AT | 1030 Wien | Joseph Voigt & Companie | Lagerhaus/Mühle/Drogenappretur | 1935

Die 1714 gegründete Wiener „Specerey-, Material- und Farbwarenhandlung“ „Zum schwarzen Hund“ wurde 1806 von der Industriellendynastie Voigt übernommen und das Unternehmen zu einer bedeutenden Drogeriekette erweitert. 1892 entschloss man sich, im heutigen Bezirk Wien-Landstraße ein Grundstück für die Errichtung eines großen Lagerhaus- und Fabrikskomplexes mit Mühlen, Stampfen und Schneidemaschinen zu erwerben [1], um die eigenen Drogerien versorgen zu können. Die Bausubstanz der Fabrik wird mit 1893 datiert [2].

Das vorliegende Foto aus 1935 [3] zeigt diese Lager-, Manipulations- und Produktionsstätte in der Göllnergasse 15. Die baulichen Einrichtungen werden auf einem zeitgenössischen amtlichen Bezirksplan als „Lagerhaus und Drogenappretur“ bezeichnet [4].

Neben einem Kesselhaus samt Kamin wird auf der Fotografie der Einsatz einer schmalspurigen Rollbahn zum Materialtransport im Fabrikshof gezeigt. Ein voll beladenes zweispänniges Fuhrwerk steht gerade auf der Brückenwaage, zeitgleich wird ein großvolumiges Faß mittels Rohrleitung befüllt.

Sämtliche weiteren gesichteten Firmendaten beziehen sich leider auf das Unternehmen allgemein bzw. die Filialen und nicht auf das hier abgebildete industriegeschichtlich relevante Lagerhaus.

 

Quellen:

[1]…VOIGT Alfred, biographien.ac.at, 06.12.2019

[2]…Wien Kulturgut, 06.12.2019

[3]…Foto 168×121 mm auf Agfa Brovira matt, bezeichnet: „Sommer 1935 bei Fa. Jos. Voigt & Co, Wien III, Göllnergasse 15; Gribitzer mit schwerem Fuhrwerk; Tomaschek, Pindur, Musil +1939, Benedikt“; Eigentum Archiv schlot.at (2018)

[4]…Plan des III. Wiener Gemeindebezirkes Landstraße, Maßstab 1:10.000. Kartographisches, früher militärgeographisches Institut, um 1935

AT | 1030 Wien | Fernheizwerk Arsenal II

Derzeit (2014) ensteht im östlichen Bereich des ehemaligen Wiener Arsenals ein neues Fernheizwerk in unmittelbarer Nähe eines von uns dokumentierten Kamines [1], der zum alten Fernheizwerk Arsenal gehören dürfte [2].

Geplante Fertigstellung ist derzeit 12/2015 [3]. Nähere technische Infos liefern BGG [4] und wienenergie [5].

Auszug betreffend des neuen Kamines aus wienenergie online  [5]:

“[…] Nun wurden die Kamine für das neue Fernheizwerk aus Dänemark angeliefert und eingehoben. Dieser besteht aus drei Teilen, wobei der größte ca. 32 Meter lang und über 23 Tonnen schwer ist. […]”

Quellen:

[1]…schlot.at (CS), Kamin im Bereich Arsenal, 2007

[2]…Freytag – Berndt & Artaria KG (1972): Grosser Buchplan Wien. Berichtige Auflage 1972, 196.-250. Tausend); Eigenverlag, 46

[3]…meinbezirk.at – Fernheizwerk Arsenal, angefragt am 24.03.2014

[4]…BGG – Fernheizwerk Arsenal, abgefragt am 24.03.2014

[5]…wienenergie – Fernheizwerk Arsenal, abgefragt am 24.03.2014

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AT | 1030 Wien | Desinfektionsanstalt der Stadt Wien

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Abbruch 2013/10/29
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Abbruch 2013/10/29

Am Standort Hüttenbrennergasse 6, 1030 Wien, befindet sich die Desinfektionsanstalt der Stadt Wien, ihreszeichens Schlotstandort – vermutlich aufgrund der nötigen Dampfproduktion.

