Die drei auffallenden Schlote des Kohlekraftwerk Orot Rabin in Israel
Drei gigantische Schlote an der mediterranen Küste Hadera, Israel. Es handelt sich hier um ein kohlebetriebenes Kraftwerk der israelischen Energiegesellschaft IEC [1].
Der Bau des Kraftwerks wurde 1973 begonnen und 1981 begann die Arbeit der ersten Einheit [2].
Mit seinen 2590 MW Leistung deckt es 23% der Gesamtkapazität der ICE ab [3].
18.000 Tonnen Kohle werden täglich verbraucht [4] .
Die dabei entstehenden Abgase werden durch die etwa 300 Meter hohen Schlote abgeleitet [5] . Der höchste Schornstein des Bildes ist das zweithöchste Bauwerk Israels (nach der Dimona Radaranlage mit 400m) [6].
Das Schlot.at-Team wünscht mit diesem kleinen Vorgeschmack auf die berühmte Königshütte (Chorzów) bei Katowice (PL) und speziell mit dem Bäumchen, das aus der Industrieruine wächst, eine frohe Weihnachtszeit.
Fotos: CS (2010)
Der Betrag folgt in Bälde mit weiteren sehenswerten Aufnahmen..
Das derzeit brachliegende Areal in Klein Schwechat, Innerberger Straße 28, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Von 1871 bis 1873 errichtete die Innerberger AG hier eine Kokshochofenanlage zur Versorgung des Wiener Raumes mit Rohstahl [1] Der Nachweis der Lagerichtigkeit erfolgt durch ein gescanntes Aufnahmeblatt aus 1873 [2].
Ab 1909 wurde am selben Standort – nach Stillegung der Hochöfen 1901 [4] – die erste Fabrik der Hammerbrotwerke errichtet, was infolge der Lage außerhalb der Stadt eine strategische Fehlentscheidung war. [3]
Direkt neben der neuen MVA Pfaffenau steht schon länger die Sondermüll- und Klärschlammverbrennungsanlage der Stadt Wien. Der Standort ist nicht zufällig in der Nähe der EBS Simmering, wo die Klärschlämme der Stadt Wien anfallen. Mit dieser MVA ist unsere Doku der gewerblichen MVAs in Wien wohl vollständig. Foto MM 2010/12
Gut getarnt, aber doch am Leben: Der Schornstein der Lackfabrik Eisenstädter in Vösendorf, Ecke Wilhelm-Hafenscher-Gasse/Ortsstraße 18. Der eher kleine Schornstein im Teilbereich West der ehemaligen Fabrik wurde mit einer seilbefestigten dreiseitigen Kunststoffverkleidung versehen.
Zur Geschichte dieser 1900 – 1971 betriebenen [1], gemäß Compass 1959 bereits 1892 gegründeten Fabrik [2] gibt das Umweltbundesamt in seinem Altlastenkataster u.a. folgende Auskunft:
Zitat Beginn, Abfrage 14.12.2010:
“Aus dem Jahr 1941 ist der Bestand folgender Anlagen im Bereich der Lackfabrik Eisenstädter bekannt.
• Farbwerk: Es wurden Trockenfarben mit Öl oder Lacken verarbeitet und abgefüllt
• Öllackabteilung: bestand aus einer Lackschmelzerei und 2 Sudhäusern mit
diversen Feuerstellen. Hier wurden Harze und Öle verkocht und zur Herstellung von Schwarzlacken, Asphalt, Pech und Bitumen eingeschmolzen. Die gewonnenen Lacke wurden der Filterstation zugeführt wo sie durch Zentrifugieren gereinigt wurden
• Kannenkocherei: Es existierten Becken, in denen gebrauchte Kannen in
alkalischen Wässern ausgekocht und anschließend mechanisch gereinigt wurden.
• Gebäude mit Werkswohnungen, Portierloge, Sanitärräume
• Lager”
Zitat Ende
Der Schornstein gehört eindeutig zum alten Fabriksbestand, wie auch aus der Lageskizze des Heizhauses im oben verlinkten UBA-Dokument hervorgeht.
