CH | LU | Oberkirch | Dorfchäsi

Eher ein Fall von Gewerbe denn von Industrie. Da kleine Käsereien hier ortstypisch, jedoch von der Schließung bedroht sind, soll die um 1905 gegründete [2 ]Emmentaler-Produktionsstätte “Dorfchäsi Oberkirch”, Bahnstraße 2, hier im Zustand vom 01.01.2013 dokumentiert werden [1]. Eine Zusammenfassung der bewegten Geschichte des Standortes findet sich auf der Käserei-Website [2].

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Quellen:

[1]…Fotos Dorfchäsi Oberkirch MM (2013)

[2]…Käserei Oberkirch online, 07.01.2013

CH | LU | Kriens | Werkhof / S.A.F., 1899

Wunderschöne Schweizer Industriearchitektur in Kriens, Ecke Obernauerstraße/Schmiedgasse [1]:

Das ehemalige Heizhaus trägt eine Gedenktafel “S.A.F. 1899”. Das Gelände wird heute von der Stadtgemeinde und der Feuerwehr Kriens nachgenutzt. Rechts der Einfahrt in den Werkhof befindet sich an das Heizhaus angeschlossen die oktogonale Basis eines abgetragenen Kamins, der – wie auf dem Luftbild [2] ersichtlich – weiß abgedeckt wurde.

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Quellen:

[1]…Fotos MM (2013).

[2]…Google maps, 07.01.2013

CH | LU | Kriens | Pulvermühle

In der Stadt Kriens bei Luzern wurde bereits ab dem 16. Jhdt. eine Pulvermühle betrieben [1]. Bauwerk und Kamin (Adresse Pulvermühleweg) sind augenscheinlich jüngeren Datums.

Fotos MM (2013)

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Quelle: [1]…Historisches Lexikon der Schweiz: Kriens, 07.01.2013

CH | LU | Brauerei Eichhof

An der Luzerner Brauerei Eichhof führt – für den Industriefotografen – praktischerweise ein Wanderweg vorbei, dem die direkte Sicht zum Kamin und zur ehemaligen Eisenbahndrehscheibe am Areal zu verdanken ist. Die seit 1834 laufende Geschichte der Brauerei ist hier [2] nachzulesen.

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Quellen:

[1]…Fotos Brauerei Eichhof MM (2013)

[2]…Brauerei Eichhof online, 07.01.2013

AT | GF | Deutsch Wagram | Kunstdüngerfabrik – Kaminsprengung, um 1955

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Drei Fotos [1] von der Sprengung der Kamine der Kunstdüngerfabrik Deutsch Wagram. In der Ortschaft wurde noch 1954 eine große Schwefelsäurefabrik betrieben [2]. 1959 bestand das betreffende Werk der Donau Chemie AG noch [3]. Die Fotos stammen aus einem Konvolut, das die Eisenbahnanlagen von Deutsch Wagram zur Zeit der russischen Besatzung zeigt. Die hier gezeigte Fabrik lag unmittelbar nordöstlich der Waggonreinigungsanstalt Deutsch Wagram. Im rechten Teil dieses Fotos ist eine lange Halle der Schwefelsäurefabrik erkennbar.

Quellen:

[1]..Schlatzmüller, N. (um 1955): 3 Fotos “Sprengung Kunstdünger Deutsch Wagram”, alte Archiv-Nr. 488-490, Mimosa Kiel, 139×90 mm; seit 30.07.2012 im schlot.at-Archiv

[2]…Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (1954): Österreichische Karte 1:25.000, Blatt 41/3 u. 4 – Stammersdorf und Deutsch Wagram. Ausgabe 10/1954

[3]…COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959; Wien. 1531

Erfreuliche Rekordzugriffe 2012 und beste Wünsche für 2013

Zu allererst möchte ich mich im Namen des schlot.at-Teams bei euch, unseren Besucherinnen und Besuchern, für euer reges Interesse an unserem Industriegeschichte und -dokumentationsportal bedanken!

