AT | Wien | Öffentlicher Verkehr – Autobusse

Sogenannte Stellwägen gab es ab ca. 1825, allerdings hauptsächlich für die Umgebung Wiens und von privaten Unternehmen geführt.
Später wurden eigene Omnibus-Gesellschaften gegründet und ab 1907 gründeten die städtischen Straßenbahnen einen Autobusersatzverkehr für einige Außenbezirke.
Teilweise wurden noch Pferdestellwagenbetriebe geführt.
Am 16. Oktober 1908 wurde eine Elektrobuslinie von Pötzleinsdorf nach Salmannsdorf eröffnet.
In den darauffolgenden Jahren wurden Versuche mit Akkumulatoren- und Benzinwagen unternommen, jedoch während der Kriegszeit (1917) eingestellt. Ebenso der gesamte Pferdebetrieb.

Zwei Jahre darauf wurde der Betrieb mit Benzin- und Elektrowagen wieder aufgenommen, musste im Tagverkehr allerdings aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden. Die Kaufkraft der Bevölkerung fehlte.  1922 wurde der Betrieb komplett aufgelöst und den Städtischen Straßenbahnen übetragen.

1922 und 23 wurde der Betrieb wieder aufgenommen, wenn auch vorerst nur in der Inneren Stadt. Ab 1929 dann auch in den äußeren Bezirken.
So konnte man zum Beispiel mit dem neu eingerichteten Schnellverkehr vom Stephansplatz in 19 Minuten nach Floridsdorf gelangen.

Sondervekehrslinien wurden an bestimmten Tagen zusätzlich eingerichtet: zb zur Frühjahrs- und Herbstmesse in der Rotunde, an wichtigen Feiertagen oder an heißen Bädertagen.

Quelle: Festschrift, Wiener Stadtbauamt, Wien 1935, Seite 407, Abb. 193

Als die Busse nur die Innenstadt befuhren war der Einmannbetrieb (Fahrer) und ein Fahrscheinverkauf an Haltestellen-Automaten üblich. Durch größeres Verkehrsaufkommen wurde der Zweimannbetrieb (zusätzlicher Schaffner im Wagen) und der Einstieg in der Wagenmitte eingeführt.

Die Autobusse waren zuerst mit Luftkammerreifen und später (1926) mit Luftreifen und Druckluftbremsen ausgestattet.

Zonentarif gab es bei der Straßenbahn ab 1892 und Streckenfahrscheine ab 1916.
“Arbeitslosen-Fürsorgefahrscheine” ab 1922.
Den “Nachtfahrschein” seit 1904; einen Abendfahrschein gab es ebenso.

Übrigens wurde die Beförderung von Hunden auf den Stadtbahnlinien 1926 zugelassen, 1931 auch auf den Straßenbahnlinien.

Der Bustarif wurde als Zonentarif mit 5 Stufen bei Tag und 4 Stufen bei Nacht beibehalten. Durch die Wirtschaftskrise und die Geldentwertung  wurde der Tarif zwischen 1903 und 1934 dreissig Mal geändert. Allein Im Jahr 1922 neun Mal.

Quelle: Festschrift, Wiener Stadtbauamt, Wien 1935, Seite 410

Im Jahr 1934 waren 8 Nachtbuslinien nicht nur schneller als bei Tag, sondern auch auf längerer Strecke unterwegs.

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Quelle: Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes, Wien 1935, Seiten 407-410

CZ | Blansko | Graf Salm’sche Eisengießerei

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SALMSCHE EISENGIESSEREI in Blansko, Südmähren – heut. Tschechien

Gusseisen wurde zirka ab der Mitte des 19. Jahrhunderts immer häufiger für moderne Baukonstruktionen mit großer Spannweite (zb. Bahnhofshallen, Fabriken, Hofüberdachungen, Palmenhäuser etc) angewendet.

Die frühesten und bekanntesten Beispiele: Bibliothek Sainte-Geneviève in Paris (Henri Labrouste 1843-51) und der Crystal Palace in London (Joseph Paxton, 1851)

Die Verwendung von Gusseisen gilt als besonders witterungsbeständig und langlebig, war aber vor allem wegen seiner Möglichkeiten in der Produktion sowie in der Hallenarchitektur sehr beliebt. Dennoch wurde der beliebter werdende Werkstoff ua. auch für Terrassenüberdachungen im privaten Wohnbau verwendet. Ein frühes Beispiel zeigt sich im ehem. „Bredaschen Landhaus“ – die heutige Volksschule der Erzdiözese Wien in Mauer – das vom renommierten Architekten Ludwig Förster1 1851-1853 erbaut wurde.

Ebenso in der gusseisernen Parkkollonade in Karlsbad, Tschechien, 1881 von Ferdinand Fellner und Hermann Helmer erbaut, kam der Werkstoff zum Einsatz.2 Auch die renommierte Wiener Firma R. Ph. Waagner plante und errichtete eine zweigeschossige, gusseiserne Veranda – die Villa Tobler in Zürich 1887.3 Alle drei Beispiele wurden vom Werk in Blansko beliefert.

Auch die Baumeister und Handwerker der Wiener Ringstraßenzeit wurden großteils aus Blansko beliefert: zb.: Theophil Hansen – Dampfschornsteine, Parlament4, Wien, Otto Wagner – Bürgerhäuser, Stadtbahnpavillons, Wien,5 Albert Milde – Nussdorfer Schleuse6, Wien.

Die Eisengießerei in Blansko war wohl eine der renommiertesten Gießereien in der österreichisch-ungarischen Monarchie und unterhielt auch eine Geschäftsstelle in Wien.7

Das blansker Gußeisen (versicherte das Kreisamt) ist wegen seiner vorzüglichen Haltbarkeit sehr gesucht, das Stabeisen dürfte das vorzüglichste in Mähren sein; [..]“8

Graf Salm stand schließlich mit seinem Unternehmen unter den Hüttenindustriellen des österreichischen Kaiserstaates an der Spitze; die Eisengießerei Blansko gehörte zu den führenden Spezialwerkstätten ihrer Zeit. Der Aufstieg der Gußeisenproduktion erwies sich gerade in dieser Zeit als äußert aussichtsreich, [..].“9

Die Eisengießerei, die wohl um 1840 begründet wurde, erlangte schnell weitreichenden Ruhm, auch weil sie sehr große Gussteile verschiedenster Art herstellen konnte und die Industrie mit ihren Dampfmaschinen, Mühl- und Pumpwerken beliefern konnte.10

Stoeger, Anton, Gusseiserne Kreuze, Kirchberg am Walde, 2013, Abb. 104

2https://www.karlovyvary.cz/de/parkkolonnade, am 23.06.2019

3http://www.moritzhaeberling.ch/projects/1/1/1, am 23.06.2019

4 https://bda.gv.at/de/aktuelles/artikel/2006/11/die-dampfschornsteine-des-wiener-parlaments/, am 23.06.2019

5 Griesser-Stermscheg, Martina und Krist, Gabriela (Hg.), Metallkonservierung Metallrestaurierung, Geschichte, Methode, Praxis, Sammelband anlässlich der Fachtagung „Metallrestaurierung – Metallkonservierung“ der Universität für angewandte Kunst, Böhlau Verlag, Wien 2007, S. 39, in: https://books.google.at/books?id=Cf6WWj2NILsC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false, am 23.06.2019

