Ein ungeschöntes Foto [1] der 12 Mann Belegschaft der Fa. Max HERRMAN, Anstreicherarbeiten, Wien XV, Zinckgasse 4, datiert 1929. Heute firmiert an der Adresse ein Elektrounternehmen.
Quelle:
[1]… Foto, Eigentum schlot.at

Industrie · Dokumentation · Archiv
Ein ungeschöntes Foto [1] der 12 Mann Belegschaft der Fa. Max HERRMAN, Anstreicherarbeiten, Wien XV, Zinckgasse 4, datiert 1929. Heute firmiert an der Adresse ein Elektrounternehmen.
Quelle:
[1]… Foto, Eigentum schlot.at
Ansichtskarte der Kapfenberger Gußstahlfabrik Gebrüder BÖHLER&Co AG Wien, um 1925 [1].
Damalige Werkseinrichtungen (1925) waren [2]
Aus dem 1914 liegt uns ein Katalog vor, der die Kapfenberger Werksanlagen kriegsbedingt etwas anders beschreibt [3]:
Derzeit (2018) ist für den Standort Kapfenberg seitens der voestalpine BÖHLER Edelstahl GmnbH & Co KG der Neubau des weltweit modernsten Edelstahlwerkes geplant [4].
Quellen:
[1]…Echtfotopostkarte, Fotograf Fr. Pachleitner, Kapfenberg, gelaufenam 02.11.1927, Eigentum schlot.at-Archiv
[2]…COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Band I Österreich 1925/26. Wien, Seite 422
[3]…GEBR. BÖHLER & Co. AG Wien/Berlin (1914): Die Erzeugungsweise von Böhler-Stahl und die Betriebsverhältnisse in den gesellschaftlichen Werks-Anlagen mit einer Schilderung der Erzeugnisse und der geschäftlichen Organisation, 5. Auflage. 100 S und Anhang
[4]…Böhler Edelstahl, abgefragt am 11.10.2018
Am gegenständlichen Gelände befand sich vor der Ansiedlung der Fa. SOWITSCH laut Angaben der ARGE Wien eine Sargfabrik [1].
Das Unternehmen SOWITSCH wurde 1914 gegründet und firmierte 1925 als Aufzügefabrik Ing. Sowitsch Stefan noch in Wien 18., Scheidlstraße 26. Damals wurden mit 50 Arbeitern Personen- und Lastenaufzüge, Transmissionen und Bestandteile hergestellt sowie die Reparatur von Elektromotoren vorgenommen [2].
1959 ist das gegenständliche Gelände bereits von der SOWITSCH Stefan, Ing.& Co KG. Wien 16., Adressangabe Wiesberggasse 14-18, genutzt. Es wurde mit 420 Arbeitern Aufzüge, Elektrozüge, Rolltreppen (Fahrtreppen), und Getriebe erzeugt [3].
1970 wurde die SOWITSCH Stefan, Ing.& Co KG. in den finnischen KONE-Konzern integriert [4].
1978 ist das Unternehmen als Sowitsch AG (innerhalb von Sowitsch/Kone) bereits in Wien 23, Forchheimergasse 34, ansässig. Es bestehen zwei Zweigbetriebe:
Die Erzeugnisse Ende der 1970 er Jahre waren: Aufzüge jeder Art, Elektroflaschenzüge, Krane, Autoparkanlagen, Fahrtreppen [5]
Bis 1999 agierte das Unternehmen als SOWITSCH AG, dann kurz als KONE-SOWITSCH AG, ab 01.01.2000 verschwand der Name SOWITSCH aus dem Firmennamen. Die Firma KONE Österreich firmiert derzeit in Wien 23, Lemböckgasse 61 [4]
Am gegenständlichen Standort ist seit den 1980 er Jahren der gemeinnützige Verein ARGE Wien angesiedelt, der sich Räumungen und dem Altwarenverkauf widmet und so Arbeitsplätze schafft [6].
Das ehemalige Industriegelände in Wien 16, Maroltingergasse 64, Wiesberggasse 14 bzw. Lorenz Mandl-Gasse 33, ist in vielerlei Hinsicht eine architektonische Bereicherung für das Stadtbild.
Betritt man von der Lorenz Mandl-Gasse aus den Innenhof des Areals, zeugen hier Werksbauten aus Backstein und imposante Krananlagen sowie ein Aufzugsprüfturm von der ehemaligen Aufzugsfabrik SOWITSCH.
Der am Gelände befindliche Prüfturm für Aufzüge wurde laut Angaben der ARGE Wien eigens für den Aufzug des 1964 errichteten Donauturmes errichtet und nachher nicht mehr zweckmäßig verwendet [1].
Der Hauptverkaufsraum der ARGE Wien besteht aus einer in den 1950er Jahren aufgestockten [1] Halle aus Ziegelmauerwerk, welche ein hölzernes Tonnengewölbe trägt. Darin befindet sich ein mittlerweile stillgelegter Lastenkran, der die ganze Halle bedienen konnte und von der Manipulation innerhalb der Maschinenfabrik zeugt.
schlot.at bedankt sich bei der Geschäftsführung der ARGE Wien für die Erlaubnis, die hier verwendeten Fotos anfertigen zu dürfen.
Quellen:
[1]…Freundliche Auskunft ARGE Wien-Geschäftsleitung (2018)
[2]…COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Österreich 1925/26 Seite 596-597
[3]…COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959, Seite 835
[4]…KONE Österreich, abgefragt am 11.10.2018
[5]…COMPASS VERLAG (1978): Industrie-Compass Österreich 1978/79, Seite 814
[6]…ARGE Wien, abgefragt am 11.10.2018
Die Bensdorp-Schokoladefabrik in Wien-Döbling, Weinberggasse 67-71 (1925) bzw. 57/77 (1959), wurde 1907 als Hollandsche Cacao en Chocolade-Fabrieken v./h. Bensdorp & Co in Amsterdam, Repräsentanz Wien gegründet [1]. Erzeugt wurden Kakaopulver, Kakaomasse, Kakaobutter, Schokolade und Tunkmasse (1925).
1959 firmierte man als Bensdorp Gesellschaft mit beschränkter Haftung [2].
1978 wird zum Werk Döbling ein Zweigbetrieb in Tulln erwähnt [3]. Das Areal wurde Mitte der 1980er Jahre zeitnah zum Abbruch der gegenüberliegenden Gräf&Stift-Gründe abgerissen.