1925 wurden in der “Lack-, Farben- und chemische Produktenfabrik und Lohnfärberei Gebrüder Eisenstädter” [3] produziert:
Öllacke
Spirituslacke
Metalllacke
Die Fabrik verfügte über 30 PS Antriebsenergie aus Dampfkraft und Elektromotor [3].
1959 wurden produziert:
Industrielacke
Kommerzlacke
Fußbodenanstriche [2]
Der Ostteil der Fabrik (Schlot im Westteil) wird derzeit dort aufgrund eines Heizölschadens im Grundwasserbereich als Altlast N60 geführt. Hier das pdf zum Download [1].
Quellen:
[1]…Informationen aus dem Online-Datenblatt des UBA über die Lackfabrik Eisenstädter Teilbereich Ost, Abfrage vom 14.12.2010
[2]…Industrie-Compass Österreich 1959, Compass Verlag Wien, 1558.
[3]…Industrie-Compass 1925/26 Band Österreich, Compass Verlag Wien, 885, 892
Kleiner, aber feiner Fachartikel über Wechsel und Kreuzungen bei Grubenbahnen. Allen, die sich in Bergwerken und an Freiland – Schienenkreuzungen schon Gedanken über diverse “Zusatzbleche” neben den Schienen gemacht haben, sei diese Lektüre dringend ans Herz gelegt. Flügelschienen und Radlenker sorgen für zuverlässige Schienenwechsel, erhalten Spurkränze und gewährleisten einen sicheren Rollbetrieb in der Grube – bis heute.
Zitat:
[1] REISCH (1931): Ueber Wechsel und Kreuzungen bei Grubenbahnen. In: Werkszeitung der Oesterreichisch-Alpinen Montangesellschaft, 5. Jahrgang, 24. Heft. Generaldirektion der ÖAMG, Wien. 373-374
Quelle: [1]
Quelle: [1]
Werkszeitung im Eigentum des Schlot-Industriearchivbestandes.
Katalog der Witkowitzer Bergbau- und Eisenhütten-Gewerkschaft (Vítkovické železárny), ca. 1903. Darin wird die 1828 gegründete Gussstahlfabrik mittels unglaublich breitem Produktportfolio und Fotos näher vorgestellt.
Vorab jedoch eine Darstellung der Gesamt-Gewerkschaft aus ebendiesem Katalog.
Haupt-Erzeugnisse:
Roheisen für Gießereizwecke – für Puddel- und Martinprozeß: Hartgusseisen weiß, grau, Zylindergusseisen, Hämatit-Coquilleneisen, Puddel-Roheisen, Stahl-Roheisen, Spiegeleisen, Siliziumeisen, Chrom-Eisen, Silikospiegel, Ferromangan
Eisengussware im Sandguß, Lehmguß, Masseguß: Rohre bis 1.500 mm lichte Weite, Destillierblasen, Rundkessel, Spitzkessel, Retorten, Schmelzpfannen für chemische Fabriken, Schalen, Pfannen, Härtetöpfe
Hartguß: Walzen, Kollergang-Platten, Gesenke für Pressen
Walzware: Blöcke, Brammen, Knüppel, Luppeneisen, Strips, Stabeisen, Faconeisen, Flacheisen, Breiteisen, Universaleisen, Bauträger, U-Eisen, Konstruktionseisen, Eisenbahnschienen, Grubenschienen, Rillenschienen, Kanalschienen, Laschen, Schwellen für Normalspurbahnen und Schmalspurbahnen, Bleche von 2 mm Stärke aufwärts, Rippenbleche, kugelsichere Schutzschirme aus Nickelstahl, Kesselbleche aus Nickelstahl für Lokomotivfeuerboxen. Stahl für Bohrwerkzeuge und Maschinenwellen
Einrichtungen für Koksanstalten: Stampfapparate, Koksausstoßmaschinen, ganze Koksofenanlagen