6https://www.albertmilde.com/drucke/albertmildesonderausgabe.pdf, am 23.06.2019

7 Stöger, Anton, Gusseiserne Kreuze, Kirchberg am Walde, 2013, S. 3

8 D’Elvert, Christian von Ritter, Zur Geschichte des Bergbaues und Hüttenwesens in Mähren und Oesterr.-Schlesien, Brünn, 1866, S. 276, in: https://books.google.at/books?id=6AH2NBSBZe0C&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false, am 23.06.2019

9Esslinger Studien, Jahrbuch für Geschichte der Oberdeutschen Reichsstädte, Bände 14-16, 1968, S. 178, in: https://books.google.at/books?id=LEIjAQAAIAAJ&q=Gusseisen+Blansko&dq=Gusseisen+Blansko&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj-l4b70P_iAhXlsYsKHa4bBcU4FBDoAQgrMAE, am 23.06.2019

10 Bericht über die dritte österreichische Gewerbeausstellung 1845, Wien, 1846, Personenregister S. 867

AT | 1030 Wien | Ungargasse 28, Schlot des ehem. k.k. Thierarznei-Institutes

Ursprünglich die älteste Veterinärschule im deutschsprachigen Raum, 1765 auf Anregung Gerard van Swietens von Maria Theresia gegründet, 1767 als “Pferde-Curen- und Operationsschule” eröffnet und ab 1777 als Tierspital (ab 1795 “Militair-Thierarzneyschule”) geführt.
1808 in Tierarzneiinstitut umbenannt, 1812-50 an die Medizinische Fakultät der Wiener Universität angegliedert. 1823 wurde der Neubau in Wien 3 bezogen, 1850-1920 als Militär-Tierarzneiinstitut wieder dem Kriegsministerium unterstellt.
1897-1905 führte sie den Namen “K. u. k. Militär-Tierarzneiinstitut und Tierärztliche Hochschule” [..].  Erst 1905 nach Gründung einer Militär-Veterinärakademie in Wien [..] konnte die Tierärztliche Hochschule eine eigene Entwicklung nehmen [..]. 1920 wurde sie unter die Verwaltung des Unterrichtsministeriums gestellt und 1975 zur Universität [..] erhoben. [..]

[..] 1995/96 erfolgte die Übersiedlung in den nach Plänen von Sepp Stein errichteten Neubau in Wien 21.1

Der Schlot, der in typischer Ziegelbauweise am Ende eines schmalen, langgezogenen Shedbaus mit geringer Höhe in den Komplex eingegliedert, steht, wurde wohl zwischen 1887 und 1904 als Teil des Erweiterungsbau errichtet.2

Ab 1897 hieß die Schule “K. u. k. Militär-Arznei-Institut und Tierärztliche Hochschule [..]”3

1898 „Neubau eines klinischen Stalles für das Militär-Thierarznei-Institut in Wien [..]“4

– weitere Info und Video: https://www.vetmeduni.ac.at/de/universitaet/
Informationen zur Tierärztlichen Hochschule ab 1914 im Artikel der Vet.Med. Austria, von Ch. Stanek, Ch. Mache und R. Rautschka: https://center.ssi.at/smart_users/uni/user94/explorer/143/WTM/Archiv/2005/WTM_2-2005/WTM_02-2005_Artikel_4.pdf

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Quellen:
1https://austria-forum.org/af/AEIOU/Veterin%C3%A4rmedizinische_Universit%C3%A4t_Wien, am 16.06.2019, 14:06

2Laut Wien Kulturstadtplan online: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/, am 16.06.2019, 14:06

4Der Bautechniker, 1898, Hauptteil, S. 397,Baunachrichten, am 16.06.2019, 14:06

AT | 1100 Wien | Amalienbad, Umbau und Abbruch der Heizungsanlage, 1980-1986

“Amalienbad” ist eines der größten städtischen Volks- und Schwimmbäder Wiens.1 Ursprünglich mit einer großen, mit Kohle befeuerten Heizungsanlage für das gesamte Objekt und dessen Betrieb ausgestattet. Dazu befand sich an der Südostseite ein Heizhaus mit zwei flankierenden Schloten.

1981 bis 1986 wurde das Bad unter der Planung der Architekten BR h.c. DI Dr. Erich Schlöss und DI Erich Millbacher2 (Statik: DI Günter Appel) generalsaniert und umgebaut. Anläßlich dieser Baumaßnahmen wurde an Stelle des Heizhauses im Untergeschoß eine zweite Schwimmhalle errichtet, wobei auch die beiden Schlote abgetragen wurden.

Neben denkmalpflegerischer Maßnahmen und baulicher Änderungen im Hauptgebäude waren im Bereich des ehemaligen Heizhauses relativ umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich. Daran schlossen sich 2012 weitere erhaltende Renovierungen an.

Sämtliche Maßnahmen wurden unter der örtlichen Bauaufsicht der MA 44 – Bäderverwaltung durchgeführt.

Aus der Bauzeit ab 1981 gibt es aus dem örtlichen Baubüro Schlöss (J.D.- Privatarchiv) einige fotografische Dokumente, die das Denkmal der Wiener Bäderkultur noch teilweise zeigen.

Wenn nicht anders angegeben: Alle Texte, Informationen und Abbildungen zur Verfügung gestellt von J.D.-Privatarchiv. Danke auch an die MA 44 – Bäder für die freundliche Unterstützung.

1_Amalienbad_Ansichtum1970_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Ansicht um 1970. Quelle: J.D.-Privatarchiv
2_Amalienbad_Heizungsanlageum1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Heinzungsanlage um 1980. Quelle: J.D.-Privatarchiv
3_Amalienbad_SuedWestAnsichtum1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Süd-West-Ansicht um 1980. Quelle: J.D.-Privatarchiv
4_Amalienbad_AnsichtvonPuchsbaumg_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Ansicht von der Puchsbaumgasse um 1980. Quelle: J.D.-Privatarchiv
5_Amalienbad_SuedOstAnsicht_Kohlenbunker_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Süd-Ost-Ansicht, Kohlenbunker um 1980. Quelle: J.D.-Privatarchiv
6_Amalienbad_Kesselhaus_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Kesselhaus um 1980. Quelle: J.D.-Privatarchiv
7_Amalienbad_Kesselhaus_Dach_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Kesselhaus – Dach, um 1980. Quelle: J.D.-Privatarchiv
8_Amalienbad_ZweiKesselanlagen_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Zwei Kesselanlagen um 1980. Quelle: J.D.-Privatarchiv
9_Amalienbad_Kessel_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Kessel um 1980. Quelle: J.D.-Privatarchiv
10_Amalienbad_Kohlenbeschickung_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Kohlenbeschickung. Quelle: J.D.-Privatarchiv
11_Amalienbad_Kesselregulierung_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Kesselregulierung. Quelle: J.D.-Privatarchiv
12_Amalienbad_Heizregisterfreigelegt_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, freigelegtes Heizregister. Quelle: J.D.-Privatarchiv
13_Amalienbad_StiegenimKesselhaus_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Kesselhaus – Stiegenaufgang. Quelle: J.D.-Privatarchiv
14_Amalienbad_StiegenimKesselhaus2_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Kesselhaus – Stiegenaufgang. Quelle: J.D.-Privatarchiv
15_Amalienbad_Kommunikation_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Kommunikationsanlage. Quelle: J.D.-Privatarchiv
16_Amalienbad_Messtechnik_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Messtechnik. Quelle: J.D.-Privatarchiv
17_Amalienbad_BeginndesAbbruchs_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Beginn des Abbruchs. Quelle: J.D.-Privatarchiv
18_Amalienbad_BeginndesAbbruchs2_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Beginn des Abbruchs. Quelle: J.D.-Privatarchiv
19_Amalienbad_BeginndesAbbruchs3_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Beginn des Abbruchs. Quelle: J.D.-Privatarchiv
20_Amalienbad_Umbau_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Umbau ab 1981. Quelle: J.D.-Privatarchiv
21_Amalienbad_Umbau2_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Umbau ab 1981. Quelle: J.D.-Privatarchiv
22_Amalienbad_Umbau3_um1980_JDPrivatarchiv
Amalienbad, Umbau ab 1981. Quelle: J.D.-Privatarchiv
23_Amalienbad_Fertigstellung_um1986_MA44Baeder
Amalienbad, Fertigstellung um 1986. Quelle: MA 44 Bäder