Aus dem Jahr 1912 liegt uns eine detaillierte, wenn auch schwärmerische Beschreibung des damals noch neuen Werkes samt Abbildung vor, die im Folgenden als Zitat wiedergegeben wird [4].
Die Amsterdamer Firma „Holländische Cacao- und Chocoladefabriken v./v. Bensdorf & Co. A.-G., die ausser ihrem Stammsitze auch noch stetig sich vergrößernde und Tausende von Arbeitskräften beschäftigende Fabriken in Bussum (Holland) für den Weltverkehr errichtete, ferner auch für den enormen Bedarf des deutschen Reiches zu Cleve im Rheinland eine separate Fabrik eröffnete, hat bekanntlich auch in Wien zu Beginn des Jahres 1908 eine Spezialfabrik ihres Cacaopulvers, wozu nunmehr auch Chocolade getreten ist, für den rapid gestiegenen und kontinuierlich wachsenden Bedarf Oestereich-Ungarns in Betrieb gesetzt.
Diese Wiener Fabrik wird von sämtlichen Industriellen und Amtspersonen, die dieselbe zu besichtigen Gelegenheit hatten, als die unvergleichlich schönste Fabrik des Landes bezeichnet. Sie liegt in den höchsten, gesündesten und schönsten Teilen der Residenz, im Stadtbezirke Döbling, in nächster Nähe des Wiener Cottage, des Türkenschanzparkes, der Hochschule für Bodenkultur, ferne von Industrievierteln, umgeben von anmutigen Rebengeländen, voll Sonne, Licht und Luft, mit prächtiger Aussicht auf die Ausläufer des Wiener Waldes: Leopoldsberg, Kahlenberg, Kobenzl, Himmel, Holländerdörfl etc. einerseits und das Bild der Großstadt andererseits. Von einer Art Festungsmauer gegen die Türkenschanze abgegrenzt, inmitten eigener Gartenanlagen, mit zwei Türmen versehen, gleicht die Fabrik einem Schlosse, umsomehr, als der Kamin, bis zu einer gewissen Höhe vollständig eingebaut, in seinem oberen Teile eine verglaste Aussichtswarte darstellt, mit einem zierlichen Aufsatz abschließt und mit einer neuen, erstmalig verwendeten Rauchverzehrungsvorrichtung versehen ist.
Der zweite Turm bietet ausser einer vierseitigen Uhr ein holländischen Glockenspiel, bestehend aus 26 Glocken, die alle Musikstücke von Wiener Walzer bis zur Simphonie wiedergeben. Das erste und einzige Werk dieser Art und Größe im ganzen Reiche.
Die innere Einrichtung ist durchaus modern und vornehm. Kontor mit dem Sprechraum und Direktionsbureau, die Lagerräume und abgesonderten Abteilungen für Füllung, Packung, Etikettierung und Assortierung, der geräumige und vollständig gekachelte Maschinenraum, bilden industrielle Sehenswürdigkeiten, nicht zu sprechen von den eigentlichen Fabrikationsräumen, die, durch vier Etagen von prächtigen Kühl- und Kellerräumen bis zum höchsten Stockwerke durch zahlreiche Aufzüge und automatische Vorrichtungen miteinander verbunden, die kombiniertesten und kompliziertesten maschinellen Einrichtungen der neuesten Zeit in sich vereinen.
Der ganze Fabriksbau mit seinem separat gelegenen Maschinen- und Kesselhaus und der Direktionsvilla ist in holländischem Stile in monumentaler Weise ausgeführt; imposant und anmutig zugleich bildet diese Fabrik ein würdiges Juwel im Schmuckkasten Wiens.



Quellen:
[1]…COMPASS VERLAG (1925): Industrie-Compass Österreich 1925/26, 1688
[2]…COMPASS VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959, 1760
[3]…COMPASS VERLAG (1978): Industrie-Compass Österreich 1978/79, 1806
[4]…Erster Wiener Consum-Verein (1912): Zur Erinnerung an das 50jährige Bestehen des Ersten Wiener Consum-Vereines Registrierter Genossenschaft mit beschränkter Haftung 1862-1912. Im Selbstverlage des Vereins. Seite 117
Endler’s Maschinenfabrik, Ing. L. Fritze, wurde 1880 als Spezialfabrik für die Zement- und Kunststeinindustrie gegründet [1].
Aus dem Jahr 1910 liegt uns ein Foto der Belegschaft samt einigen Produkten vor. Dazu zählen formgebende Eisenelemente für Wasserleitungen (Ei-Querschnitt), ein Zahnrad, eine Preßform für Dachziegel sowie weitere Eisenformen.
Zur Belegschaft 1910 zählen ca. 90 Personen samt einigen Jugendlichen und Kindern sowie drei Verwaltungsdamen.
Mittels Fachliteratur [1,3,] läßt sich die Fabrik in Pfaffstätten anno 1925, aber nicht mehr 1959 nachweisen.
Quellen:
[1]…COMPASS-VERLAG (1925): Industrie-Compass Österreich 1925/26, S.497
[2]… Foto 234x149mm, Eigentum schlot.at-Archiv
[3]…COMPASS-VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959
TAG DES DENKMALS 2018 – EUROPÄISCHES KULTURERBEJAHR – SCHÄTZE TEILEN
110 Jahre Schlachthof – Arena Wien
In Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt Wien
Eine eigene umfassende Ausstellung gibt mittels hunderter Exponate einen Einblick in die Geschichte des Schweineschlachthauses, des Standortes und seiner Entwicklung bis heute. Führungen beleuchten die Besonderheiten der Architektur und ein Fußballturnier (Arena Cup) erinnert an die Anfänge des Fußballs, der von Werkmannschaften der Industrie geprägt war.
Öffnungszeiten: 10.00 bis 20.00
Führungen durch das Gelände und die Ausstellung:
11.00, 15.00 und 18.00 (Dauer ca. 60min.)
Film und Foto Spezialführung:
12:00, 16:00 und 19:00
Treffpunkt: vor dem Verwaltungsgebäude
Rahmenprogramm: Kaffe & Kuchen, Arena Cup Fußballturnier
EINTRITT FREI!
Arbeiterporträt vor Donau-Verladestelle, 1020 Wien – Lagerhäuser der Stadt Wien, Kaianlage

Lage:
zwischen der 18701 erbauten Stadlauer Staatsbahnbrücke (heute: Stadlauer Ostbahnbrücke) und der Reichsbrücke.
Arbeiterporträt auf dem Gelände/Güterumschlagsplatz zwischen Donau, Handelskai und früherem Endpunkt der Ausstellungsstraße.