An dieser Adresse werden bei Bedarf Entlausungen durchgeführt. Am Standort arbeiteten 2007 ca. 20 Personen, zu deren Aufgaben auch Entwesungen im Bereich der Stadt Wien gehören, beispielsweise die Desinfektion von Wohnungen, in denen Faulleichen gefunden wurden oder die Beseitigung von Ungezieferbefall in Wohnungen. Im Auftrag eines Krankenhauses werden Dampfdesinfektionen von Matratzen durchgeführt – Stand 2007 [1]. Damals verfügte die Anstalt auch über eine mobile Dekontaminationseinheit, mittels derer eine Dekontamionationsstraße, wie sie für ABC-Abwehrszenarien von Bedeutung ist, errichtet und betrieben werden kann.

Zum Gebäudeaufbau wurde 2007 Folgendes konstatiert [1]:

Zitat Beginn:

“Die von der Desinfektionsanstalt genutzten Gebäude sind um einen Hof gruppiert. Auf der linken Seite  – von der Einfahrt kommend – befindet sich ein dreigeschossiger Gebäudetrakt, in dem im ersten Stock Büros und im Erdgeschoß ein permanent besetztes Dienstzimmer, eine Küche, ein Vortragsraum sowie  diverse Garderoben und Aufenthaltsräume für das Personal untergebracht sind. Im Keller des Gebäudes befindet sich eine Wärmeübernahmestation für die von der Fernwärme Wien gelieferte Wärmeenergie.
Im rückwärtig gelegenen Trakt befinden sich die Desinfektionsräume für die  Dampfdesinfektion (drei Dampfkammern) sowie eine Formaldehydkammer. Die Räume in diesem Bereich sind strikt getrennt in Räume der “reinen” und der “unreinen” Seite und durch die Desinfektionskammern bzw. die Formaldehydkammer miteinander verbunden. Material, das zu desinfizieren ist, wird von der “unreinen” Seite in die Desinfektionskammern bzw. Formaldehydkammer eingebracht und nach der Behandlung von der “reinen” Seite her entnommen. Der Dampf für die Kammern wird mittels eines öl- oder eines gasbefeuerten
Dampferzeugers hergestellt. In demselben Gebäude sind auch ein Öllagerraum sowie eine Werkstätte untergebracht. Hinter dem Gebäude ist der Aufstellungsort für das Notstromaggregat.
Im straßenseitigen bzw. im rechten Trakt befinden sich Garagen, ein Lagerraum für brennbare
Flüssigkeiten sowie diverse weitere Lagerräume.”

Zitat Ende

Aus einem gescannten Stadtplan aus 1912 [2] geht 1908 als Erbauungsjahr der ersten an der Adresse ansässigen Sanitätsstation hervor.

Die 2011 eruierbaren Öffnungszeiten sind gemäß Aushang am Eingang Hüttenbrennergasse 6:

Montag bis Freitag 7-11:30 Uhr
Jeden 1. Freitag im Monat geschlossen.

Am 29.10.2013 wurden Abbrucharbeiten am Kesselhaus festgestellt.

[1] Bericht der MA15-Kontrollamt über die Desinfektionsanastalt 2007 – 21.07.2011
[2] Kulturgut Wien- 21.07.2011

1030 Wien | Heilmittelwerke Wien 1949

Scans aus der Festschrift “30 Jahre Heilmittelwerke Wien”, die ein gutes Bild über einzelne Produktionsbereiche und die damalige Verfahrenstechnik geben. Die Fabrik bestand am Rennweg 12, wurde 1919 gegründet. An gleicher Stelle war bereits seit 1794 der Sitz der damaligen “Militärmedikamentendirection”.

1919 als “Österreichische Heilmittelstelle Gemeinwirtschaftliche Anstalt” gegründet, trug die Anstalt wesentlich zur notdürftigen sanitären und medikamentösen Versorgung der Bevölkerung der 1. Republik und des Ständestaates bei. 1940 wurde der Betrieb in “Heilmittelwerke Wien” umbenannt.

Bis 1947 befanden sich sämtliche Labors und Produktionsstätten am Rennweg 12. Kriegsschäden und die nötige Expansion zwangen das Unternehmen, einen Teil der Produktion nach Wien-Favoriten auszulagern.  Festschrift im Eigentum des schlot_archives.

Verortung folgt.