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2 Korrektur laut Auskunft: J.D.-Privatarchiv

AT | 1030 Wien, Tag des Denkmals 2018 in der Arena Wien

TAG DES DENKMALS 2018 – EUROPÄISCHES KULTURERBEJAHR – SCHÄTZE TEILEN

110 Jahre Schlachthof – Arena Wien

Eine eigene umfassende Ausstellung gibt mittels hunderter Exponate einen Einblick in die Geschichte des Schweineschlachthauses, des Standortes und seiner Entwicklung bis heute. Führungen beleuchten die Besonderheiten der Architektur und ein Fußballturnier (Arena Cup) erinnert an die Anfänge des Fußballs, der von Werkmannschaften der Industrie geprägt war.

Öffnungszeiten: 10.00 bis 20.00
Führungen durch das Gelände und die Ausstellung:
11.00, 15.00 und 18.00 (Dauer ca. 60min.)
Film und Foto Spezialführung:
12:00, 16:00 und 19:00
Treffpunkt: vor dem Verwaltungsgebäude
Rahmenprogramm: Kaffe & Kuchen, Arena Cup Fußballturnier

EINTRITT FREI!

www.arena.wien

Veranstaltungsort:
Arena Wien – Gelände
Baumgasse 80
1030 Wien

AT | 1020 Wien, Donauverladestelle | Lagerhäuser der Stadt Wien

Arbeiterporträt

Arbeiterporträt vor Donau-Verladestelle, 1020 Wien – Lagerhäuser der Stadt Wien, Kaianlage

Arbeiterporträt
Donauverladestelle, Fotografie Fachet, 01.08. 1924, : Eigentum schlot.at-Archiv

Lage:

zwischen der 18701 erbauten Stadlauer Staatsbahnbrücke (heute: Stadlauer Ostbahnbrücke) und der Reichsbrücke.
Arbeiterporträt auf dem Gelände/Güterumschlagsplatz zwischen Donau, Handelskai und früherem Endpunkt der Ausstellungsstraße.

Fotografie:

Fotografie von Kammerfotograf Martin Fachet, Sieveringerstraße 5, 1190 Wien, am 01.08. 1924 – Stempel rückseitig.

Von Franz Blattner in den 1950er Jahren an die Gewerkschaft für Handel, Transport und Verkehr in einer Transportrolle verschickt worden. Franz Blattner war Bezirksrat in der Leopoldstadt in den Jahren zwischen 1955 und 1959.2

Im Fokus steht eine Gruppe von Männern und Frauen unterschiedlichen Alters mit leichter Arbeitskleidung, teilweise barfuß. Die hellen Schürzen weisen keine starken Verschmutzungen wie zb. bei Arbeiten mit Kohle auf.

Donauverladestelle Arbeitergruppe
usschnitt: Arbeiter und Arbeiterinnen, Donauverladestelle, Fotografie Fachet, 01.08. 1924

Zwei Gleise mit Weichenverbindung im Mittelgrund. Im Vordergrund – vor der Gruppe der Arbeiter – links eine Weiche, rechts ein Spill – möglicherweise Teile einer Rangier- und Spillanlage.

Halbportalkrananlage als Verladekran zwischen Schiffen und Lagerhaus bzw. Magazin, erbaut von Amme, Giesecke & Konegen, laut Aufschrift auf dem Kranhaus.

Die Blitzableiter (im Bildhintergrund, auf dem Gebäudegiebel) wurden 1917 vom Stadtrat genehmigt und von der Firma „Ericsson“ ausgeführt und angebracht.3

Baubeschreibung:
Zweigeschossiger, regionstypischer Sichtziegelbau des ausgehenden 19./beginnenden 20. Jahrhunderts mit unterschiedlichen Mauerverbänden und Ziegelfriesen (zb. Kerbschnitt) zur dezenten Gliederung der Fassade, die ansonsten schmucklos ist. Häufig verwendeter Bautypus für Handels-, Kommunal- und Industrieanlagen ab dem 3. Viertel des 19. Jahrhunderts bis ins 1. Viertel des 20. Jahrhunderts (ab 1910 kaum noch). Der gesamte Bau steht traufständig zum Donauufer, dazwischen die Gleisanlage für die Güterwaggons und der Halbportalkran4 zur Be- und Entladung von Schiffen.

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Ausschnitt: Sichtziegelbau, Donauverladestelle, Fotografie Fachet, 01.08. 1924

Die klar durch Lisenen gegliederten Achsen weisen je 2 schmale Segmentbogenfenster mit Lüftungsklappen auf, die größere Verladeöffnungen flankieren.

Einführung in die Geschichte der Lagerhäuser:

„Schon 1878 hatte die Stadt Wien durch Erbauung zweier Magazine am Donauufer für die städtischen Lagerhäuser begonnen, fördernden und regelnden Anteil am Umschlag zu nehmen. In rascher Folge wurde die Anlage erweitert [..]“5

1909 wurde wegen „Mangels moderner Einrichtungen“ und weil die Anlage weniger Ertrag abwarf, als sie könnte, modernisiert, was offenbar schon länger diskutiert und dann endlich beschlossen wurde. Es bestand die Absicht das Gebiet zu einem „Hauptstapelplatz für Getreide“ zu machen.

Ausbauten von Hallen und Magazinen, Neubauten von Magazinen, technische Einrichtungen, Vergrößerungen und Zusammenfassung des Geländes wurden stetig vorgenommen. 6

Finanzieller Zuschuss und Auftragsvergabe mehrere Elevatoren für Magazine des städtischen Lagerhauses an Amme, Giesecke & Konegen wurden im Frühjahr 1917 vom Stadtrat genehmigt.7 Zu dieser Zeit hatte die Braunschweigische Firma einen Sitz in Wien Simmering.8 Bereits um 1910 hatte die Mühlenbauanstalt Amme, Giesecke & Konegen AG einen Sitz in 1090 Wien und vergrößerte ein Jahr zuvor – 1909 – die Roggenmühle Skaret, Hanusch & Co. (Hammerbrotwerke und Dampfmühle) in (direkt an der heutigen Grenze) Schwechat.9

192410 Zuschusskredit per Gemeinderatsbeschluss für die Erbauung von drei neuen Warenmagazinen (für 1000 Mio. Kronen) in der Prateranlage der Lagerhäuser der Stadt Wien, für die Deckung der durch “Lohnsteigerung [..] verursachten Mehrkosten” (für 100 Mio. Kronen) und für die Errichtung und Erweiterung des Projektes einer Rangier- und Spillanlage (für 400 und 50 Mio. Kronen) in der Kaianlage der Lagerhäuser an Amme, Giesecke & Konegen.11