Sowohl im Teil “Österreich und International” als auch im “Industrieviertel” verzeichneten wir im vergangenen Jahr 2012 Rekordzahlen:

  • Ö und International: 135.000 (2011: 81.000)
  • Industrieviertel: 66.000 (2011: 46.000)

Seit Dezember 2012 stellt uns WordPress neben den Zugriffszahlen auch Besucherzahlen zur Verfügung. Fundierte Aussagen lassen sich noch nicht ableiten, doch meiner Ansicht ist es schon sehr erfreulich, dass unsere Besucher/innen offenbar auch gern auf unseren Seiten verweilen und im Durchschnitt ca. 4 Artikel (bzw. 5! im Industrieviertel) aufrufen:

  • Ö und Internation im Dez 2012: 3.000 Besucher, 12.000 Seitenaufrufe
  • Industrieviertel: 900 Besucher, 4.500 Seitenaufrufe

Ein besonders großer persönlicher Dank geht meinerseits an meinen Co-Schlot.at-Gründer MM, der die enorme redaktionelle Arbeit seit längerer Zeit praktisch im Alleingang bewältigt!

Für das Neue Jahr 2013 wünsche ich euch allen nur das Beste und hoffe, dass wir euch weiterhin mit wertvollen Dokumenten und spannenden industriegeschichtlichen Beiträgen versorgen können.

In diesem Sinne PROSIT 2013!

Für das Schlot.at-Team,
Christoph Schwaiger

AT | Arbeiterportrait VI | Knappen untertage, knapp nach 1930

Das letzte 2012 vorzustellende Arbeiterportrait [1] zeigt eine Gruppe Knappen vor einer mächtigen Eisenpölzung untertage*. Die achtköpfige Gruppe hat Grund zu feiern – was, bleibt uns verborgen. Sei es eine geglückte Wasserhaltung – der Wahlspruch ist auf einem mächtigen Rohr vermerkt – oder schlicht und ergreifend das Fest der heiligen Barbara. Die Arbeiter sind teils in Arbeitsmontur, teils mit Janker und Gilet gekleidet. Am rechten Bildrand mit tief gehaltener Grubenlampe ein Kumpel mit wohl kohle- oder graphitgeschwärztem Gesicht.

Copyright Photo Koren
Copyright PHOTO KOREN

*Durch den lila gestempelten Vermerk “PHOTO KOREN” (20 x 2 mm) kann ein Zusammenhang des Photos mit dem seit 1907 bestehenden gleichnamigen Köflacher Unternehmen und dem dortigen ehemaligen Braunkohlebergbau nicht ausgeschlossen werden.

Bildzitat [1]…Photo Koren (o.J., wohl erste Hälfte der 1930er Jahre): Kontaktabzug 86 x 61 mm auf Agfa Lupex matt/erste typographische Serie. Eigentum schlot.at-Archiv

INT | Arbeiterportrait V | Akkordarbeiterinnen, Elektrobranche

Das fünfte Arbeiterportrait widmet sich den Akkordarbeiterinnen. Das Foto [1] (um 1960 [2]) zeigt eine typische Montageszene in einem größeren Elektrogeräte herstellenden Betrieb. Der Blumenschmuck auf den Montagetischen soll den Besucher über die Tristesse der legebatterieartig angelegten Arbeitslandschaft hinwegtäuschen. Die Arbeitsplätze sind klein, offensichtlich sehr schlecht ausgeleuchtet (was bei feinmechanischer Arbeit wie der dargestellten eine umso größere Belastung darstellt). Wer kann, drängt zum Licht  – siehe den umtriebigen Lohnkartenverrechner an den Fenstern im Hintergrund.

Die Dame an dem mit dem roten Stern markierten Arbeitsplatz ist offenbar eine Löterin. Vor ihr ein fortgeschrittenes Werkstück voller Transistoren, Kondensatoren und Widerstände,  rechts davon (unter der Tischplatte) die XXL – Trommel mit Lötzinn für die nächsten zehn Jahre. Die Szene könnte so oder ähnlich in den Wiener Schwachstromwerken gespielt haben.

Für den Magnesiumblitz des Fotografen gibt es ein kurzes Lächeln. Überrascht und ehrlich dagegen die Miene der Frau im rechten Vordergrund. Dieses Foto hat sich wohl in kein Magazin verirrt.