Einrichtungen für Gasanstalten
Schamotteware: Feuerfeste Ziegel, Winderhitzer, Koksöfen, Gasöfen, Schweißöfen, Glühöfen, Schachtsteine und Gestellsteine für Hochöfen, Dinas – Steine für Kupolöfen, Bessemer-Konverter und Martinöfen, säurefeste Steine
Die Gussstahlfabrik besteht aus folgenden Werksteilen:
18 große Werkzeugmaschinen mit elektrischem Einzelantrieb
Montierungsgerüste für Panzerplatten
4 elektrisch betriebene Laufkrane mit 25 t, 30 t bzw. 50 t Tragkraft
Gangspils
Hilfsvorrichtungen
Geschoßfabrik (Presserei und Härterei)
Hydraulische Pressen, doppeltwirkend
Mehrere Gasglühöfen zum Anwärmen der Rohstahlblöcke
15 Härteöfen
5 Härtebassins
div. Härtevorrichtungen
Blechpresswerke
Kesselbödenpresserei für Kesselböden bis 3.000 mm Durchmesser
3 hydraulische Pressen von 200 t, 400 t und 700 t Arbeitsdruck
Werkzeugmaschinen mit elektrischem Gruppen- oder Einzelantrieb
Gasglühöfen
Hebe- und Transportmittel
Hilfsvorrichtungen
Schießplatz
Artilleristische Messinstrumente
Geschütze von 47 mm bis 150 mm Kaliber
Die einzelnen Werksteile waren durch ein ausgedehntes Netz an Schmalspur- und Normalspurgleisen untereinander und mit den übrigen Betrieben des Eisenwerkes sowie mit der k.u.k. Nordbahn verbunden. Hier eine planliche Werksübersicht 1873, 1890 und 1907. Tschechische Kurzinfo über das Werk hier.
Alles Weitere steht im Prospekt…
Das Stahlwerk bestand bis 1998, Nachnutzung erfolgen als privatisierte Maschinenbau- und Bauplanungsunternehmen [1]. Eine Konservierung von wichtigen Werksteilen wie Hlubina-Zeche [2] wird derzeit in Angriff genommen [1].
Belegschaftsfoto der Celluloidwarenfabrik Brüder Sailer anno 1905 [4]. Die Fabrik war bis zum 06.06.1908 in der Roseggergasse 16 in Wien-Ottakring angesiedelt [1]. An diesem Tag kam es bei der Manipulation mit dem extrem brandgefährlichen Produkt zu einer gewaltigen Explosion, die 15 Menschenleben forderte [5].
Belegschaft der Fabrik, 1905
Die Opfer waren[2]:
AUFNER Anna Hilfsarbeiterin
BLAHUSCHEK Anton Hilfsarbeiter
ECKERT Karoline Hilfsarbeiterin
ENGELBERGER Anna Hilfsarbeiterin
HAMERDL Rosa Hilfsarbeiterin
HÄRTING Franziska Hilfsarbeiterin
HIPFINGER Stefanie Hilfsarbeiterin
HUBER Marie Hilfsarbeiterin
HUMMER Emma Hilfsarbeiterin
MOSER Anna Hilfsarbeiterin
POPULORUM Hermann Hilfsarbeiter
SACHNIK Franziska Hilfsarbeiterin
SCHNATTINGER Johann Hilfsarbeiter
STEPANEK Karl Hilfsarbeiter
WOLFSCHÜTZ Maria Hilfsarbeiterin
Die meisten dieser Menschen dürften auf obigem Foto abgebildet sein.
Mögen sie ruhen in Frieden und ehrendes Andenken finden.
Anno 1943 ist abermals eine Sailer’sche Zelluloidwarenfabrik in Wien nachweisbar [3]:
Anton Sailer: Fabrikation von Zelluloidwaren und Massenartikeln. Wien XIV/89, Meiselstraße 75. Telefon U32420
Quellen:
[1] Bezirksmuseum Ottakring, Mitteilung per Email vom 01.12.2010, DI Dr. Jochen Müller