Bis zum 31. Jänner 1925 zählten die städtischen Lagerhäuser, die auf großen Flächen unterschiedlich verteilt lagen und immer mehr ausgebaut wurden, zu den städtischen Unternehmungen. Danach wurden alle in einer handelsgerichtlich protokollierten Firma unter dem neuen Namen „Lagerhäuser der Stadt Wien“ zusammengefasst und von der Stadt Wien als Inhaberin betrieben.12

Die städtischen Lagerhäuser gliederten sich in 6 verschiedene Teilbetriebe:13

  • Die Kaianlage: an der Donau, zum „Donauumschlagsverkehr und Transitgeschäfte“ zwischen Donaustrom und Handelskai. Da liegt auch der große Getreidespeicher (ehem. Magazin X) = Landungsplatz und Bahnhof der Station Wien Lagerhaus, 1020
  • Der Speicher Zwischenbrücken: an der Donau, zum „Donauumschlagsverkehr und Transitgeschäfte“, zwischen Handelskai und Donaustrom, 1200
  • Der Freudenauer Winterhafen: an der Donau, zum „Donauumschlagsverkehr und Transitgeschäfte“: Magazine und eigener Bahnhof
  • Das Kühllagerhaus: „für Zwecke des Wiener Approvisierungsverkehrs“: Engerthstraße, durch Bahngleise mit der Kai- und der Prateranlage verbunden. Für Fleisch, Wild, Geflügel, Fisch, Eier, Butter, Obst
  • Die Prateranlage: „für Zwecke des Wiener Approvisierungsverkehrs“ (Versorgung der Bevölkerung): Ausstellungsstraße, 1020, 19 Magazine zur Warenlagerung, maschinelle Getreideputzerei, Misch- und Siebanlage für Mehl
  • Die Frucht-, Trocknungs- und Veredelungsanlage: auf der Prateranlage in der Ausstellungsstraße. Für Pflaumen, Dörrung, Trocknung und zum Schälen, Polieren, Halbieren von Erbsen.

In der Kaianlage gab es neben dem großen Getreidespeicher noch 2 zweigeschossige Magazine für je 400 Waggons für Getreide und Stückgutlagerung.14 

Generalstadtplan WienKulturgut 1904
Generalstadtplan WienKulturgut 1904 cut

Die beiden Magazine VIII und IX. Das Magazin X rechts unten im Bild wird kurz darauf durch den großen Getreidespeicher ersetzt. Generalstadtplan der Stadt Wien, 1904, Aus: www.wien.gv.at/kulturportal

Zwischen 1913 und 1928 wurden die Gebiete der späteren Lagerhäuser der Stadt Wien stark erweitert und zusammengefasst. 1913 waren die Kai- (Aufnahmeort der Fotografie) und die Prateranlage die ältesten Bauteile des Areals mit drei Landungsplätzen: Wien Lagerhaus, Wien Speicher Zwischenbrücken und Wien Winterhafen.15

Mögliche Gründe für die Fotografie – Annahmen:

  1. Organisatorische Umgestaltung der Lagerhäuser 1924/25 – Bestandsaufnahme als Auftrag an Kammerfotografen Martin Fachet16 erteilt. Solche Aufträge bekam er öfters zb. Gänsehäufel.17
  2. Zahlreiche Umbauten und Erweiterungen wurden im Sommer 1924 beschlossen. Dennoch bleibt hier die Frage des Hauptaugenmerks auf die eigens versammelte Arbeiterschaft.
  3. Auftrag zur Erfassung der Arbeiter ev. wegen arbeitsrechtlicher, gewerkschaftlicher Gründe. Das Foto wurde in den 1950er Jahren an die Gewerkschaft für Handel, Transport und Verkehr geschickt und der Absender war Bezirksrat18 im zweiten Bezirk.

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2 Handbuch der Stadt 1954, Nachtrag Dez. 1954, S. 10
3 Amtsblatt der Stadt Wien, Band 1917, Nr. 31, 17.04. 1917, Stadtratssitzung vom 12.04. 1917, S. 701
4 Meyers Konversationslexikon, 1905, 6. Auflage, Abb. Krane II
5 Festschrift, S. 131
6 Neues Wiener Tagblatt(Tagesausgabe), Wiener Angelegenheiten, Ausgestaltung des städtischen Lagerhauses, 17.06. 1909, S. 8f.
7 Amtsblatt der Stadt Wien, Band 1917. Nr. 12, 09.02. 1917, Stadtratssitzung vom 01.02. 1917, S. 224
8 Wiener Kommunalkalender, 1919, Anzeige, S. 32
10 Amtsblatt der Stadt Wien, Nr. 50, Jg. 23, Finanzausschuß, 1924, 21.06.1924,  Titelseite
11 Amtsblatt der Stadt Wien, Nr. 51, Gemeinderat, 25.06. 1924, S. 707
12 Das neue Wien. Städtewerk, Band 4, 1928, S. 169 und Lehmann 1925, Band 2, S. 160
13 Das neue Wien. Städtewerk, Band 4, 1928, Seite 170ff.
14 Das neue Wien, Städtewerk, Städtische Lagerhäuser, Band 4, Wien 1928, S. 170
15 Das neue Wien. Städtewerk, Band 4, 1928, S. 173
16 Lehmann 1924, Band 2, Seite 681
17 Amtsblatt der Stadt Wien, Band 1911, Mai, Nr. 42, 26.05. 1911, Stadtratssitzung vom 17.05. 1911, S. 1318
18 Handbuch der Stadt 1954, Nachtrag Dez. 1954, S. 10

Bilderverweise befinden sich direkt in der Bildunterschrift

AT | 1020 Wien, Handelskai 269 | Ehemaliger Getreidespeicher

 

Zwischen (Lageplan) Donau und Handelskai wurde auf einer Fläche von 70.470m²1 die Anlage des großen Getreidespeichers als Eisenbetonbau2  1911-13 nach Plänen von Karl Krepp, Friedrich Mahler (Schüler Otto Wagners) und Albrecht Michler (ebenso Schüler Otto Wagners) erbaut.3Der mechanisch betriebene Bodenspeicher4 hatte ein Fassungsvermögen von 30.000t Frucht5 oder 3000 Wagoneinheiten6 7.

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Luftaufnahme der Kaianlage mit Getreidespeicher – Aus: Das neue Wien, Städtewerk, Band4, 1928, S. 174

 

„Der Speicher wurde im Frühjahr 1913 fertiggestellt, die Nebengebäude sind im Frühjahr 1914 vollendet worden, das Heizhaus wurde im Frühjahr 1915 in Betrieb genommen.“8

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Aus: Der Bautechniker, 14.03. 1919, S.90/3

1986 erfolgte erstmalig ein Umbau zu einem Hotel (Scandic Crown).9 Danach weitergeführt als Holiday Inn und seit 2011 als Hotel Hilton Vienna Danube.9

 

Die Länge beträgt 140m, die Breite 34,40m, die Höhe am Mittelbau 45,85m und an den Seitenteilen 36,15m.10

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Ansicht des Hauptgebäudes von der Donau – Aus: Der Bautechniker, 14.03. 1919, S.81/3

 

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Ansicht von der Uferseite – Aus: Der Bautechniker, 14.03.1919, S.89/3


Bauten in der Anlage:

Neben dem Hauptbau, dem großen Getreidespeicher: noch zwei zweigeschossige Magazine, die Raum für je 400 Waggons (nicht nur für Getreide, sondern auch für Stückgutlagerung) bot.11 Der Umschlag erfolgte hier durch einen fahrbaren Portaldrehkran mit einer Tragkraft von 5t.12

