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Das Projekt
Zu allererst gleich das Schlimmste: schlot.at ist nie fertig, sondern ständig auf der Suche nach industriegeschichtlichen Dokumenten aus dem Viertel unterm Wienerwald, auch bekannt als Industrieviertel. Die Website dreht sich hauptsächlich um Industrieschornsteine in den Bezirken Wien Umgebung, Bruck an der Leitha, Mödling, Baden, Wiener Neustadt, Wiener Neustadt Land und Neunkirchen.
Egal, ob abgerissen oder bestehend, es ist uns ein Anliegen, ihre Lage, Konstruktion, Nachnutzung, aber auch ihren Abriss zu dokumentieren. Dies soll hauptsächlich über Fotos aus mehr als zehn Dekaden geschehen und nur ein Ansporn für eigene Forschungen und Entdeckungen sein.
Kurzinformationen über die schlotbetreibenden Unternehmen und spannendes Videomaterial runden den Inhalt der Website ab. schlot.at möchte ein multimediales modernes Projekt sein, das versucht, Menschen für lokale Industriegeschichte und Industriearchitektur zu begeistern.
Berührungspunkte mit den Disziplinen Bauforschung, Architektur und Technikgeschichte scheinen gegeben. Für sachbezogene Diskussionen steht allen Usern das Forum zur Verfügung.
Abgrenzung | nach oben
- schlot.at trauert nicht der fälschlicherweise verklärten „guten alten Zeit“ nach. Wir sehen die industrielle Entwicklung der Region nicht romantisch, sondern einerseits mit großem Respekt, andererseits mit der nötigen Objektivität. Immerhin war und ist der sekundäre Wirtschaftssektor einer der Hauptverursacher sozialer Spannungen und verschiedenster Umweltbelastungen.
- schlot.at ist keine Werbeplattform für Unternehmen.
Personen | nach oben
Ins Leben gerufen wurde schlot.at von zwei durchwegs vorbelasteten Personen, die - aufgewachsen in der mittlerweile großteils von Industrie befreiten Bezirkshauptstadt Neunkirchen - bereits vor etlichen Jahren im Rahmen von zahlreichen Reisen in osteuropäische Länder ihre Begeisterung für Industrieanlagen entdeckt haben. Markus Mráz, nach absolviertem Geographie-Diplomstudium in der Liegenschaftsbewertung für ein großes Bauunternehmen tätig, und Christoph Schwaiger, BWL-Absolvent und IT-Angestellter in einem Rechenzentrum, wollen dieser Begeisterung Ausdruck verleihen, indem sie ihre regionalen und internationalen Erfahrungen sowie ihr Interesse an der Erkundung historischer Dokumente und am Einsatz neuer Medien in den Aufbau dieser multimedialen Webplattform fließen lassen. Seit 02/2010 verstärkt Werner Hackinsholz, Student der Wirtschaftspädagogik, das schlot.at-Team mit qualitativer Recherche-Arbeit.
Da sich derzeit unsere regionale Kompetenz vorwiegend auf den südlichen Ausläufer des Wiener Beckens (Bezirke Neunkirchen und Wiener Neustadt) beschränkt, würden wir uns besonders über beratende Unterstützung aus den übrigen Gegenden des Industrieviertels freuen! Bei Interesse bitte an info@schlot.at mailen.. Danke!
Philosophischer Hintergrund | nach oben
.:/No.Die Entwicklung des Südens von Niederösterreich ist untrennbar mit dem industriellen Aufschwung des 19. und 20. Jahrhunderts verbunden. Bei näherer Beleuchtung der Standortfaktoren werden die Gründe dafür klar: Die nutzbare Wasserkraft der Voralpenflüsse, der im südlichen Steinfeld ertragsarme und billige Boden, die nahen Ballungs- und Absatzräume qualifizierten das Viertel unter dem Wienerwald für eine intensive industrielle Nutzung. Ergiebige und hochwertige Rohstoffvorkommen wie die Kalke und Dolomite des Wienerwaldes und der Ummantelung des Leithagebirges oder die Tonvorkommen südlich von Wien sichern den Fortbestand der Grundstoffindustrie. Jahrhundertalte Traditionen wie die Eisen- und Textilverarbeitung werden nach wie vor in mehreren Regionen des Industrieviertels gepflegt.
Als Zeugen vergangener oder gegenwärtiger industrieller Aktivität ragen im Industrieviertel an die 100 Schlote aus mehr als zehn Dekaden in den Himmel. Sie können als Denk- oder Mahnmäler an eine Form der Beschäftigung verstanden werden, die ihresgleichen sucht: Die Arbeit in Fabriken. Entbehrungen, 14-Stunden-Tage ohne freies Wochenende, Entrechtung, schließlich soziale Errungenschaften, Solidarität, dann Missbrauch zu Rüstungsproduktion, Zwangsarbeit, ständig steigende Produktivität, in letzter Zeit immer öfter ohne ethisches Paradigma; Industriegeschichte nüchtern betrachtet:Fruchtbares und Furchtbares nah aneinander.
Die auf dieser Website dokumentierten Schlote sollen anregen, sich wissenschaftlich oder philosophisch dem äußerst komplexen Thema Industriearchäologie zu nähern. Dabei helfen oft unauffällige, oft sogar versteckte Hinweise beim Ziehen logischer Schlüsse und beim Erkenntnisgewinn.