Fotografie:
Fotografie von Kammerfotograf Martin Fachet, Sieveringerstraße 5, 1190 Wien, am 01.08. 1924 – Stempel rückseitig.
Von Franz Blattner in den 1950er Jahren an die Gewerkschaft für Handel, Transport und Verkehr in einer Transportrolle verschickt worden. Franz Blattner war Bezirksrat in der Leopoldstadt in den Jahren zwischen 1955 und 1959.2
Im Fokus steht eine Gruppe von Männern und Frauen unterschiedlichen Alters mit leichter Arbeitskleidung, teilweise barfuß. Die hellen Schürzen weisen keine starken Verschmutzungen wie zb. bei Arbeiten mit Kohle auf.

Zwei Gleise mit Weichenverbindung im Mittelgrund. Im Vordergrund – vor der Gruppe der Arbeiter – links eine Weiche, rechts ein Spill – möglicherweise Teile einer Rangier- und Spillanlage.
Halbportalkrananlage als Verladekran zwischen Schiffen und Lagerhaus bzw. Magazin, erbaut von Amme, Giesecke & Konegen, laut Aufschrift auf dem Kranhaus.
Die Blitzableiter (im Bildhintergrund, auf dem Gebäudegiebel) wurden 1917 vom Stadtrat genehmigt und von der Firma „Ericsson“ ausgeführt und angebracht.3
Baubeschreibung:
Zweigeschossiger, regionstypischer Sichtziegelbau des ausgehenden 19./beginnenden 20. Jahrhunderts mit unterschiedlichen Mauerverbänden und Ziegelfriesen (zb. Kerbschnitt) zur dezenten Gliederung der Fassade, die ansonsten schmucklos ist. Häufig verwendeter Bautypus für Handels-, Kommunal- und Industrieanlagen ab dem 3. Viertel des 19. Jahrhunderts bis ins 1. Viertel des 20. Jahrhunderts (ab 1910 kaum noch). Der gesamte Bau steht traufständig zum Donauufer, dazwischen die Gleisanlage für die Güterwaggons und der Halbportalkran4 zur Be- und Entladung von Schiffen.

Die klar durch Lisenen gegliederten Achsen weisen je 2 schmale Segmentbogenfenster mit Lüftungsklappen auf, die größere Verladeöffnungen flankieren.
Einführung in die Geschichte der Lagerhäuser:
„Schon 1878 hatte die Stadt Wien durch Erbauung zweier Magazine am Donauufer für die städtischen Lagerhäuser begonnen, fördernden und regelnden Anteil am Umschlag zu nehmen. In rascher Folge wurde die Anlage erweitert [..]“5
1909 wurde wegen „Mangels moderner Einrichtungen“ und weil die Anlage weniger Ertrag abwarf, als sie könnte, modernisiert, was offenbar schon länger diskutiert und dann endlich beschlossen wurde. Es bestand die Absicht das Gebiet zu einem „Hauptstapelplatz für Getreide“ zu machen.
Ausbauten von Hallen und Magazinen, Neubauten von Magazinen, technische Einrichtungen, Vergrößerungen und Zusammenfassung des Geländes wurden stetig vorgenommen. 6
Finanzieller Zuschuss und Auftragsvergabe mehrere Elevatoren für Magazine des städtischen Lagerhauses an Amme, Giesecke & Konegen wurden im Frühjahr 1917 vom Stadtrat genehmigt.7 Zu dieser Zeit hatte die Braunschweigische Firma einen Sitz in Wien Simmering.8 Bereits um 1910 hatte die Mühlenbauanstalt Amme, Giesecke & Konegen AG einen Sitz in 1090 Wien und vergrößerte ein Jahr zuvor – 1909 – die Roggenmühle Skaret, Hanusch & Co. (Hammerbrotwerke und Dampfmühle) in (direkt an der heutigen Grenze) Schwechat.9
192410 Zuschusskredit per Gemeinderatsbeschluss für die Erbauung von drei neuen Warenmagazinen (für 1000 Mio. Kronen) in der Prateranlage der Lagerhäuser der Stadt Wien, für die Deckung der durch “Lohnsteigerung [..] verursachten Mehrkosten” (für 100 Mio. Kronen) und für die Errichtung und Erweiterung des Projektes einer Rangier- und Spillanlage (für 400 und 50 Mio. Kronen) in der Kaianlage der Lagerhäuser an Amme, Giesecke & Konegen.11
Bis zum 31. Jänner 1925 zählten die städtischen Lagerhäuser, die auf großen Flächen unterschiedlich verteilt lagen und immer mehr ausgebaut wurden, zu den städtischen Unternehmungen. Danach wurden alle in einer handelsgerichtlich protokollierten Firma unter dem neuen Namen „Lagerhäuser der Stadt Wien“ zusammengefasst und von der Stadt Wien als Inhaberin betrieben.12
Die städtischen Lagerhäuser gliederten sich in 6 verschiedene Teilbetriebe:13
In der Kaianlage gab es neben dem großen Getreidespeicher noch 2 zweigeschossige Magazine für je 400 Waggons für Getreide und Stückgutlagerung.14

Die beiden Magazine VIII und IX. Das Magazin X rechts unten im Bild wird kurz darauf durch den großen Getreidespeicher ersetzt. Generalstadtplan der Stadt Wien, 1904, Aus: www.wien.gv.at/kulturportal
Zwischen 1913 und 1928 wurden die Gebiete der späteren Lagerhäuser der Stadt Wien stark erweitert und zusammengefasst. 1913 waren die Kai- (Aufnahmeort der Fotografie) und die Prateranlage die ältesten Bauteile des Areals mit drei Landungsplätzen: Wien Lagerhaus, Wien Speicher Zwischenbrücken und Wien Winterhafen.15
Mögliche Gründe für die Fotografie – Annahmen:
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Bilderverweise befinden sich direkt in der Bildunterschrift
In unser Archiv haben per Juni 2018 zwei frühe Fotos des 1927-1928 errichteten Industriepalastes Brünn Einzug gefunden [1]. Da die aus dem 2. Weltkrieg stammenden Fotos mit “Prag” benannt waren, wurde unsererseits beim Stadtarchiv Prag diesbezüglich nachgefragt.
Herr PhDr. Jiří Smrž vom o.a. Archiv wies uns auf die wahre Örtlichkeit des außergewöhnlichen Gebäudes hin, wofür ihm unser Dank gebührt [2].