Weitere Nebengebäude: Administrationsgebäude und Zubau, Gastwirtschaft mit Waschraum und Garderobe für die Arbeiter und Amtsräumen, Kohlenbunker, Werkstätten, zwei Gebäude mit: Arbeiter-Unterstandsräumen, Requisitenräumen, Aborten, Lokommotivheizhaus, Isolierraum für „infektiös Erkrankte“ und weiters ein einstöckiges Arbeiterwohnhaus in der Prateranlage.13

Der große Getreidespeicher/Das Hauptgebäude:

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Ansicht von der Donauseite – Aus: Das neue Wien, Städtewerk, Band4, 1928, S. 169

 

Der große Getreidespeicher bestand aus einem zentralen, höheren Teil, bekrönt von einem Laternenaufbau über einem Dachbodenstock (beides aus Eisenbeton)14 und jeweils ein niederer, langer Bauteil an den Seiten. Der Laternenaufbau diente zur Führung der vier Längsbänder/Transportbänder.15

In den die Seitenteile überragenden weiteren drei Stockwerken im Mittelteil sind Verteilungsapparate, Motoren und Elevatorenköpfe untergebracht.16

Fundament: 1,20m dicke Betonplatte aus Stampfbeton, darüber ein pyramidenförmiges Säulenfundament

Erdgeschoss: Manipulationsraum: 4,1m hoch. Im Inneren des Gebäudes Bahngleise in der Längsmittelachse, bis 90cm unter dem Parterrefußboden (zur Erleichterung der Verladung).

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Aus: Der Bautechniker, 14.03. 1919, S.81/3

Unter dem ebenerdigen Fußboden liefen durch die ganze Länge des Gebäudes zwei Kanäle, die vier Längstransportbänder enthielten.

Außen an den Längsfronten erstreckten sich 90cm unter dem Parterrefußboden die Beton-Laderampen, welche auf der Landesseite von einem Dach aus Eisenbeton geschützt wurde.

Die Höhendifferenz zwischen Fußboden und Laderampen wurde durch Betonstufen ausgeglichen.

Stahlrollbalken an den Türen.17

Dachdeckung aus Eternitschiefer; alle Fenster aus Eisen, die Türen aus Eisen und aus feuerfest (Eisen auf Asbest) verkleidetem Holz, elektrische Beleuchtung im ganzen Speicher und Notbeleuchtungsanlage mittels Akkumulatoren.18

Mittelteil:

Der Mittelteil bestand aus einem Erdgeschoß und elf Stockwerken (darüber der Laternenaufbau), in den niederen Seitenteilen befanden sich über dem Erdgeschoß sieben Stockwerke.19

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Blick in das Erdgeschoß des Getreidespeichers – Aus: Festschrift des Wiener Stadtbauamtes, Wien 1935, S. 184

 

Im Mittelbau lagen:

Maschinenräume, Innenelevatoren, Putzerei. Rechts und links davon: die insgesamt 26 Silozellen (Fassungsvermögen: 6-35 Waggons gesamt).

Im ersten Stock des Mittelbaus: der zentrale Schaltraum.20

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Aus: Der Bautechniker, 14.03. 1919, S.81/3

 

Darüber im zweiten Stock der Akkumulatorenraum. 2. – 6. Stock (des Mittelbaus): Reinigungs- und Putzmaschinen für das Getreide, außerdem Ventilatoren zur Entstaubung

Landseitig: 2 Stiegenhausanlagen aus Eisenbeton im Mittelbau → Lastenaufzüge von je 1,5t

Toilettanlagen in jedem Stockwerk seitlich des Stiegenhauses.21

Von den Gleisen im Inneren ausgehend: Eisenbetonstiege im Mittelbau: führt von außen in den ersten Stock.22

Seitenteile und Stirnseiten:

2. – 6. Stock und Dachboden: Bodenspeicher (mit einer Höhe von 3,1m)23, der nach Bedarf mittels Holzwänden in einzelne Kammern unterteilt werden konnte.

Sicherheitsmaßnahmen:

4 Brandmauern im Inneren

Stirnseiten: offene Notstiege aus Eisenbeton24

An der Gebäudeaußenseite zur Donau hin „ist in der Höhe des ersten Stockwerks eine Galerie zur Aufnahme von zwei Längsbändern angebaut, die an den beiden Enden um je 21m über die Speicherfront ragt.“25

Technische Einrichtungen (Zusammenfassung):

3 fahrbare Getreidehebewerke/Schiffselevatoren26 am Landungsplatz (stündliche Leistung: 50t Getreide) mit gleichzeitiger Gewichtsbestimmung durch 827 fahrbare, automatische Waagen. Ein Verladen zwischen Schiffen, dem Speicher, Fuhrwerken oder Bahnwagen wurde dadurch erheblich erleichtert.28

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Querschnitt durch den großen Getreidespeicher – Aus: Festschrift des Wiener Stadtbauamtes, Wien 1935, S. 183

 

Maschinenräume, Innenelevatoren, Verteilungsapparate, Reinigungs- und Putzmaschinen, Entstaubungsanlagen, zentraler Schaltraum, elektrische Beleuchtung und Notbeleuchtung, Kräne (fahrbarer Portaldrehkran, fahrbarer Verladekran am Ufer)

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Aus: Der Bautechniker, 14.03.1919, S.90/3


Beteiligte Personen und Firmen:

Techniker und Baudirektor: Ing. Goldemund
Bauinpektor: Ing. F. Willomitzer (Bauleitung)
Ständige Beaufsichtigung: Ing. G. Wurzinger

Generalunternehmer: Errichtung der Speicher, Beistellung der Schiffselevatoren und Umbau der Gleisanlage: Maschinenfabrik-Aktiengesellschaft N. Heid in Stockerau

– Architektur- und Baumeisterarbeiten: Krepp, Mahler und Michler
– Beton- und Eisenbetonarbeiten: A. Porr GmbH
– Betonfundamente der Geleisanlagen: H. Rella & Co
– Eisenbahn- und Straßenanlagen: Feld- und Industriebahnwerke Dr. Brukner & Pollitzer
– Pflasterungsarbeiten: Karl Voitl
– Elektrische Installationen (Licht, Elektromotoren): Österreichische Siemens-Schuckert Werke
– Fernthermometeranlage: Siemens & Halske AG
– Winden, Drehscheiben und Schiebebühnen, Spills, Lastenaufzug: Maschinenfabrik J. v. Petravic & Co
– Gerüst der Schiffselevatoren: Armaturen- und Maschinenfabrik Toudloff & Dittrich GmbH
– Automat, Wagen und Waggonbrückenwagen: C. Schember & Söhne
– Zimmermannsarbeiten: Ludwig Biber
– Spenglerarbeiten: Wilhelm Süttinger
– Dacheindeckung: Eternit-Werke Ludwig Hatschek, Stephan Schwab
– Bautischlerarbeiten: Josef Zika
– Schlosserarbeiten: F. Ettmayr & Comp.
– Glaserarbeiten: B. Ellend
– Asphaltierarbeiten: Johann Bosch
– Feuerlöscheinrichtung, Aborteinrichtung: August Süttinger
– Gitterabschlüsse: Hutter & Schrantz AG, Siebwaren- und Filztuchfabriken

_______________________________________________________

1Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes, Schriftleiter: Stadtbaurat Ing. Dr. Techn. Rudolf Tillmann, Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 1935, S. 184

2Das neue Wien, Städtewerk, Band 4, Wien 1928, S. 170

3Felix Czeike, Historisches Lexikon der Stadt Wien, 1992-1997, Band 2, S. 528

4Ebenda

5Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes, Schriftleiter: Stadtbaurat Ing. Dr. Techn. Rudolf Tillmann, Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 1935, S. 184