Klassisch: Noch 1949 kam alles aus einer Hand:

  • Arzneipflanzenanbau und -ernte
  • Impfstoff- und Serumproduktion
  • Medikamentenproduktion
  • Medikamentenverpackung
  • Verbandstoffproduktion

1030 Wien | ehem. Inlandsschlachthof | ARENA

Der ehemalige Inlandsschlachthof St. Marx in der Baumgasse 80 wird heute als ARENA-Areal für diverse Konzerte und Veranstaltungen genutzt. Fotos MM 2009 bzw. die vom FM4 Geburtstagsfest CS 2010.

Im offiziellen FM4-Fotobericht findet sich (nach etwas Scrollen) auch eine Aufnahme des Schornsteins von der OpenAir-Bühne aus gesehen (siehe: fm4.orf.at)

Link zur Arena.

schlot_map (bei Google Maps)

1030 Wien | Henkel – Persil: Schornstein 2009, 2011 abgetragen!

Alter Standort in der Fritz Henkel-Gasse an der Erdberger Lände. Schlot mit PERSIL-Schriftzug, abgetragen 2011, Repro-Werbung.

Nach einem Hinweis, daß der Schlot per 07.07.2011 bereits abgetragen sein soll, machte sich die Gruppe Schlot am 09.07.2011 auf den Weg zum Standort und erhielt die Genehmigung, die Reste des Kamins fotografisch festzuhalten. Der technisch/statisch noch intakte Schornstein mit dem berühmten PERSIL-Schriftzug wurde im Zuge der Kesselhausabtragung (07/2011) in ca. einwöchiger Arbeit maschinell rückgebaut. Per 09.07.2011 bestanden noch Reste der Basis. Darum herum lagen Schornsteinziegel vieler Dimensionen und aus mindestens zwei Materialien. Danke für den Tip (tazman) und den Zutritt am Samstag (Fa. Henkel). Somit haben wir vorher-nachher-Fotos vom Kesselhaus und Kamin (2009-2011).

Ferner hat die Gruppe Schlot im Archiv ein Päckchen Sil-Waschmittel der Persil Gesellschaft m.b.H Wien aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, das auch abgebildet ist.

Fotos MM 2009 und 2011.

Produktfotos:

Link zu Henkel Austria | Unternehmensgeschichte

schlot_map (bei Google Maps)

[googlemaps http://maps.google.at/maps/ms?hl=de&ie=UTF8&msa=0&msid=208860042593462835970.00045e0378ac07fc44e68&t=h&ll=48.202217,16.398109&spn=0.000715,0.001604&z=18&output=embed&w=300&h=200]

Wien | Gasometer, Gasregelstationen und Leitungssystem 1931

Quelle des Planes: Graßberger et al. (1932): Abhandlungen aus dem Gesamtgebiete der Hygiene | Heft 8 | Über das Odorieren von städtischem Leuchtgas. II. Mitteilung. Bericht über die vom hygienischen Institut der Universität Wien mit Unterstützung und im Einvernehmen mit der Gemeinde Wien, städtische Gaswerke, in den Jahren 1930-1931 ausgeführten Versuche. Franz Deuticke, Leipzig und Wien. S.2

w_gasverteilungsplan_1931

Der gescannte Gasverteilungsplan zeigt den Zusammenhang zwischen dem Gaswerk Leopoldau, dem Gasbehälter Brigittenau und dem Gaswerk Simmering samt dem Hauptleitungssystem der damals bestehenden Hoch- und Niederdruckrohrstränge. Weiters sind diverse Gasregelstationen eingezeichnet und benannt. Sehr seltene Darstellung, die die Gasverteilung im Wien der Zwischenkriegszeit verständlich macht und auf die bei weiteren Beiträgen über alte Wiener Gaswerksstandorte verlinkt werden wird.

AT | 1030 Wien | Schlachthof St.Marx

Rundgang im ehemaligen Schlachthof und Viehmarkt St. Marx. Conclusio: Das Meiste im Abbruch begriffen, die Viehhallen werden erhalten. Interessanter neuerer Schlot mit Zuckerstangen-Ornamentik. Viel Industrie-Backsteinbau. Adresse: 1030, Viehmarktgasse 5 – hinter dem T-Mobile-Schiff. Fotos MM (2009).

schlot_map (bei Google Maps)

[googlemaps http://maps.google.at/maps/ms?ie=UTF8&hl=de&t=h&msa=0&msid=114207467168440045430.00045e0378ac07fc44e68&ll=48.188207,16.40718&spn=0.002861,0.006416&z=16&output=embed&w=300&h=200]