Auf der sehr gut organisierten Website des BAM Brno ist zu dem Palast am Messegelände Folgendes zu lesen [3]:
“Das Gebäude des Palastes für Handel und Industrie ist ein wichtiger Bestandteil der urbanistischen Komposition des gesamten Messegeländes. Sein Grundriss in Form des Buchstabens V, der durch die Kurven der Seitenflügel durchschnitten ist, bestimmt die Richtung der zwei wichtigsten Kompositionsachsen der Verbindungswege des Geländes. Der Bau besteht aus einer Stahlbetonkonstruktion mit den charakteristischen parabolischen Trägerbögen und verglasten Wänden, die eine ideale Beleuchtung der Ausstellungen mit Tageslicht ermöglichen.
Im ursprünglichen Entwurf des Architekten Kalous war eine waagrechte Balkendecke vorgesehen, die durch halbkreisförmige Bögen gestützt werden sollte. Aufgrund der zu hohen Belastung der Trägerbögen veränderte jedoch Jaroslav Valenta deren Profil, gab ihnen eine parabolische Form und ersetzte die Decke durch ein walzenförmiges mit Längsverstrebungen versehenes Gewölbe. Der Bau des Pavillons dauerte insgesamt 230 Tage und erforderte 50 Güterwagons Material. Die Ausstellungsflügel, die im repräsentativen Raum der Eingangs-Rotunde zusammenlaufen, waren ursprünglich lediglich durch Gänge mit einem überdachten Innenhof verbunden. Im Jahre 1976 wurde an deren Stelle nach Entwürfen der Architekten Ivan Ruller, Zdeňek Müller und Peter Uhlíř ein Anbau mit administrativen Räumlichkeiten errichtet, dessen Glasfassade nun die Hauptflügel des Pavillons miteinander verbindet.
In den 80er Jahren wurde eine Sanierung des gesamten Gebäudes durchgeführt. Im Zuge dessen wurden in die Ausstellungssäle Galerien und eine Heizanlage eingebaut, sodass der Betrieb auf das ganze Jahr ausgeweitet werden konnte. Zur Vervollkommnung des ganzjährigen Nutzungskomforts des gesamten Ausstellungsareals trugen auch die Passerellen von Miroslav und Dagmar Velehradský bei. Einer dieser walzenförmigen Verbindungsgänge, die auf einer Fachwerkkonstruktion angelegt wurden und von einem spiralenförmigen Mantel umgeben sind, entstand auch zwischen den Pavillons A und C. Heute ist der Pavillon immer noch in Benutzung; durch die Installation zusammengedrängter Ausstellungskojen werden seine großzügigen räumlichen Möglichkeiten jedoch nicht mehr genutzt.”
Quellen:
[1]…2 Kontaktkopien von Rollfilm 6×9 auf Agfa Lupex , Eigentum schlot.at-Archiv (2018)
[2]…Email vom 12.06.2018, PhDr. Jiří Smrž, Stadtarchiv Prag
[3]…BAM Brno, Architektonische Besonderheiten von Brünn, Industriepalast, abgefragt am 14.06.2018
Zwischen (Lageplan) Donau und Handelskai wurde auf einer Fläche von 70.470m²1 die Anlage des großen Getreidespeichers als Eisenbetonbau2 1911-13 nach Plänen von Karl Krepp, Friedrich Mahler (Schüler Otto Wagners) und Albrecht Michler (ebenso Schüler Otto Wagners) erbaut.3Der mechanisch betriebene Bodenspeicher4 hatte ein Fassungsvermögen von 30.000t Frucht5 oder 3000 Wagoneinheiten6 7.
„Der Speicher wurde im Frühjahr 1913 fertiggestellt, die Nebengebäude sind im Frühjahr 1914 vollendet worden, das Heizhaus wurde im Frühjahr 1915 in Betrieb genommen.“8
1986 erfolgte erstmalig ein Umbau zu einem Hotel (Scandic Crown).9 Danach weitergeführt als Holiday Inn und seit 2011 als Hotel Hilton Vienna Danube.9
Die Länge beträgt 140m, die Breite 34,40m, die Höhe am Mittelbau 45,85m und an den Seitenteilen 36,15m.10
Bauten in der Anlage:
Neben dem Hauptbau, dem großen Getreidespeicher: noch zwei zweigeschossige Magazine, die Raum für je 400 Waggons (nicht nur für Getreide, sondern auch für Stückgutlagerung) bot.11 Der Umschlag erfolgte hier durch einen fahrbaren Portaldrehkran mit einer Tragkraft von 5t.12
Weitere Nebengebäude: Administrationsgebäude und Zubau, Gastwirtschaft mit Waschraum und Garderobe für die Arbeiter und Amtsräumen, Kohlenbunker, Werkstätten, zwei Gebäude mit: Arbeiter-Unterstandsräumen, Requisitenräumen, Aborten, Lokommotivheizhaus, Isolierraum für „infektiös Erkrankte“ und weiters ein einstöckiges Arbeiterwohnhaus in der Prateranlage.13
Der große Getreidespeicher/Das Hauptgebäude:
Der große Getreidespeicher bestand aus einem zentralen, höheren Teil, bekrönt von einem Laternenaufbau über einem Dachbodenstock (beides aus Eisenbeton)14 und jeweils ein niederer, langer Bauteil an den Seiten. Der Laternenaufbau diente zur Führung der vier Längsbänder/Transportbänder.15
In den die Seitenteile überragenden weiteren drei Stockwerken im Mittelteil sind Verteilungsapparate, Motoren und Elevatorenköpfe untergebracht.16
Fundament: 1,20m dicke Betonplatte aus Stampfbeton, darüber ein pyramidenförmiges Säulenfundament
Erdgeschoss: Manipulationsraum: 4,1m hoch. Im Inneren des Gebäudes Bahngleise in der Längsmittelachse, bis 90cm unter dem Parterrefußboden (zur Erleichterung der Verladung).
Unter dem ebenerdigen Fußboden liefen durch die ganze Länge des Gebäudes zwei Kanäle, die vier Längstransportbänder enthielten.
Außen an den Längsfronten erstreckten sich 90cm unter dem Parterrefußboden die Beton-Laderampen, welche auf der Landesseite von einem Dach aus Eisenbeton geschützt wurde.
Die Höhendifferenz zwischen Fußboden und Laderampen wurde durch Betonstufen ausgeglichen.