6Das neue Wien, Städtewerk, Band 4, Wien 1928, S. 170

7Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 81/3

8Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 89/3

9Felix Czeike, Historisches Lexikon der Stadt Wien, 1992-1997, Band 2, S. 528

10Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes, Schriftleiter: Stadtbaurat Ing. Dr. Techn. Rudolf Tillmann, Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 1935, S. 184

11Das neue Wien, Städtewerk, Band 4, Wien 1928, S. 170

12Ebenda

13Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 89/3

14Ebenda

15Ebenda

16Ebenda

17Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 81/3

18Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 89/3

19Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes, Schriftleiter: Stadtbaurat Ing. Dr. Techn. Rudolf Tillmann, Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 1935, S. 184

20Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 81/3

21Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 82

22Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 81/3

23Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 82

24Ebenda

25Der Bautechniker, 14.03. 1919, S. 82

26Das neue Wien, Städtewerk, Band 4, Wien 1928, S. 170

27Festschrift herausgegeben anlässlich der Hundertjahrfeier des Wiener Stadtbauamtes, Schriftleiter: Stadtbaurat Ing. Dr. Techn. Rudolf Tillmann, Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 1935, S. 184

28Ebenda, S. 185

AT | 1030 Wien | Ehem. neues Schweineschlachthaus St. Marx – Arena Wien

Auszug aus der umfangreichen Geschichte zum Standort des ehem. neuen Schweineschlachthofes St. Marx – dem heutigen Kulturzentrum "Arena"

Donau Auen – Donauregulierung

Die Donau erhält den größten Teil ihrer Zuflüsse aus den Alpen und weist daher stark schwankende Wasserstände auf. Im Wiener Becken bildete sie ein ganzes Netz wechselnder Wasserarme aus. Weitreichende Überflutungen bei Eisgängen und Hochwässern bedrohten wiederholt die Stadt und behinderten vorübergehend ihre Entwicklung. Bereits um 1800 konnten durch einen Donaukanaldurchstich einige Gebiete in Erdberg trockengelegt und parzelliert werden.1

 

Quelle: Stadt Wien – Vienna GIS, www.wien.gv.at/viennagis/
Links: 1780: vor der Donauregulierung – Rechts: 1875: nach der Donauregulierung

Gebietsansiedelungen // Stadtteilentwicklung

Versorgungsbetriebe mit gegenseitig ergänzenden Bedürfnissen und Angeboten siedelten sich in Erdberg an wie zb. Wasenmeister (Tierkörperverwertung), Leimsieder und Weißgerber.

In St. Marx und Simmering wurden die Gebiete entlang einer alten Römerstraße und wichtigen Handels- und Verkehrsroute (St. Marxer Linie, heutiger Rennweg und Simmeringer Hauptstraße) durch Viehstände, einen Schweinemarkt beim Bürgerspital, eine Kaserne, eine Bahnstation, eine Teerfabrik, eine Waggonfabrik, eine verlegte Tierkörperverwertung, Gas- und E-Werk, Schlachthäuser, Fleichselcher, Seuchenhöfe, später Kühlhallen und eine Wurstfabrik erschlossen.

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1920-25 war er als Stadtbaudirektor tätig und baute zahlreiche Schulhäuser und Kindergärten, Schweinemastanstalten, Kühlhallen, Schlacht- und Seuchenhöfe, Straßen, Kanäle, erweiterte die Hochquellenwasserleitung. Übriggebliebene Gasbeleuchtung wurde durch elektrische Lampen modernisiert. Ebenso war er an Bauprogrammen zur Schaffung von Kleinwohnungen beteiligt.2

Ab April 19083 (Auftragserteilung 19054) wurde an der Ecke Baumgasse und geplantem Landstraßer Gürtel (heutiger Franzosengraben) auf einer Grundfläche von 15.865 m² an einer Schweineausladerampe der Schlachthausbahn der neue Schweineschlachthof mit einer Fläche von 8.289 m²5 für 1500 Schweine in Warte- und Stechbuchten6 errichtet.

Das Terrain musste bedeutend aufgeschüttet werden; die wichtigsten Gebäude waren aber schnell errichtet.7 Urspünglich war der Seuchenhof an dieser Stelle geplant, denn es existierten zahlreiche Seuchen unter den Haus- bzw. Nutztieren.8

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Am 02. Jänner 1910 wurden schließlich die ersten Schweine eingetrieben9 und am 20. Juni 1910 eröffnet.

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Der Betrieb des Schweineschlachthauses ersetzte damit die sonst üblichen Schweineschlachtungen an der Notstechbrücke in St. Marx und in den Rinderschlachthöfen.10

Neues Schweineschlachthaus statt alter Notstechbrücke St. Marx

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Hart an der Donau standen die öffentlichen Schlagbrücken der Fleischhauer. Man brachte dieselben in dieser Entfernung von der Stadt an, nicht nur um die Luft in den nächsten Umgebungen der Stadt rein zu halten, und die Gefahren, welche den Menschen bey Tödtung des Schlagviehes bevorstehen, zu entfernen, sondern auch um den Fleischhauern selbst mehr Bequemlichkeit zu verschaffen.“11

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Die Gebäude und deren Einrichtungen

Die Kühlhalle (an Stelle der heutigen Open Air Wiese) bestand aus zwei Hallen, die durch eine Kohlensäure-Kühlmaschine mit Tandem-Heißmaschine (80 PS) als Antrieb gekühlt wurden. Das Kühlwasser, der Abdampf und das Kondensationswasser wurden dem Betrieb wieder zugeführt.

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Im damaligen und heutigen Verwaltungsgebäude waren im Erdgeschoß Amtsräume und eine Aufseherwohnung und im Obergeschoß eine Wohnung für den Schlachthofleiter und einen Aufseher untergebracht.12

Der heutige Kleine-Hallen-Trakt war als Sterilisierungsanstalt erbaut wurden und unterteilte sich in Wasch-, Umkleide-, Koch, Desinfektions-, Zerteilungs- und Untersuchungsraum sowie eine Freibank mit Warte- und Verkaufsraum und eine Kanzlei.
In diesem Trakt wurde Fleisch, das seuchenverdächtig war, sterilisiert und günstig in der Freibank verkauft. Die Freibank war im Erweiterungsbau von 1926 eingerichtet worden. Bei diesem heutigen Kleine-Hallen-Konzertraum handelte es sich um einen Verkaufsraum, in dem minderwertiges tw. mit Bandwurmlarven besetztes Fleisch oder Fleisch von kranken oder verunfallten Tieren günstig verkauft wurde. Kranke Tiere dürfen und durften nicht in normalen Schlachthöfen geschlachtet werden; das Fleisch nicht in normalen Fleischereien verkauft werden.13
Ein- und Ausfahrt lag beiderseits eines Torwächterhäuschens (heute noch mit nur einer Einfahrt vorhanden)

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Die Hallen und die diversen Räume wurden stetig umgebaut und erweitert; der Verkaufsstand an die südöstliche Einfriedungsmauer verlegt.

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Im Trakt des heutigen Beisls waren Aufenthaltsräume für die Arbeiter: Gesellen, Gehilfen, Meister, Aufseher untergebracht.