[1]…Echtfotokarte “Echte Fotografie”, um 1960, 135,5 x 87 mm. Eigentum Archiv schlot.at

[2]…Interpolation aus Chargennummern der Fotoevidenzkartei Mráz (2012)

INT | Arbeiterportrait IV | Pflasterer

Das vierte Portrait [1] unserer Serie widmet sich wiederum einem sehr schweißtreibenden Gewerbe – dem des Pflasterers. Die nötige körperliche Stärke, eine schwer zu perfektionierende Mischung aus Grob- und Feinmotorik und die Arbeit ausschließlich in der freien Natur zählen wohl zu den großen Herausforderungen dieses Berufes. Die hier gezeigte um 1920 aufgenommene Gruppe zeigt eine recht heterogene Zusammensetzung: jung und alt, schlank und kräftig gebaut. Was aus allen Gesichtern blickt: Würde, Berufsstolz. Den Jüngeren wohl auch etwas Stolz auf ihre muskulösen Oberkörper und die neue Kopfbedeckung (Panamáhut, Schiebermütze).

[1]…Echtfoto-Postkarte 140 x 88,5 mm, um 1920. Eigentum Archiv schlot.at

INT | Arbeiterportrait III | Eisenbieger auf Baustelle

Harte Arbeit, die bei allen Witterungsverhältnissen auszuführen ist, und Schmähführen dürfen kein Widerspruch sein. Szene mit Eisenbiegern um 1975 an einer unbekannten eisenbahnnahen Baustelle. Fundort der Fotos [1]: Wien.

[1]…2 Fotos einer unbekannten Baustelle um 1975, 105 x 73,5 mm, Eigentum Archiv schlot.at

 

AT | 1210 Wien | Arbeiterportrait II | Shell Floridsdorfer Mineralölfabrik

Dieses Arbeiterprotrait [1] aus dem Jahr 1962 zeigt eine Gruppe Arbeiter der Shell-Raffinerie Floridsdorf anläßlich des 55. Geburtstages eines Kollegen.

Öliger Finger, schmutziger Kleidung  und beeengter Platzverhältnisse zum Trotz wirkt die Szene wärmer und solidarischer (und somit ehrlicher) als so manches steriles Happening heute.

Da liegt wohl der Unterschied zwischen

  • Feier / Freude  und
  • Event / möglichst gut dastehen.

Quelle:

[1]…Echtfoto-Ansichtskarte 132 x 81 mm “Shell Werkstätte 1962”. Aus einem großen unpublizierten Fotokonvolut der Shell Floridsdorfer Mineralölraffinerie (Archiv schlot.at)

INT | Arbeiterportrait I | Schlosser um 1910

Nach einer Flut an rein architektonisch geprägten Industriefotos sollen hier in nächster Zeit vermehrt Arbeiterportaits aus diversen Gewerbesparten veröffentlicht werden.

Die Fotos sollten – unserer Intention nach – nicht voyeuristisch oder sozialpornographisch verstanden werden, sondern zum Nachdenken und Vergleichen mit heutigen Arbeitsverhältnissen anregen. Vielleicht hat es die “gute alte Zeit” nie gegeben.

Das Foto [1] zeigt eine Arbeitergruppe um eine ölverschmierte Metallbearbeitungs-Werkbank. In der offenen Werkbank lagern Schrauben, Eisenkleinteile und Schmieröl. Die Kleidung und die Mimik der abgebildeten Arbeiter sprechen für sich.

Quelle:

[1]…Echtfotokarte um 1910, 139 x 89 mm, Archiv schlot.at

AT | 1030 Wien | Milchindustrie- und Agrargesellschaft (MIAG), um 1930

Die MIAG wurde 1906 [1] in Wien und Prag gegründet.
Der Wiener Fabriksstandort war Landstraße, Lechnerstraße 4. Neben einer Großmolkerei wurde 1959 eine Speiseeiserzeugung und ein Schmelzkäsewerk betrieben. Das Kapital der MIAG m.b.H. betrug 1959 ATS 32.562.000.-. Es wurden von 400 Beschäftigten mithilfe von 850 PS Dampf- und Elektrokraft  täglich 150.000 l Milchprodukte be- und verarbeitet. Vom Unternehmen wurden 135 Filialen und 500 Milchgeschäfte beliefert [2] .

Die Fabrik wies einen hohen Kamin auf [1, 3] und wurde 1977 zugunsten eines Wohnbauprojektes demoliert. Durch Fusion verlor die MIAG im selben Jahr ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit [1].

schlot.at zeigt ein Übersichtsfoto des Werks um 1930 [3] sowie ein Exkursionsfoto aus 1929 [4].