Stahlrollbalken an den Türen.17
Dachdeckung aus Eternitschiefer; alle Fenster aus Eisen, die Türen aus Eisen und aus feuerfest (Eisen auf Asbest) verkleidetem Holz, elektrische Beleuchtung im ganzen Speicher und Notbeleuchtungsanlage mittels Akkumulatoren.18
Mittelteil:
Der Mittelteil bestand aus einem Erdgeschoß und elf Stockwerken (darüber der Laternenaufbau), in den niederen Seitenteilen befanden sich über dem Erdgeschoß sieben Stockwerke.19
Im Mittelbau lagen:
Maschinenräume, Innenelevatoren, Putzerei. Rechts und links davon: die insgesamt 26 Silozellen (Fassungsvermögen: 6-35 Waggons gesamt).
Im ersten Stock des Mittelbaus: der zentrale Schaltraum.20
Darüber im zweiten Stock der Akkumulatorenraum. 2. – 6. Stock (des Mittelbaus): Reinigungs- und Putzmaschinen für das Getreide, außerdem Ventilatoren zur Entstaubung
Landseitig: 2 Stiegenhausanlagen aus Eisenbeton im Mittelbau → Lastenaufzüge von je 1,5t
Toilettanlagen in jedem Stockwerk seitlich des Stiegenhauses.21
Von den Gleisen im Inneren ausgehend: Eisenbetonstiege im Mittelbau: führt von außen in den ersten Stock.22
Seitenteile und Stirnseiten:
Sicherheitsmaßnahmen:
4 Brandmauern im Inneren
Stirnseiten: offene Notstiege aus Eisenbeton24
An der Gebäudeaußenseite zur Donau hin „ist in der Höhe des ersten Stockwerks eine Galerie zur Aufnahme von zwei Längsbändern angebaut, die an den beiden Enden um je 21m über die Speicherfront ragt.“25
Technische Einrichtungen (Zusammenfassung):
3 fahrbare Getreidehebewerke/Schiffselevatoren26 am Landungsplatz (stündliche Leistung: 50t Getreide) mit gleichzeitiger Gewichtsbestimmung durch 827 fahrbare, automatische Waagen. Ein Verladen zwischen Schiffen, dem Speicher, Fuhrwerken oder Bahnwagen wurde dadurch erheblich erleichtert.28
Maschinenräume, Innenelevatoren, Verteilungsapparate, Reinigungs- und Putzmaschinen, Entstaubungsanlagen, zentraler Schaltraum, elektrische Beleuchtung und Notbeleuchtung, Kräne (fahrbarer Portaldrehkran, fahrbarer Verladekran am Ufer)
Beteiligte Personen und Firmen:
Techniker und Baudirektor: Ing. Goldemund
Bauinpektor: Ing. F. Willomitzer (Bauleitung)
Ständige Beaufsichtigung: Ing. G. Wurzinger
Generalunternehmer: Errichtung der Speicher, Beistellung der Schiffselevatoren und Umbau der Gleisanlage: Maschinenfabrik-Aktiengesellschaft N. Heid in Stockerau
1Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes, Schriftleiter: Stadtbaurat Ing. Dr. Techn. Rudolf Tillmann, Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 1935, S. 184
2Das neue Wien, Städtewerk, Band 4, Wien 1928, S. 170
3Felix Czeike, Historisches Lexikon der Stadt Wien, 1992-1997, Band 2, S. 528
4Ebenda
5Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes, Schriftleiter: Stadtbaurat Ing. Dr. Techn. Rudolf Tillmann, Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 1935, S. 184
6Das neue Wien, Städtewerk, Band 4, Wien 1928, S. 170
7Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 81/3
8Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 89/3
9Felix Czeike, Historisches Lexikon der Stadt Wien, 1992-1997, Band 2, S. 528
10Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes, Schriftleiter: Stadtbaurat Ing. Dr. Techn. Rudolf Tillmann, Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 1935, S. 184
11Das neue Wien, Städtewerk, Band 4, Wien 1928, S. 170
12Ebenda
13Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 89/3
14Ebenda
15Ebenda
16Ebenda
17Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 81/3
18Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 89/3
19Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes, Schriftleiter: Stadtbaurat Ing. Dr. Techn. Rudolf Tillmann, Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 1935, S. 184
20Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 81/3
21Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 82
22Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 81/3
23Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 82
24Ebenda
25Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 82
26Das neue Wien, Städtewerk, Band 4, Wien 1928, S. 170
27Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes, Schriftleiter: Stadtbaurat Ing. Dr. Techn. Rudolf Tillmann, Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 1935, S. 184
28Ebenda, S. 185
Im Zuge der Errichtung der II. Wiener Hochquellen-Wasserleitung (Eröffnung 02.12.1910) wurde im heutigen Wien 14, Höhe etwa Hadikgasse 184 (OBI), ein großes Werksgelände für die Lagerung und Prüfung von Wasserrohren geschaffen [1]. Das Rohrlager der Wiener Wasserwerke bestand am Gelände bis etwa 1990 [2] In der Festschrift zur Eröffnung der Leitung [1, S.221-222] ist das Gelände wie folgt beschrieben:
Der erste Spatenstich für die Wiener Verteilungsanlagen wurde am 21. Mai 1907 geführt, an welchem Tage der Bau der Rohrprobieranstalt in Angriff genommen worden ist.
Im Jahre 1907 erfolgte jedoch nur die Ausführung der umfangreichen Terrainregulierungen und der Hochbauten; vom Januar bis März 1908 wurden die maschinelle Einrichtung und in den beiden folgenden Monaten die Straßen- und Geleiseanlagen sowie die Einfriedung der Rohrlagerplätze hergestellt. Ende Juni 1908 befand sich die Rohrprobieranstalt in betriebsfähigem Zustande; am 16. Juli wurden die ersten Gussrohre geliefert und der Betrieb der Anstalt eröffnet.
Unterdessen war schon Mitte April mit den Bauarbeiten für den Anschluß der Anstalt an die Frachtenstation Penzing der k. k. Staatsbahnen begonnen worden.
Die hiezu erforderlichen Erd- und Baumeisterarbeiten waren Mitte August vollendet, worauf die Geleiselegungen, Straßenherstellungen und die Montierung des Überladekranes zur Ausführung gelangten.
Die Anlage, welche sich am linken Wienflussufer in unmittelbarer Nähe der Guldenbrücke inmitten von ausgedehnten, 25.600 m² großem Rohrlagerplätzen befindet, besteht aus einem Maschinenhaus mit 467 m² Fläche, einer 250 m² großen Schieberhalle, aus einem kleineren Werkstatt- und Depotgebäude mit 134 m² Fläche und endlich aus einem einstöckigen Verwaltungsgebäude von 272 m² Grundrissfläche.