Die importierten Schweine kamen hauptsächlich aus Ungarn und Bosnien und Herzegowina18 Jedoch konnte man Schweine selbst in den Schlachthof bringen und sie gegen Gebühr (90 Kronen für ein Schwein und 3 Tage Kühlhauslagerung) unterbringen, schlachten und in der Kühlhalle lagern.19

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Kunsthistorische Kurzanalyse

Verwaltungsgebäude_ArenaArchiv

Profaner Sichtziegelbau, erbaut im Landstraßer Stadtteil St. Marx in den Jahren 1908 – 191014 – am Höhepunkt der Bevölkerungsdichte15 Wiens – als Ausläufer der romantisch historistischen Industriebauten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Um- und Anbauten aus dem 20. Jahrhundert.

Machinenhaus_ArenaArchiv

Die heutige große Konzerthalle beherbergte das Kessel- und Maschinenhaus sowie Kohlendepots, Maschinistenraum und diverse Lagerräume.

Die Eingangsfront hat den sakralen Charakter einer Basilika – einer mehrschiffigen, profanen Halle, die schon in der altrömischen Baukunst als Markt-, Gerichts- und Versammlungshalle16 diente. Übernahme durch die Christen; im 19. Jahrhundert ist die basilikale Grundform der vorherrschende Kirchentypus17.

Am Blendgiebel befindet sich ein mit Ziegeln stilisiertes Zahnschnittfries und ein großes Rundfenster. In der Frieszone befindet sich das seltene und für die Arena typische dreifache, zu einer Blume versetzte Zahnfries. An der Westwand finden sich über zweigeschossigen Rundbogenfenstern die Original-Schriftzüge „Kesselhaus“ und „Maschinenhaus“.

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Zum Verkauf des Auslandsschlachthofes und zum Ende der Schlachthöfe

Ab Mitte der 60er gingen die Lebendanlieferungen stark zurück, da mit dem „Fortschritt der Kühltransporttechnik“, „dem Ausbau der Verkehrslage“ und den ausgelagerten und billigeren „Produktionsgebieten“ nicht mitgehalten werden konnte. Ebenso gab es neue „Erkenntnisse“ und Vorschriften die „Lebensmittel- und Schlachthygiene“ betreffend, weswegen Mitte der 70er beide Schlachthöfe (damalige Auslands- und Inlandsschlachthöfe – Schweineschlachthaus am 21.6.7620) bereits geschlossen hatten und 1997 die Schlachtungen auch am Zentralviehmarkt beenden wurden.21

Im Sinne von Betriebsansiedelungen oder Betriebsausweitungen wurden [zahlreiche] Liegenschaften im 3. und 10. Bezirk verkauft.22

Zur Besetzung im Sommer 1976

Die Besetzung des Kontumazmarktes/des damaligen Auslandsschlachthofes im Rahmen der Wiener Festwochen diente als Ausdruck der Unzufriedenheit mit der Kulturpolitik der Stadt Wien und zeigte den Mangel an alternativen Kultureinrichtungen auf.

In der kurzen Zeit der Auseinandersetzungen mit der Stadt Wien haben die Besetzer mit vereinten Kräften und Zielen erreicht, ein funktionierendes, alternatives und frei zugängliches Kulturzentrum aufzubauen. Zwar wurde der besetzte Schlachthof trotz Widerstand abgerissen, doch der gegenüberliegende, kleinere Schweineschlachthof wurde zur freien, alternativen, kulturellen Umnutzung angenommen.

<img class="alignnone wp-image-12307" src="https://www.schlot.at/wp-content/uploads/2017/12/wstla-3_3_11_fc2_56170_81_mai1956_presseundinformationsdienst80072.jpg" alt="Schrägluftaufnahmen von Wien" width="636" height="615" /> Luftbildaufnahme des Auslandsschlachthofes 1956, Links das besetzte Areal: der spätere Auslandsschlachthof, der Austragungsort der Festwochen-Arena, Rechts oben der ehem. Schweineschlachthof – die heutige Arena Quelle: WSTLA, Presse und Informationsdienst Bestand 3.3.11, FC2Positive ehemaliger Ordner, 56170.81

Link zum Archivsystem: https://www.wien.gv.at/actaproweb2/benutzung/archive.xhtml?id=Stueck++0f7d1790-22eb-4b8b-8ea9-6e07bbde4a06VERA#Stueck__0f7d1790-22eb-4b8b-8ea9-6e07bbde4a06VERA

Nach dem Einzug der Bewegung in die "neue Arena" fanden anschließend im Juli 77 bis Juli 78 Umbauarbeiten statt.23 Danach begann das regelmäßige und bis heute konsequent geführte Veranstaltungsprogramm am heutigen Arena-Gelände.

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Großer Umbau der großen Halle und des Open Air Geländes: 1994-2004 durch das Architekturbüro Rataplan24

Die Gebäude der heutigen Arena sind stark restaurierungsbedürftig, da sie seit 40 Jahren für die Allgemeinheit genutzt werden. Eine der Besonderheiten ist die auffallende Ziegelfriesgestaltung.

Auszug aus dem Bescheid des Bundesdenkmalamtes Wien laut § 2 des Denkmalschutzgesetzes, 1997 – GZ.: 29.276/3/1997

"Alle Gebäude weisen die charakteristische Industriefassadengestaltung aus dem Ende des 19. Jahrhunderts mit der typischen Sichtziegelarchitektur auf, wobei hier die über die Hauptgesimse bzw. Giebelgesimse noch gezogenen Zierelemente in äußerst selten gewordener Komplettheit anzutreffen sind."

“Die Gebäude des ehem. Schweineschlachthofes stellen mit ihren typischen und weitgehend vollständig erhaltenen Sichtziegelfassaden eine bereits selten gewordene Form dieser Industriebauweise aus dem Ende des 19. Jahrhunderts bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien dar und sind daher architekturgeschichtlich von besonderer Bedeutung.”

“Der Schweineschlachthof dokumentiert als einer der letzten erhaltenen Reste der einstigen Vielzahl an historischen Viehmarkt- und Schlachthofbauten in St. Marx einen bedeutenden Bereich der Wirtschaftsgeschichte Wiens um die Jahrhundertwende.”

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Die Arena Wien ist eines der europaweit bedeutenden Beispiele für die funktionierende kulturelle Umnutzung leerstehender Fabriksgebäude durch autonome Gruppen.
http://arena.wien/


Bibliografie

1 Festschrift, 100 Jahre Wiener Stadtbauamt, 1835-1935, Wien 1935, S. 126 f.

2 Festschrift 1935, S. 53

3 Stadt Wien, Die Gemeindeverwaltung der k-u-k- Reichhaupt- und Residenzstadt Wien im Jahre 1908 VVII., Bericht des Bürgermeisters Dr. Karl Lueger, Verlag Gerlach und Wiedling, Wien 1910, S.254 – im WSTLA

4 WSTLA, Inhaltsverzeichnis für das Amtsblatt der k.u.k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, XIV. Jahrgang, Gesetze, Verordnungen und Entscheidungen, Nr. 51 am 28. Juni 1910, Wien 1905; S.1056, Protokoll 5420 und S. 1358 Protokoll 7591(tgl. 600 Schlachtungen)

5 Festschrift 1935, S. 179

6 Ebenda, S. 180

7 Stadt Wien, Die Gemeindeverwaltung der k-u-k- Reichhaupt- und Residenzstadt Wien im Jahre 1908 VVII., Bericht des Bürgermeisters Dr. Karl Lueger, Verlag Gerlach und Wiedling, Wien 1910, S.254 – im WSTLA

8 Stadt Wien, Die Gemeindeverwaltung der k-u-k- Reichhaupt- und Residenzstadt Wien im Jahre 1908 VVII., Bericht des Bürgermeisters Dr. Karl Lueger, Verlag Gerlach und Wiedling, Wien 1910, S.249 – im WSTLA