[3]

[4]
Quellen:

[1]…MIAG-Wien Wiki – 05.04.2024

[2]…Compass Verlag (1959): Industrie-Compass Österreich 1959. Wien, 1699

[3]…Foto-AK 323, Fritz Grifkowski Kunstanstalt, Wien II, Feuerbachstrasse 5, Eigentum schlot.at (2024), ex Sammlung Marschner Gießhübl.

[4]…Weiss, L. (1929): Gruppenfoto MIAG vom 13.Mai. Wien – Hernals

CZ | Ostrava-Přívoz | Koksovna Svoboda | WKII

Sieben Fotos [1] von einem Hüttenwerk, vermutlich in Osteuropa. Den Rückmeldungen zufolge erhärtet sich der Verdacht, dass es sich um die Kokerei Svoboda in Ostrava wöährend des 2. Weltkrieges handelt.

Erkennbar sind mächtige Kohlebunker, Kamine, große Werksgleisanlagen, Retortenöfen, ein Förderturm, viele Förderbänder, ein Wasserturm mit Stahlkonstruktion, ein Kohle- oder Schlackeberg sowie Arbeitersiedlungen.  Im Werksareal sind größere Erweiterungs- oder Wiederaufbaumaßnahmen im Gange.

Danke an alle Kommentatoren!

Quellen:

[1]…Sieben Fotos 172 x 115 mm im Eigentum Archiv schlot.at (2012)

CZ | Zábřeh | Färberei Wilhelm Brass a synové

1878 gründete der 1819 in eine deutsche Färberdynastie geborene Wilhelm Brass die Textilfärberei Wilhelm Brass und Söhne in Zábřeh [1] / damals Hohenstadt [2].

Die Fabrik  war für Jahrzehnte das größte Unternehmen der Stadt. Brass gilt als Erfinder des Farbstoffes Türkisch rot. Das Unternehmen wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts mehrmals umstrukturiert. So zeichnete nach dem Krieg (wohl 1945) die Textilfirma UTEX Ústí nad Orlicí für die Geschäfte der Fabrik verantwortlich. 1949 wurde das Werk von VIGONA Svitavy und danach von PERLA Česká Třebová weitergeführt. Das Jahr 1989 markierte das Ende des Produktionsstandortes [3].

Die vorliegende Fotoansichtskarte – bzw. ein Ausschnitt davon- [4] zeigt das Werk mit drei bedeutenden  Kaminen (+ ein kleiner) und den klassischen mehrstöckigen Gebäuden für textilverarbeitende Betriebe um 1930-1935 [5].

Danke sehr an Karel Jedonek [3] für die Klärung des Standortes.

[googlemaps https://maps.google.at/maps?hl=en&q=zabreh+maps&ie=UTF8&hq=&hnear=Z%C3%A1b%C5%99eh,+Czech+Republic&gl=at&ll=49.8826,16.872232&spn=0.04115,0.062056&t=h&z=14&output=embed&w=425&h=350]

Quellen:

[1]…sumpersky.rej.cz, 17.10.2012

[2]…Zábřeh auf wiki, 17.10.2012

[3]…Karel Jedonek, Kurator des Stadtmuseums Zábřeh, Email vom 16.10.2012

[4]…AK JKO M 60/9 Prague II – Hohenstadt, 141 x 91 mm, gelaufen am 08.07.1937, Eigentum schlot.at-Archiv

[5]…Einschätzung schlot.at aufgrund typographischer Beschaffenheit der AK.

AT | IL | Steinach am Brenner | Lederfabrik Kirchebner

Undatierte Postkarte von Steinach am Brenner [1], im Vordergrund Gebäude und Kamin der Lederfabrik Johann Kirchebner [2]. Die Fabrik wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört [3].

 

Quellen:

[1]…Echte Fotografiekarte der Postkarten-Industrie-A.G.,  Wien I., Wollzeile 19, # 27585: Steinach a. Brenner mit Kalvarienberg; ungelaufen, um 1930. Eigentum schlot.at-Archiv

[2]…COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26. Wien, 1277

[3]…Steinach am Brenner – wiki, 16.10.2012

CZ | Plzeňský kraj | Stříbro | Elektrizitätswerk und Mühle 1942

Die beiden vorliegenden s/w – Kontaktabzüge [1] sind mit “Mies, Juni 1942” beschriftet. Es handelt sich um Aufnahmen aus der böhmischen Stadt Stříbro [2]. Die Aufnahmen entstanden vor dem Stadttor (links im Bild) und zeigen das östlich der Mže (Mies) liegende Elektrizitätswerk mit ausnehmend schön gestaltetem Kamin (Zuckerstangenornamentik) sowie die nördlich davon befindliche Mühle, in einem der Bilder als “….Mühlenwerke” bezeichnet.

