kartonproduktion am Standort Hirschwang:

  • Rechnung der Hirschwanger Holzschleiferei und Holzstoffwarenfabrik Schoeller & Co vom 07.07.1904. Schoeller&Co initiierte die Errichtung einer normalspurigen Materialbahn von ihrem Lager am Payerbacher Bahnhof nach Hirschwang. Die Firma wurde 1916 an die Neusiedler AG verkauft. [2]
  • Detailkarte Payerbacher Bahnhof 1909 mit dem Holzlager der Fa. Schoeller [3]. Eingezeichnet sind alle Gleise, alle Weichen samt Numerierung, die Verladerampe  sowie alle Gebäude (Heizhaus, Kesselhaus, Aufnahmsgebäude, Nebengebäude, Magazin, Werkzeughütte etc.). Im linken Bildteil der eingefriedete Lagerplatz der Firma Schoeller&Co mit Stichgleis vom Bahnhof. Bemerkenswert sind eine eigene Drehscheibe für dieses Stichgleis am Bahnhofsareal sowie die Zweiteilung des Gleises ab der Einmündung in das Lagerplatzgelände Schoeller&Co. Zufahrt für Fuhrwerk getrennt vom Gleis (links im Bild).
  • AK von Hirschwang aus ca. 1960 [4], deutlich zu sehen das Gelände der Kartonagenfabrik Hirschwang, die heute noch unter dem Konzern Mayr-Melnhof am Eingang zu  Höllental besteht.

Kurzzusammenfassung:

Das Areal wurde von 1660 – 1888 als Eisenwerk genutzt, vgl. dazu den Artikel über den nahen Flossofen Edlach. Danach erfolgte die Umgestaltung in eine Kartonfabrik, die nach mehreren Eigentümerwechseln bis heute besteht.

Quellen:

[1] Lehrerarbeitsgemeinschaft Neunkirchen (Hrsg, ca. 1967): Mein Heimatbezirk Neunkirchen. Heimat- und wirtschaftskundliche Arbeitsblätter des Bezirkes Neunkirchen. Franz Feilhauer OGH, Neunkirchen. S.103ff

[2]: Schienenbahnen

[3]+[4]: Eigentum Schlot-Archiv

schlot_map (bei Google Maps)

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St | MZ | Mürzzuschlag | Schoeller-Bleckmann Werk Mürzzuschlag

Schrägluftbild aus ca. 1960 des ersten Schoeller-Werkes in Österreich, Mürzzuschlag. Die Gründung erfolgte um 1868 als Werkzeugfabrik und Stahlformgießerei. 1874 wird ein Martinofen in Betrieb genommen, 1880 werden bereits 4 Hochöfen betrieben und das nahe Werk Hönigsberg nimmt als Feinblechwalzwerk die Produktion auf.

Quelle:  Schoeller-Bleckmann (Hrsg., 1962): Bericht zum hundertjährigen Bestand der Edelstahlwerke, Druck und Verlagsanstalt “Vorwärts”, Wien.S.11ff. Chronik im Eigentum schlot_archiv.

schlot_map (bei Google Maps)
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AT | 1120 Wien | Zeman Stahl

Der Schornstein lässt sich trotz seiner Größe nur von der Arndtstraße aus sehen. Da er inmitten des Baublocks steht, lässt sich nicht direkt erkennen, welcher Adresse er zuzuordenen ist. Meine Vermutung: Zeman Stahl in der Schönbrunner Str 213-215.

Einen besseren Einblick gibt maps.bing.com

schlot_map (bei Google Maps)

[googlemaps http://maps.google.at/maps/ms?ie=UTF8&hl=de&oe=UTF8&num=200&start=200&t=h&msa=0&msid=114207467168440045430.00045e0378ac07fc44e68&ll=48.183915,16.335618&spn=0.000715,0.001609&z=18&output=embed&w=300&h=200]