Die Maschinenhalle besitzt drei moderne Rohrpressen für gerade Rohre alle Kaliber und eine ganz neuartige Einrichtung für die Erprobung von Bogenröhren (Krümmern). Der erforderliche maschinelle Antrieb wird durch elektrische Motoren bewerkstelligt. Die ganze Anlage kann überall auf schmalspurigen, im ganzen 1100m langen Geleisen befahren werden, welche bis zum Schleppgeleise bei der Frachtenstation Penzing der k. k. Staatsbahnen führen. Der hier zwischen dem Niveau der Schmalspur und jenem der Normalspur bestehende Höhenunterschied von 6.80 m wird durch einen elektrisch betriebenen Kran derart überwunden, dass die Rohre von den beladenen Eisenbahnwaggons direkt abgehoben, auf die kleineren Rohrtransportwagen der Schmalspur überladen und auf letzteren in die Rohrprobieranstalt, beziehungsweise zu den Lagerplätzen ohne weitere Umladung befördert werden können.
Am 10. Oktober 1908 wurde nach vorgenommener Belastungsprobe der Bahnanschluß dem Betriebe übergeben.
Die Rohrprobieranstalt wird auch nach Vollendung der Zweiten Hochquelleleitung behufs Erprobung des jeweils erforderlichen nicht unbeträchtlichen Ergänzungsvorrates an Rohren im Betrieb bleiben.
Im schlot.at-Archiv befinden sich vier undatierte, großformatige Fotos der Anstalt, die vermutlich um 1960 aufgenommen wurden [3]. Eines davon zeigt die wohl neuralgische Stelle der Werkes, den Überladekran mit Anschluß an die Westbahnstation Penzing, der die 6.80m Niveauunterschied zwischen Schleppgeleisen und Schmalspur überwindet. Die Luftaufnahme ist älteren Luftbildern zufolge vom 1933-1983 bestehenden Gasometer Baumgarten aus aufgenommen [4].
Quellen:
[1]…Die zweite Kaiser-Franz-Josef-Hochquelleleitung der Stadt Wien. Eine Gedenksschrift zum 2. Dezember 1910. Gerlach und Wiedling, Kommissionsverlag der Gemeinde Wien. 257 S. und Beilagen.
[2]…2. Wiener Hochquellenleitung auf wikipedia.org, abgefragt am 01.01.2018
[3]…4 Fotos Rohrprobieranstalt Baumgarten, Eigentum schlot.at (2017)
[4]…wien.gv.at, abgefragt am 01.01.2018
In Ponta Delgada, der größten Stadt der autonomen portugiesischen Inselgruppe Azoren (auf der Insel Sao Miguel), liegt diese Zuckerfabrik. Sie wurde 1882 als Alkoholfabrik (Produktion von Industriealkohol aus Süßkartoffeln) gegründet und 1906 um eine (saisonal beschränkte) Zuckerproduktion erweitert. Die Zuckerproduktion erfolgte an 50-80 Tagen pro Jahr im 3-Schicht-Betrieb. Diese Anzahl wurde 1997 auf 120 Tage pro Jahr ausgedehnt. Aufgrund von knappen Personalressourcen im landwirtschaftlichen Bereich wurde auch die Mechanisierung der Rübenkultur und Ausbildung von Landwirten gefördert.
Die wichtigsten Produkte sind heute weißer und gelber/brauner Zucker sowie Ethylalkohol (96%), Reiner Alkohol (96 und 70%), Sanitäralkohol (70%).
Fotos: schlot.at / cm (2017)
Quellen: Geschichte von Sinaga (PT) | (DE) – übersetzt durch Google Translate, Sinaga bei Facebook
Im Zuge der Wohnraumschaffung wurde um 2007/08 [1] mit dem Abtrag des ehemaligen Frachtenbahnhofes Praterstern begonnen. Damit wurde dem Umstand Rechnung getragen, dass die Art der ehemaligen Nutzung (u.a. Umschlagplatz für Kohle und Koks) als obsolet bezeichnet werden muss. Markant waren am Standort die Kohlehöfe, Kohlerutschen und Kohlebunker. Innerstädtisch wird heute zum Glück kaum noch Koks verfeuert.
Eine kurze Geschichte des Altstandortes findet sich in einer Gefährdungsabschätzung des Umweltbundesamtes [2].
Zitat daraus (Beginn):
Der Altstandort „Frachtenbahnhof Praterstern“ befindet sich im 2. Bezirk von Wien nördlich des Pratersterns. Der Altstandort wird im Westen von der Nordbahnstrasse, im Norden von der Innstraße, im Osten von der Vorgartenstraße und im Süden von der Lasallestraße abgegrenzt. Die Fläche des gesamten Altstandortes beträgt insgesamt rund 820.000 m², der Teilbereich „Werkstätte“ befindet sich auf einer Fläche von rund 6.000 m². Im Jahr 1838 wurde die Kaiser-Ferdinand-Nordbahn mit einem Personenbahnhof errichtet. Etwa 1860 wurde der Bahnhof erweitert und es wurden auch vermehrt Güter (vor allem Kohle, landwirtschaftliche Produkte und Holz sowie diverse Industriegüter) am Areal des Frachtenbahnhofs umgeschlagen. Etwa 1865 wies der Bahnhofbereich schon seine maximale Ausdehnung auf. Es entstanden große Lagerhäuser sowie auch freie Lagerflächen, Werkstätten und diverse Produktionsbetriebe. Während des 2. Weltkriegs wurde das gesamte Areal des Frachtenbahnhofs durch Bombentreffer nahezu vollständig zerstört. Nach 1945 bis etwa 1990 wurde das Areal durch eine große und häufig wechselnde Zahl an Betrieben genutzt. Nach 1945 bis etwa in die 80-iger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden auch große Mengen an Mineralölprodukten am Standort um geschlagen.Ein Teilbereich des Bahnhofgeländes wurde seit rund 100 Jahren als Werkstätte für Lokomotiven genutzt. Im Bereich des Altstandortes sowie im näheren Umfeld waren auch mehrere Jahrzehnte lang oberirdische Öltanks situiert, die genaue Lage sowie Art und Menge der umgeschlagenenProdukte sind großteils nicht mehr bekannt. Im Bereich des Altstandortes befinden sich seit etwa 1867 bestehende Gleisanlagen, die großteils noch immer in Verwendung sind.