E-Werk Stříbro, 06/1942
E-Werk und Mühle Stříbro, 06/1942. Details

Die Gebäude bestehen laut google maps noch (Stand ca. 2010) – der Kamin ist abgetragen – siehe Planausschnitt.

[googlemaps https://maps.google.at/maps?f=q&source=s_q&hl=en&geocode=&q=google+maps+stribro+na+prikopech+1&aq=&sll=49.749826,13.001547&sspn=0.002672,0.003921&t=h&gl=at&ie=UTF8&hq=&hnear=Na+P%C5%99%C3%ADkopech,+St%C5%99%C3%ADbro,+Czech+Republic&ll=49.749975,13.001799&spn=0.00104,0.001609&z=18&output=embed&w=300&h=300]

Quellen:

[1]…2 Kontaktabzüge 63×63 mm “Mies, Juni 1942”, Fotograf und Fotopapier unbekannt. Eigentum schlot.at

[2]…Topographievergleich schlot.at (2012)

DE | M | München | Gaswerk Moosach – Borstei – Flugplatz Oberwiesenfeld, um 1933

Drei Schrägluftbilder aus dem Bereich München-Moosach. Danke für die Identifizierung des Standortes an Oliver Frühschütz.

[A] Luftbild Gaswerk Moosach/Wohnhausanlage Borstei (145  x 127 mm), Eigentum schlot-Archiv. Nach 1931
Das erste Bild der Serie [A] zeigt den mittlerweile denkmalgeschützten Münchner Großwohnbau Borstei, der 1929 eingeweiht wurde und eine eigene Heizungsanlage mit deutlich erkennbarem Kamin [A] besitzt [1]. Im Hintergrund ist deutlich ein Teil des Gaswerkes München-Moosach zu erkennen, das 1909 – 1975 in Betrieb war [2]. Das Foto stammt aus der Zeit zwischen 1929 (1930 wurde der größere Gasbehälter in Betrieb genommen [2]) und 1959 (1958 kam ein dritter Gasbehälter hinzu [2]). Am Gaswerksgelände sind zwei markante Wasser-Hochbehälter zu erkennen, die hier besser zu erkennen sind [3]. Ein Foto eines Kokslöschwagensaus dem Gaswerk ist ebenfalls online verfügbar [4].

Da die Borstei 1929 eröffnet wurde und die Bäume am Foto frisch gepflanzt aussehen, bereits Fußwege bestehen, vor dem Gelände allerdings noch Bauhütten und Baumaterial gelagert wird und der hohe Gasbehälter (BJ 1930) ziemlich neu aussieht, ist das Luftbild vermutlich den frühen 1930er Jahren zuzuordnen. Für ein Alter nach 1932 spricht die bereits am Gaswerk befindliche Schrannenhalle, die 1932 in der Münchner Innenstadt abbrannte [5] und deren Eisengerüst in den 1980er Jahren am ehemaligen Gaswerksgelände als Lagerhalle wiederentdeckt wurde [6]. Das Eisengerüst war kurzerhand andernorts wiederverwendet worden.

Interessant am Foto [A] ist ferner eine südlich der heutigen Pickelstraße gelegene Grube, zu der von der Borstei her ein relativ breiter Weg führt. Eine frühere Nutzung der Grube zur Kiesgewinnung im Zuge der Borstei-Errichtung wäre denkbar. Die am Foto erkennbaren Wege zur Grube deuten auf eine frühe Form kommunaler Abfallentsorgung hin. Von der Borstei her mündet eine Art Kanalrohr in die Grube.

[B] Luftbild Gaswerk Moosach/Borstei (175 x 126 mm), Eigentum schlot-Archiv. Nach 1931
Das zweite Luftbild der Serie [B] zeigt Borstei und Gaswerk von einer größeren Distanz. Da die Heizungsanlage der Borstei in Betrieb ist (rauchender Kamin), dürfte das Foto aus einer anderen Flugserie stammen als das Foto [A]. Im Gegensatz zum Foto [A] ist das gesamte Gaswerksgelände mit sechs Kaminen erkennbar. Es eignet sich aufgrund seiner annähernd gegen Norden orientierten Aufnahmerichtung gut für Vergleiche mit dem aktuellen Luftbild [7]. Dort erkennt man, daß sich nach 2005 im Bereich der ehemaligen Gasbehälter (Südteil) Gebäude und Parkplätze der Stadtwerke München und der Münchner Verkehrsgesellschaft befinden, der nördliche Teil des ehemaligen Gaswerksgeländes jedoch deutliche Anzeichen von Erdarbeiten aufweist. Dies sind die Spuren der Altlastensanierung, die am Gaswerksareal nach 1983 erstmals festgestellten Kontaminationen [8] seit 2005 durchgeführt werden [9].