9 WSTLA, Marktamt B52 12, Geschäftsprotokolle 1907 und 1908, 39.1

10 WSTLA, Inhaltsverzeichnis für das Amtsblatt der k.u.k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien, XIX. Jahrgang, Gesetze, Verordnungen und Entscheidungen, Nr. 51 am 28. Juni 1910, Wien 1910; S.57, IV. Kundmachung

11 Geschichte der Vorstädte und Freygründe Wiens, 1812. S. 12

12 Festschrift, S. 180

13 Ebenda

14 Siehe Metallfahne auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes. Eröffnung des Schlachhofes 1910. In: http://de.wikipedia.org/wiki/Schlachthof_Sankt_Marx und In: www.wien-vienna.at/index.php?ID=224

15 Bevölkerungsentwicklung lt. Statistik Austria, in: http://www.carookee.de/forum/Kleeblattforum.carookee.com/33/21583648-0-01105?p=1

16 E.A. Seemann, Seemanns Lexikon der Architektur,Leipzig, 2000, S. 31

17 Fritz Baumgart, Dumont’s kleines Sachlexikon der Architektur, Köln, 1997, S. 29 f.

18 WSTLA, Marktamt B52 12, Geschäftsprotokolle 1907 und 1908, 81.3

19 WSTLA, Marktamt, Zentralviehmarkt, Normalien, Kurrenden, Kundmachungen. A51-1, Normalien 1920, Nr 98, Beilage D, Gebühren für das Schweineschlachthaus der Stadt Wien und für die Benützung der Kühlanlage dieses Schlachthauses

20 Magistrat der Stadt Wien [Hrsg.], Die Verwaltung der Stadt Wien 1976, Wien 1977, S. 218

21 Magistratsabteilung 53, Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 16.12.1997 – Letzte Rinderschlachtungen in St. Marx

22 Magistrat der Stadt Wien [Hrsg.], Die Verwaltung der Stadt Wien 1976, Wien 1977, S. 193

23 Verena Kövari, Die Arena, Alternativkultur im Wien der 1970er Jahre, Wien 1997, S. 78

Ankündigung zur Ausstellung IGNAZ GRIDL – Industriepionier aus Margareten

Am Donnerstag, den 15.09.16 um 19 Uhr

im Bezirksmuseum Margareten, Schönbrunner Straße 54, 1050 Wien

Ausstellungsdauer: 16.09. – 31.11.16, jeden Donnerstag von 16 – 19 Uhr

Der Schlossermeister und Industrielle Ignaz Gridl (1825–1890)[1] brachte es als Architekt und Ingenieur von innovativen Eisenkonstruktionen zu internationalem Ruhm. Er baute eine renommierte Eisenkonstruktionswerkstätte[2] (zuerst in Mariahilf, dann in Margareten)[3] auf und war für die Eisenkonstruktionen der bekanntesten Bauten der Wiener Ringstraßenzeit verantwortlich:[4]

Staatsoper, Burgtheater, Parlament, Palmenhaus, Justizpalast, Universität, Hofburg und Hofmuseen, Hermesvilla. Stadtbahnanlage, Fleischhalle 1030 Wien, Volkstheater, Dach des Rathauses, Kuffner Sternwarte, Kunsthistorisches Museum, Kuppel der Kirche Maria vom Siege, Herzmansky Warenhaus, Semperdepot u.v.m.

Ignaz Gridl verfasste außerdem einen Fachartikel in der „Allgemeinen Bauzeitung“ 1849[5], worin er über die berühmte Eisenkonstruktion von Leturc, Travers und Roussel an der Passage Jouffroy (Pläne der Eisenkonstruktion) in Paris berichtet.

Darin erklärt er unter anderem die herausragende Stabilität und Langlebigkeit dieser Konstruktionen, die die Kosten der bisherigen hölzernen Dachstühle nicht überstiegen.[6]Die Eisenkonstruktion der Kuppel der Kirche Maria vom Siege in Fünfhaus ist bis heute intakt.[7]

_____________________________________________________________

[1]    https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Ignaz_Gridl

[2]    Bouvier, Friedrich, Verein Denkmal Steiermark, Rezension über das Buch von  Alfred Fogarassy, Verlag Christian Brandstätter: Ignaz Gridl, Eisenkonstruktionen, Ingenieurbaukunst und Innovation im späten 19. Jahrhundert

[3]    http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/729509/Ignaz-Gridl_Ein-Schlossermeister-aus-Wien-

[4]    http://www.prinzeps.com/lainsitz/gridl/gridl_ringstrasse.htm

[5]    http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=abz&datum=1849&page=23&size=45

[6]    http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=abz&datum=1849&page=23&size=45

[7]    http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/729509/Ignaz-Gridl_Ein-Schlossermeister-aus-Wien-

AT | SL | Bürmoos | Gravierte Metallplatte der Torf-Glas-Ziegel-Industrie

Mittlerweile geklärte Suchanfrage [1] über mehrere Fabriksstandorte. Auf einem Metallgedeck sind sieben Bauwerke – mehrere Fabriken sowie eine Kapelle und ein Schloß abgebildet. Es sind teilweise Feldbahngleise zu erkennen.

Vor der Klärung wurde seitens Constanze Czutta aus kunsthistorischer sicht folgendes ermittelt:

“Provenienz vermutlich Süddeutscher Raum.

Reliefplatte ohne Gebrauchszweck. Wanddekoration. Möglicherweise als Jubiläums- oder Pensionierungsgeschenk.

Die Burg auf einer Anhöhe, vermutlich aus dem 13. Jahrhundert, zeigt einen polygonalen, barockisierten  Treppenturm, Dreiecksgiebel auf dem Zwischengesims, hexagonales Obergeschoß mit Rundfenstern, abgeschlossen mit einer Zwiebelhaube. Dieser Typus kommt vermehrt um 1700 im Süddeutschen Raum (Bayern, Baden-Württemberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich) vor – Beispiele: St. Oswald, Stockach, Baden-Württemberg und St. Margareta, Einsbach, Bayern, Stift Stams in Tirol, Pfarrkirche Bartholomäberg in Vorarlberg.
Sonnenuhr und mögliche Hausmarke als Rundmedaillon mit eingeschlossenem Tatzenkreuz links des Turmes [2] – dort allerdings als Deutschordenskreuz; vgl. Wappen von Impflingen/Rheinland-Pfalz [3]

Größere Industrieanlage mit älteren Wirtschaftsgebäuden mit Schopfwalmdach und neueren Werksanlagen mit Oberlichten (mögl. Arbeitshallen), Schlote, Schienengleise mit Waggons, gotisierte Kapelle.”

 Die Lösung von Kurt WINKLER, Bürmoos:

Bild 1+2: Torftransport in die Glashütte AT | SL | Bürmoos um 1895

Bild 3: Glasfabrik Emmyhütte Hackenbuch/Moosdorf

Bild 4: Kapelle Maria Hilf, Ibm um 1903

Bild 5: Schloß Ibm, Gde.Eggelsberg/OÖ

Hier als .pdf: buermoos

 

[1]…Herr A. B. via Email
[2] vgl. Nikolaikirche in Untereschenbach/Bayern: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tatzenkreuz_Nikolaikirche_Untereschenbach_3288.jpg am 28.01.2016
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Impflingen am 18.03.2016

[4]…Winkler Kurt via A.B., Foto- und AK-Vergleich mit der Reliefplatte (2016)