Zitat Ende
Die beigefügten Fotos aus 2008-2012 [3] sollen wertfrei den Bestand an alten Lagerhallen, Gleisanlagen und Kohlerutschen sowie den Übergang zu einem modernen Stadtteil dokumentieren. Zu dieser Zeit war das Gelände für Randgruppen aller Art hochinteressant: Obdachlose, Sprayer, spielende Schlüsselkinder, Kupferkabeldiebe, Altmetallsucher und Kampfhundebesitzer grasten regelmäßig das Gelände in puncto ihrer Interessen ab. Im Oktober 2008 konnte man in einer alten für China-Importware genutzen Lagerhalle ein Bad in Glückskeksen nehmen-siehe das in rot gehaltene Foto. Leider wurde durch die vielen ungebetenen Besucher auch viel zerstört. Dezidiert stellt sich schlot.at gegen jegliche Form des Vandalismus.
Quellen:
[1]…wien.gv.at/Rudolf Bednar-Park, abgefragt am 11.12.2017
[2]…Altstandort „Frachtenbahnhof Praterstern – Bereich Werkstätte“, UBA, abgefragt am 11.12.2017
[3]…Fotos 2008-2012, schlot.at
Von einem gewissen Franz Moltré, Beethovenstraße 24, Komotau (heute Chomutov) sind 8 Art Déco-Möbelskizzen und ein Briefumschlag aus der Zwischenkriegszeit ins schlot.at-Archiv gelangt [1].
Eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung ergab folgende Auskunft:
+++Aus dem Adressbuch der Stadt Chomutov geht ervor, dass Franz Moltré von etwa Mitte der 1920er Jahre bis zum Zweiten Weltkrieg eine Tischlerei im Haus Nr. 948 an der Ecke Školní und Beethovená betrieb. Er ist nicht im Verzeichnis der im Zuge der Beneš-Dekrete vertriebenen Deutschen verzeichnet. [2]+++
Ein Vergleichsstück des unten erstabgebildeten Art-Déco-Entwurfes (allerdings von Jindřich Halabala) fand Constanze C. Czutta (schlot.at) hier [3].
Wer hat weitere Informationen zu Franz Moltré und seiner Existenz nach 1938?
Quellen:
[1]…Acht Pauspapier-Skizzen von Franz Moltré bzw. dessen Werkstatt und ein Briefkuvert. Eigentum schlot.at-Archiv (2017)
[2]…Email der Stadtverwaltung der Statutarstadt Chomutov vom 13.04.2017
[3]…theoldcinema London, 03.12.2017.
Ergänzend zu unserem Artikel über das Gaswerk Simmering liefern wir mit 5 Jahren Verspätung (!) eine als äußerst selten anzusehende Ansicht [1].
Zu erkennen sind die vor dem markanten Ofenhaus (Bildmitte) freistehenden Schrägkammeröfen samt einem Kamin (Eisenkonstruktion links im Bild, vgl. Quelle [2]) und die in Bau befindlichen Generatoren (Rohrleitung in Bildmitte, Konstruktion im rechten Mittelgrund mit Tonnengewölbe, vgl. Quelle [3]).
Das Foto stammt vermutlich aus den sehr frühen 1910er – Jahren, da ostsüdöstlich des Ofenhauses bereits Zubauten bestehen, die 1912 bereits deutlich weiter gediehen waren als am gegenständlichen Foto erkennbar [3].
Sehr schön erkennt man in Quelle [2], die das Ablöschen des verbrauchten Kokses zeigt, die am Foto ersichtlichen Baulichkeiten samt dem weißen Generatorengebäude mit Tonnengewölbe.
Quellen:
[1]…Echtfoto 112 x 85 mm, ELKO-Fotopapier, Charge #2944, falsch beschrieben als “Gas Plant Stein”, vielmehr: Gaswerk Simmering. Eigentum schlot.at-Archiv (11/2017)
[2]…austria-forum.org/Imagno, Schrägkammeröfen Gaswerk Simmering, abgefragt am 27.11.2017.
[3]…Stadt Wien – Kulturgut, Generalstadtplan 1912, abgefragt am 27.11.2017
Die hier abgebildete Fabrik [1] ist die 1921 gegründete [2] Kunstseide AG Theresienthal im äußersten Norden Böhmens (Riesengebirge); sie war die erste derartige Produktionsstätte in der Tschechoslowakei und wurde als „Werk Secheza“ bezeichnet [3].
Über die Zwischenkriegszeit ist hierorts kaum etwas bekannt. Laut Quellen [2] und [3] wurde diese Kunstseidenfabrik in den 1960er Jahren zum Hersteller von Gummiprodukten für die Automobilindustrie umprofiliert und firmierte schließlich als Rubena Rudník [2]. 1989 erfolgte eine neuerliche Umfirmierung, die nicht weiter dokumentiert ist [3].
2010 berichteten Medien von einer folgenschweren Explosion im Werk der Firma AVON Automotive in Rudník [4]. Es liegt nahe, dass AVON Automotive nunmehr der Rechtsnachfolger von Rubena Rudník ist [5]. Dies wird durch die Geschichtsseite des Unternehmens untermauert, wo der Einkauf nach Rudník (wohl das Rubena-Werk) in der Zeitleiste mit dem Jahr 2000 dokumentiert ist [6].
Quellen:
[1]…Fotopostkarte „TEREZIN“, im unteren Teil schwarz retouchiert der Schriftzug „Kunstseide AG Theresiental“. 133 x 83 mm Belichtungsfläche, ohne Jahr. Wohl um 1925-1930 Eigentum schlot.at-Archiv (2017)
[2]…Terezín (Rudnik) auf wikipedia.org, abgefragt am 30.11.2017
[3]…rudnik.cz, Geschichte (tschech.), abgefragt am 30.11.2017
[4]…lidovky.cz, Bilder und Bericht von der Expolosion 2010 (tschech.) abgefragt am 30.11.2017
[5]…Avon Automotive, abgefragt am 30.11.2017
[6]…Avon Automotive/Geschichte, abgefragt am 30.11.2017
Neuzugang ins Archiv:
Nachlass eines ehemaligen Mitarbeiters der britischen Great Western Railway-Lokomotivwerkstätte und -fabrik Swindon Works, Wiltshire, England [1].
1841 gegründet, wurden bis 1843 nur Reparaturen ausgeführt, 1846 die erste eigene Lokomotive “Premier”erzeugt. 1850 wurde mit der Herstellung von Güterwaggons begonnen. 1851 wurden bereits über 2000 Arbeiter beschäftigt und eine Lokomotive pro Woche fertiggestellt.
Ab 1875 wurden zusätzlich Schiffsmotoren für die Schiffsflotte der GWR gebaut. Um 1900 hier gefertigte komplette Züge wiesen bereits elektrische Innenbeleuchtung auf, ein Hinweis auf die Innovationskraft des Unternehmens.