[C] Luftbild Flugplatz München-Oberwiesenfeld und Gaswerk Moosach (180 x 124 mm) auf Agfa-Lupex alt, Eigentum schlot-Archiv
Das dritte Luftbild der Serie [C] wurde kurz nach dem Abheben vom oder kurz vor der Landung am Flugplatz München-Oberwiesenfeld, dem ersten Münchner Passagierflughafen, der seine Blüte in den 1930er Jahren hatte, geschossen. Der am späteren Olympiagelände von 1972 gelegene Flugplatz lag nordöstlich des Gaswerkes. Das Foto zeigt das damalige Flugplatzareal samt Fluggerät im Mittelgrund; deutlich zu erkennen ist das am 03.05.1931 eröffnete neue Abfertigungs- und Verwaltungsgebäude des Platzes neben älteren Holzbauten [10, neuer Betonbau links im Bild]. An dem  im Hintergrund von NNO her abgebildeten Gaswerksareal Moosach ist bereits der 1930 errichtete neue, 98m hohe Scheibengasbehälter [2] zu erkennen. Der Aufnahmezeitpunkt unterscheidet sich von den beiden übrigen Fotos – die Gasbehälter sind nicht vollständig gefüllt; am hohen Scheibengasbehäter sind kranartige Winkel zu sehen.

Quellen:

[1]…Borstei München auf borstei.de, 17.08.2012

[2]…Gaswerk Moosach auf www.gaswerk-augsburg.de, 17.08.2012

[3]…Hochbehälter des Gaswerkes auf www.albert-gieseler.de, 17.08.2012

[4]…Kokslöschwagen des Gaswerkes auf www.albert-gieseler.de, 17.08.2012

[5]…Schrannenhalle auf wikipedia, 17.08.2012

[6]…Schrannenhalle auf schrannenhalle.de, 17.08.2012

[7]…Borstei/Gaswerk auf google maps, 17.08.2012

[8]…Passive Sanierung eines ehem. Gaswerksstandortes auf hydroteam.de, 17.08.2012

[9]…Sanierung Altstandort München-Moosach auf www.ask-eu.de, 17.08.2012

[10]…Flugplatz München-Oberwiesenfeld auf wikipedia. 17.08.2012

[A-C]…Luftbilder im Eigentum des schlot-Archives

AT | 1110 Wien | Gaswerk Simmering 1901 / 1910 / 1933

Die ersten Pläne der Gemeinde Wien über ein gemeindeeigenes Gaswerk wurden bereits 1872 getätigt. Um sich von Knebelverträgen privater Gasanbieter befreien zu können, wurde alles an die fristgerechte Fertigstellung des Gaswerkes Simmering gesetzt, die am 31.10.1899 erfolgte. Die Fertigstellung des Gaswerkes bedeutete, daß die Gemeinde Wien vorerst alle privaten und öffentlichen Kunden der damaligen Bezirke 1-11 und 20 übernahm; die Imperial-Continental-Gas-Association und die österreichische Gasbeleuchtungs-Aktiengesellschaft teilten sich die Versorgung der übrigen Bezirke 12-19. [1]. Die heutigen Bezirke Floridsdorf und Donaustadt sowie Liesing waren damals noch nicht Teil des Stadtgebietes [2-4]. 1911 wurde zur umfassenden Versorgung des Stadtgebietes das Gaswerk Leopoldau eröffnet [5].

1910 werden die Anlagen wie folgt beschrieben [6]:

“Die Gasversorgung der Bez. I-XI und XX, eines Teiles des XXI. Bezirkes und der nicht zu Wien gehörigen Gemeinden Schwechat, Altkettenhof, Ober- und Unterlaa, Kledering, Rotneusiedl [sic!], Eßlingen [sic!] und Groß-Enzersdorf erfolgt derzeit durch das am rechten Donaukanalufer nächst der Brücke der Staatseisenbahngesellschaft gelegene städtische Gaswerk Simmering. 1897 bis 1899 erbaut und in den folgenden Jahren weiter ausgestattet, umfaßt es heute eine Grundfläche von 317.688 m².

Die Anlage zur Erzeugung von Steinkohlengas hat eine Leistungsfähigkeit von 650.000 m³ in 24 Stunden, die angegliederte Anstalt zur Erzeugung von heiß karburiertem Wassergas eine solche von 200.000 m³ in 24 Stunden. Nach dem im Zuge befindlichen vollständigen Ausbaue wird die jährliche Gesamtleistungsfähigkeit des Werkes (einschließlich Reserven) 170 Millionen m³ Gas betragen.

Das Werk ist an die Hauptgleise der Staatseisenbahngesellschaft angeschlossen. Die Kohle lagert im Freien und wird derzeit von Hand mit Rollbahnen auf Lager gebracht und zum Ofenhause geführt. Durch die im Bau befindliche Kohlenförderanlage werden Entladung, Lagerung und die gesamte Fortbewegung der Kohle maschinell erfolgen.

Zur Erzeugung des Steinkohlengases dienen in einem Ofenhause untergebrachte 180 Öfen mit je 9 schrägliegenden Retorten und eine freistehende Schrägkammerofen-Anlage.

Das Brechen der Kohle, deren Hebung in die Kohlenbunker der Öfen und die Förderung des anfallenden Kokses zu dessen nächsten Lagerungsstellen erfolgen auf maschinellem Wege.

In einem Kühlerhause findet die erste Ausscheidung von Teer und Ammoniak aus dem Rohgase statt; 12 durch Dampfmaschinen angetriebene, im Gassaugerhause aufgestellte Exhaustoren dienen zur Fortbewegung des Gases, 12 Teerscheider und 10 Rotationswäscher, die im Wäscherhause aufgestellt sind, führen die vollständige Befreiung des Gases von Teer und Ammoniak durch. Die Reinigung des Gases von Schwefelverbindungen erfolgt in 16, in 2 getrennten Gebäuden aufgestellten Reinigerkästen. Zur Messung des erzeugten Steinkohlengases dienen 12 in einem Gebäüde untergebrachte Stationsgasmesser.

Die Wassergasanstalt, nach System Humphreys und Glasgow eingerichtet, besitzt ihre eigenen zur Erzeugung des Dampfes, zur Reinigung und Messung des Gases notwendigen Anlagen. Zur Aufspeicherung des gesamten im Werke erzeugten Gases dienen vier überbaute Gasbehälter von je 90.000 m³ und ein freistehender Behälter mit Wölbmantel-Wasserbecken von 150.000 m³ Nutzinhalt.

4 Rohrstränge von je 1.200 mm, ein Rohrstrang von 1.000 und einer von 700 mm Durchmesser geben das Gas, nachdem es durch Druckregler auf den erforderlichen Betriebsdruck gebracht worden ist, unmittelbar in das Versorgungsgebiet ab, während durch einen 600 mm – Rohrstrang Gas unter erhöhtem maschinellem Drucke einer Behälterstation im V. Bezirk zugeführt werden wird.

Eine Koksaufbereitungsanlage, 2 Kesselhäuser, eine elektrische Zentrale für Gleichstrom, ein Werkstättengebäude, Verwaltungs- und Wohngebäude, große Teer-, Ammoniak- und Gasölzisternen, eine Ammoniakfabrik, eine Rohrprüfanlage, Umkleide-, Wasch- und Baderäume für die Arbeiter dienen den anderen Betriebserfordernissen.

1908 betrug die Gaserzeugung des Werkes 108.501.000 m³, der Kohlenverbrauch 312.357 t. Die Hauptrohrstränge des Gasverteilungsnetzes hatten am Ende 1908 eine Länge von 698.185 m; die Gesamtanzahl der öffentlichen Straßenflammen im städtischen Versorgungsgebiete betrug 22.398, die Zahl der benützten Gasmesser 98.778; die Gesamtzahl der im städtischen Gaswerksbetriebe beschäftigten Beamten und Arbeiter war 2001. [6]”

Das Gaswerk Simmering war 1899 bis 1975 in Betrieb und wurde per 07.02.1996 als Altlast W18 ausgewiesen. Durch den großmaßstäblichen Gaswerksbetrieb  wurden Untergrundbelastungen (v.a. mit PAK, BTEX, Phenolen, Kohlenwasserstoffen und Cyaniden) verursacht [7].

Anbei einige Plan- und Fotoansichten des Gaswerkes aus 1901 [1] sowie zwei Vergleichspläne um 1910 [6] und 1933 [8], die gegenüber der Nutzung 1901 Änderungen erkennen lassen.

Das Ofenhaus beeindruckte aus architektonischer Sicht mit 18 Stück Kaminen, die 35m Endhöhe hatten [1].

Die vier ursprünglichen Simmeringer Gasbehälter wurden per 21.07.1981 unter Denkmalschutz gestellt, ein jüngerer fünfter Behälter (1911 bereits in Quelle [6] erkennbar) im selben Jahr abgerissen. 1984-1986 erfolgte die endgültige Stilllegung der Simmeringer Gasometer [9].

Seit 2001 sind die vier ursprünglichen Gasometer lifestylig nachgenutzt [10].

Plan des  Gaswerkes 1901 [1]
Plan des Gaswerkes um 1910, bereits mit 150.000 m³- Gasbehälter [6]
Plan des erweiterten Gaswerkes 1933 [8]
Gasometer 1-4: Grund- und Aufriß [1]
Gasometer 1-4: Dachkonstruktion [1]
Gasometer 1901: Foto [1]
Gasometer 1-4: Dachdetails [1]
Gasometer 1-4: Glockenteile [1]
Gasometer 1-4: Glockenführung [1]

Gasometer 1-4: Fahrstuhl

Kondensatorenhaus: Aufriß [1]
Kondensatorenhaus: Grundriß [1]
Exhaustorenhaus: Grundriß [1]
Gasmesserhaus: Grundriß [1]
Kessel- und Maschinenhaus: Grundriß [1]
Kessel- und Maschinenhaus: Aufriß Vorderseite [1]
Kessel- und Maschinenhaus: Vorderansicht Schnitt [1]
Kessel- und Maschinenhaus: Foto [1]
Ofenhaus: Grundriß [1]
Ofenhaus: Grundriß/Parterreschnitt und Dachkonstruktion [1]
Ofenhaus: Aufriß [1]
Ofenhaus: Querschnitt [1]
Ofenhaus in Bau [1]
Ofenhaus: Foto mit 18 Stück 35m hohen Kaminen [1]
Regulatorenhaus: Grundriß [1]
Reinigerhaus: Längsschnitt [1]
Reinigerhaus: Querschnitt [1]
Restauration: Grundriß [1]
Restauration: Fassade [1]
Scrubberhaus :Grundriß (Schema) [1]
Teer- und Ammoniak-Zisternen: Grundriß [1]
Teer- und Ammoniak-Zisternen: Längs- und Querschnitt [1]
Gasrohrbrücke Donaukanal: Querschnitt [1]
Gasrohrunterführung Stadtbahn: Längsschnitt [1]

PanoramaErdberg_1899_Schlot.jpg
Panorama von Erdberg, Ansichtskarte 1899, Quelle: Archiv schlot.at

 

Quellen:

[1]…KAPAUN, F. (1901): Die Erbauung des Wiener städtischen Gaswerkes. 1. Auflage, Selbstverlag des Wiener Gemeinderathes. 108S, 4 Tafeln.

[2]…Geschichte Liesings auf wikipedia, 10.08.2012

[3]…Geschichte der Donaustadt auf geomix.at, 10.08.2012

[4]…Geschichte Floridsdorfs auf wien-konkret.at, 10.08.2012

[5]…Gaswerk Leopoldau auf wienenergie.at, 10.08.2012

[6]…Österreichischer Ingenieur- und Architektenverein (1910): Technischer Führer durch Wien. 1. Auflage, Verlag von Gerlach & Wiedling, Wien.  161ff

[7]…Umweltbundesamt GmbH (2000): Altlast W18 Simmering, Online-Zusammenfassung der Altlastsituation, 10.08.2012

[8]…Kartographisches, früher militärgeographisches Institut in Wien (um 1933): Plan des III. Wiener Gemeindebezirkes LANDSTRASZE 1: 10.000

[9]… Gaswerk Simmering auf dasrotewien.at, 10.08.2012

[10]…Wohnpark Gasometer auf wien.gv.at, 10.08.2012