1914 wurden im Zuge der Rüstungsproduktion in Swindon Haubitzen erzeugt [2]
Einen sehr guten Überblick über die technische Einrichtung und Organisation der Fabrik anno 1935 gibt Quelle [3].
1947 wurde die Fabrik verstaatlicht [2] und in Folge als Teil der British Railways geführt; sie spezialisierte ihre Produktion auf Diesel-Hydraulik-Lokomotiven. Im Zuge laufender Technologieänderungen wurde die Produktion 1965 eingestellt und der Standort bis 1986 nur noch zu Reparaturzwecken betrieben.
Ein Großteil der uns vorliegenden Bilder wurde um 1986 nach Werksschließung geschossen.
Quellen:
[1]…Foto-Reproduktionen (schwarz-weiß) und Originale vom Abbruch 1986, Eigentum schlot.at-Archiv (2017)
[2]..wikipedia.com, Swindon Works, abgefragt am 19.04.2017
[3]…gracesguide.co.uk, Swindon Works in 1935, abgefragt am 19.04.2017
Dieser Artikel ist einem klassischen Unternehmen der Hilfsindustrie gewidmet:
Die 1899 gegründete [5] Fa. LOURIÉ & Co. widmete sich Zeit ihres Bestehens der Herstellung von Holzverpackungen. Wir wurden auf das Unternehmen aufmerksam, da mehrere Holzkisten [1-4] aus unserem Archiv von dieser Firma mittels Blindprägung oder Farbstempel am Boden gemarkt wurden. Allen Produkten gemeinsam ist die tadellose Herstellung. Sämtliche Kistchen sind vernagelt [1-3] bzw. mittels Schränkung [4] hergestellt.
Folgende Nachweise und Beschreibungen der Fabrik liegen uns vor:
Quellen:
[1+2]…Holzkisten/Bonbonnières für Victor SCHMIDT & Söhne/Bonbons surfins und Casino, Wien, Eigentum schlot.at-Archiv
[3]…Holzkiste für Obstkonservenfabrik D.&S. FALTICZEK, Wien, Eigentum schlot.at-Archiv
[4]…Archivkiste für Glaspositive der Österreichischen Lichtbildstelle, Eigentum schlot.at-Archiv
[5]…COMPASS-VERLAG (1925) Industrie-Compass Österreich 1925/26, S. 1249
[6]…Amtliches Fernsprechbuch Wien 1943, S. 297+383
[7]…COMPASS-VERLAG (1959): Industrie-Compass Österreich 1959, S. 1205:
[8]…COMPASS-VERLAG (1979): Industrie-Compass Österreich 1979, kein Nachweis
Das vorliegende Foto zeigt einen Arbeiter-Schichtwechsel vor den PHILIPS Gloeilampenfabrieken in Eindhoven, Niederlande, um 1930. Die relativ groß entwickelte Aufnahme zeigt viele architektonische Details (Gebäude, Bahntrasse, Bahnschranken, Telegraphenmasten mit Isolatoren, Art-Deco-Fabriksbeschriftung). Nettes Detail am Rande: Im linken Vordergrund spielt ein Arbeiterkind neben einem Freiluft-Hühnerstall.
Ebenfalls interessant ist der Nebenschauplatz im rechten Vordergund: Die Gebäude der KESSELS&VAN HUSSEN Zigarrenfabrik mit Werbung für die Eigenmarke ABONNÉ.
Die Datierung des Fotos nach 1920 liefern der abgebildete Kamin rechts im Bild (Beschriftung PHILIPS 1909) und der 1921 vollendete sogenannte Lichttoren (Lichtturm, hochhausähnliches Gebäude am linken Bildrand), bis in die Gegenwart ein Wahrzeichen der Stadt [2].
Eine kurze planbestückte englischsprachige Zusammenfassung zum Bestand der PHILIPS-Produktionsstätten und zur deren engen Verwebung mit der Eindhovener Stadtgeschichte findet sich in Quelle [3].
Quellen:
[1]… Silbergelatine-Abzug 210 x 145mm “PHILIPS EINDHOVEN”, Eigentum schlot.at (2017)
[2]…Lichttoren auf wikipedia (NL), 28.02.2017
[3]…urbanchange.eu, 28.02.2017
Annonce [1] anno 1892 eines 2017 nicht mehr bestehenden sächsischen Schornsteinherstellers und -sanierers, nämlich der Gebrüder EBELING in Bernburg/Anhalt . Glaubt man dem Inserat, so konnte der “Schornsteinkünstler” “Reparaturen jeder gefährlichsten Art, als: Einbinden, Höherbauen, Geraderichten, Ausfugen, Ausbessern, Abtragen oder Umwerfen etc. bei Besteigung von aussen mit Kunstgerüst fachgemäss, schnell und billigst während des Betriebes” bewerkstelligen.
Wie in vielen Annoncen dieser Zeit wird geradezu Unmögliches beworben. Wie das Umwerfen eines Kamines bei Besteigung mit Kunstgerüst von außen bei laufendem Betrieb funktionieren soll, fragt sich der Autor dieser Zeilen – und wohl auch die beiden armen Figuren in der Annonce. “Fachgemäss” und “schnell” sowie “Fachgemäß” und “billigst” schließen sich nach bisheriger Lebenserfahrung der hier schreibenden Redakteure ebenfalls aus.
Eine Nachfrage beim Hersteller muss unterbleiben, existiert doch kein Schornsteinbauer-Unternehmen dieses Namens mehr [2].
Quellen:
[1]…Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, 40. Jg. 1892, Verlag der Manz‘schen k.u.k. Hof-Verlags- und Universitätsbuchhandlung, Wien. S 254e, schlot.at freundlich zugeeignet von Mag.theol. Rochus HETZENDORFER (2016)
[2]…google.com, 05.02.2017
On the road in Sichuan, China: Bereits im Jahr 2014 sind diese Aufnahmen in der chinesichen Provinz Sichuan auf der Strecke zwischen Leshan und Ya’an entstanden. Die Reihenfolge ist chronologisch, sodass nach Belieben die Strecke nach den aus dem Auto heraus entstandenen Snapshots abgesucht werden kann 😉
Wenn man vergebens nach “alter Industrie” in chinesischen Städten gesucht hat, so wird man entlang der Verkehrsrouten fündig, wie die folgenden Impressionen zeigen…
Alle Fotos: © schlot.at, 09/2014
Zur Orientierung die Fahrtroute:
